Die Tücken des Bausenbergs

Gunter Kiphard hat am Samstag am Bausenberg ein interessantes Video gedreht, das gut zeigt, welche Tücken dort im Sommer lauern. Zu sehen ist es auch auf seiner Seite Area28:



Die sichtbaren Zicken des Bausenberg beruhen hier auf zwei Punkten.

a) Der vulkanische Untergrund ist extrem thermisch. Vor allem aus den (windgeschützten) alten Steinbrüchen kann er heftigste Thermikböller abschießen. Was im Spätherbst, Winter und Frühling für willkommene Heber sorgt, ist im Sommer einfach nur brutal. Deshalb wird der Bausenberg im Sommer  kaum noch beflogen.

b) SW-Einschlag - wie er am Samstag herrschte - ist ebenfalls Gift. Am Startplatz in der leichten Schneise spürt man die Westkomponente häufig nicht, weil der Wind in die Schneise dreht. Da sollte man schon auf die Wolken und v.a. die Windräder achten!

In dem Video ist die tanzende Windfahne schön zu sehen. Zwischenzeitlich zeigt sie auch SO-Wind an. Angesichts der in der Luft deutlichen Westkomponente tippe ich auf einen schönen Rotor am Startplatz. Die Seitenklapper rechts-links,die der Pilot hinterm Startplatz kassierte, könnten auch davon verursacht sein.

Die Böllerthermik am Bausenberg geht i.d.R. direkt aus dem Steinbruch unterhalb des Startplatzes ab. Die Heißluftblase ist dann wie ein Fremdkörper in der Luftmasse. Sie lenkt den anstehenden Wind deutlich ab (um die Blase rum), was wiederum zu unberechenbaren Wirbeln führen kann. Das schnelle Abdrehen des Frontstall-Schirms passt da genau ins Bild der Theorie.

Als der Bausenberg vor einigen Jahren neu als SP zugelassen wurde, hofften alle Beteiligten auf den "Wunderstartplatz" zum Streckenfliegen. Doch dann zeigte sich bald, dass es im Sommer kaum möglich ist, in die enge ballistische Thermik einzusteigen und aufzudrehen. Heute gilt der Bausenberg als toller Berg zum thermischen Soaren in der Jahreszeit mit den kürzeren Tagen.

Am Samstag war übrigens nicht nur am Bausenberg die Luft extrem thermisch aktiv. Auch an anderen Startplätzen - von Klüsserath bis zum Finkenberg - hatten die Piloten zwischenzeitlich so ihre Not mit den thermischen Böen. Bei der bodennahen Fliegerei in den Mittelgebirgen ist damit nicht zu spaßen.
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2 Kommentare:

Pepe Malecki hat gesagt…

Die Tücken des Bausenbergs!?

Ich denke, dass dort weniger die nicht vorhandenen Böller, sondern eher der stark einsetzende Wind das Problem ist. Stark böiger Wind von der Seite, der vorher noch nicht da war, sorgt dort für einen netten Cocktail, der für uns Tuchflieger, dort in dem Augenblick deutlich zu heftig ist!
Da kann der Bausenberg's ja auch nichts für. :-)
An dem Tag, oder besser, derzeit bei der Wetterlage in Mitteleuropa, ist unser Sport wirklich nur mit sehr viel Vorsicht sicher auszuüben.
Deutlich zu Explosive und stark böige Luft, für sicheres fliegen nicht geeignet.
Ich fahre derzeit lieber Moped, als das ich zum fliegen gehe.
Gruß Pepe

winDfried hat gesagt…

Vielleicht könnte man man wieder darüber nachdenken, den Bausenberg auch für Fluggeräte frei zu geben, mit denen "ballistische Thermik" sicher fliegbar und spaßig nutzbar ist? Schlagt doch mal die seit sieben Jahren überfällige Zulassung für Drachen-Starts vor. Am Landeplatz scheitert es nicht. Der geht fein bergauf und ist daher unproblematisch... W.