PMA klagt über Safety Tests

Der Vereinigung der Gleitschirmhersteller (PMA) hat in einer öffentlichen Stellungnahme deutliche Kritik an den sogenannten Safety Tests des DHV geübt. Die Tests stellten eine nicht nachvollziehbare Einstufung von Gleitschirmen dar und führten zu einer nicht mehr tragbaren Verzerrung des Marktes, heißt es auf der Internetseite der PMA. Die Hersteller fordern vom DHV, die Safety Class Tests in der bestehenden Form in Zukunft zu unterlassen und die bisher veröffentlichten Testergebnisse von der Website des DHV zu entfernen.

Die PMA zweifelt die Neutralität und Objektivität der Safety Class Tests des DHV an. Nicht vergleichbare Gleitschirme würden willkürlich in nicht reproduzierbaren Testverfahren geprüft. Vor allem kritisieren die Hersteller, dass sie keine Chance hätten, die Ergebnisse der Tests selbst nachzuvollziehen bzw. nachzustellen. Die vom DHV eingesetzten Messgeräte zur Ermittlung der G-Lasten, Vorschießwinkel und Höhenverluste bei den Testmanövern seien nicht auf dem Markt erhältlich, der Verfahrensablauf bei den Testflügen nicht öffentlich bekannt.

"Im Ergebnis können sich die Hersteller weder bei der Konzeption eines neuen Gleitschirmmodells an den nicht nachvollziehbaren Testkriterien des DHV orientieren noch im Nachhinein Schlussfolgerungen aus den erfolgten Tests ziehen. Im Gegenteil ist es vollkommen unmöglich die erzielten Testergebnisse in irgendeiner Weise in die Entwicklung neuer Schirme einfließen zu lassen oder auf sonstige Weise zu verwerten", so die PMA.

Bei den Safety Tests unterzieht das Sicherheitsreferat des DHV im Stile eines Warentesters Gleitschirme der EN-Klassen A und B einem Testprogramm, bei dem die Schirme über das von der EN-Norm 926:2 vorgegebene Maß hinaus in Klapp- und Spiralmanövern beansprucht werden. Je nach gezeigtem Verhalten werden die Schirme dann in Sicherheitsklassen zwischen 1 und 5 eingeordnet. Die Safety Class Benotung zeigt vor allem auf dem deutschen Markt Wirkung. Einige Hersteller haben bereits die Erfahrung gemacht, dass die Verkaufszahlen von zuvor erfolgreichen Modellen deutlich einbrechen können, wenn die Schirme in die niedrigen Sicherheitsklassen 4 oder 5 eingeordnet werden (s. Swing kritisiert Safety Tests).
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6 Kommentare:

Tom Payne hat gesagt…

This is a very fair criticism of the DHV's "safety tests".

The politics of the original "safety tests" are clear: the DHV makes its money by the power that it wields over manufacturers. Historically the DHV has done this by controlling which paragliders are allowed to be flown by pilots in Germany. With the acceptance of EN-certified gliders in Germany, this power has been eroded, and the DHV have responded by creating a new set of subjective tests that they alone control.

Joerg hat gesagt…

Es ist eine Tatsache, dass sich der DHV gerne als "Behörde" darstellt, und sich der armen, hilflosen Gleitschirmflieger annimmt, damit sich diese Unwissenden nur ja nicht unter einen Schirm hängen, mit dem sie runterfallen könnten.
Die Behörde DHV mischt sich in ganz viele alltägliche Belange von mündigen Bürgern ein. Ob das der Schirmkauf oder irgendwelche Fluggebiete in Deutschland sind. Ich frage mich wirklich, ob deutsche Flieger wirklich einen DHV brauchen, der ihnen sagt, was sie tun oder lassen sollen.
In Österreich, in Frankreich, in der Schweiz, und überall anders auf der Welt braucht man keinen DHV um zu fliegen. Und dort passieren auch nicht mehr Unfälle, als in Deutschland.
Eigentlich ist der DHV ein Wirtschaftsunternehmen, ähnlich dem ADAC.
Es wird Geld verdient und das nicht zu knapp.
Ich finde es sehr gut, dass man in letzter Zeit dem DHV bereits die Flügel gestutzt hat. Und noch viel mehr müsste es werden.
Die deutschen Piloten sollten sich endlich von der latenten Bevormundung des DHV befreien. Sie müssten doch sehen, wie einfach und unkompliziert das Gleitschirmfliegen in den Nachbarländern ist.
Es gibt dort niemanden, der einen Startplatz verteidigt, als wäre er sein Eigentum, und wo Gästeflugregeln greifen, die manchmal hanebüchen sind.

Anonym hat gesagt…

@ <joerg (recht polemischer Komentar)

welche latenten Bevormundungen meinst du?

Ich verstehe das ganze Theater nicht. Letztendlich ist der safety test eine Empfehlung (so kommt es bei mir an). Man kann hier ebenso wie überall nach seiner Prüfung was das Herz begehrt fliegen. Die Gästeregelung unterliegt den Gesetzen der ansässigen Vereinen, ich bitte dich, wo siehst du da die Hand des DHVs? Dass man bei der Geländezulassung einige Vorschriften zu beachten hat, Gott sei gedankt!, denn ohne diese Regeln wird das hier zu einem Eldorado. Wenn jeder überall wo er/sie es für richtig hält, alles macht was er/sie will, das Geschichtsbuch ist voll damit! Beispiel Heinsheim, Neuffen, Schriessheim, Wasserkuppe.. eigentlich egal, wo ich bis jetzt war, sah ich wie "einfach und unkompliziert" das Gleitschirmfliegen ist, wenn einige meiner Mitmenschen über jede Regel stehen.


Ich für mein Teil finde das, was DHV ist und es macht klasse. Die Geländedatenbank, das Verkaufsportal, nicht zuletzt die DHV-Zeitschrift. Aus meiner Sicht machen die Angestellten eine gute Arbeit, weiter so!

Stani

Anonym hat gesagt…

I second Joerg!

jerry

Marty hat gesagt…

"Walle walle manche Strecke, das zum Zwecke Bürokratie fließe..." frei nach J.W.G.
Mann soll sich halt dann im Nachhinein nicht wundern, dass man die "Helfer" die man rief dann nicht mehr los wird, bzw. das deren "Service" die Kosten in die Höhe treibt.

Marty.

Jürgen hat gesagt…

Ich fliege nun seit 18 Jahren Gleitschirm, alle Arten , vom Anfängerschirm bis zum Hochleister.
In all der Zeit war der DHV weltweit der Einzige, der wirklich objektive und verlässliche Aussagen über neue Gleitschirme gemacht hat. In alle Foren aus Länder, in denen Gleitschirm geflogen wurde, hat man sich hat man immer die DHV-Einstufung zitiert und Beachtung geschenkt. Und man konnte es auch ! (Irrtümer und Fehleinstufungen gab es natürlich auch, wie sollte es auch sonst sein)
Die Abschaffung des DHV-Gütesiegels und die Einführung der EN-Normen und Prüfvorschriften, sowie die Zulassung von verschiedenen Prüfzentren, klingt so fair und gerecht und so demokratisch, ist es wohl auch, mir fehlt aber das Vertrauen, den nun fließen die wirtschaftlichen Interessen der Hersteller mit ein.
Einzig zählen solle aber nur die Sicherheit.
Daher halte ich die Tests des DHV und die Safety-class-Einstufungen für wirklich gut und wirklich sinnvoll.