Südspanischer Luftraumfrust

Lange Zeit hatte die Luftraumüberwachung in Spanien die Gleitschirmflieger nie auf dem Schirm. Doch mittlerweile mehren sich die Diskussionen - wie aktuell in Südspanien. 

Die große CTR des Flughafens Málaga überdeckt im Nordwesten auch
beliebte Fluggebiete wie Teba und das Valle de Abdalajís.
Jahrelang wurde in Fluggebieten wie Teba, Cañete la Real oder dem Valle de Abdalajis nördlich von Málaga ungeniert geflogen. Sogar Wettbewerbe wurden dort veranstaltet, obwohl die genannten Startplätze in oder direkt an der ausgewiesenen CTR des Flughafens Málaga liegen. Jetzt steht die Gleitschirmfliegerei dort vor dem offiziellen Aus.

Der Andalusische Sportfliegerverband FEADA, der auch die Gleitschirmflieger vertritt, sah sich nach Gesprächen mit den Luftfahrtbehörden gezwungen, Ende der vergangenen Woche eine eindeutige Stellungnahme abzugeben (s. Circular 04/16). Darin heißt es, dass das Fliegen in kontrollierten Lufträumen verboten sei, solange keine ausdrückliche Erlaubnis durch die Behörden vorliege. Zudem werden alle Flieger aufgefordert, sich daran zu halten. Die FEADA selbst habe nie einen entsprechenden Flugbetrieb genehmigt.

Für die Gleitschirmfliegerei in der Region ist das ein herber Rückschlag. Gerade das Valle de Abdalajís hatte sich in den vergangenen Jahren als zunehmend beliebte Flugregion etabliert. Die Dörfer dort profitierten vom Flugtourismus auch ausländischer Herkunft. Doch damit dürfte nun erst einmal Schluss zu sein. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass es zu allgemeinen Sondergenehmigungen kommen könnte.

Theoretisch sollte eine Lösung gar nicht so schwer zu finden sein. Die CTR Málaga umfasst eine sehr große Fläche, weitaus größer als für einen geregelten Flugbetrieb am Flughafen nötig wäre. Mit höhengestaffelten Lufträumen wäre ein sicherer Anflug uneingeschränkt möglich, während die eher bodennahe Gleitschirmfliegerei ihre Freiräume bekäme. Das würde allerdings Gesprächsbereitschaft und Verständnis auf beiden Seiten voraussetzen.
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5 Kommentare:

Ulrich hat gesagt…

Da sind die Regelungen in den Alpen schon recht ausgewogen. Wenn ich die Lufträume um Innsbruck anschaue dann wurde da wirklich viel Arbeit reingesteckt um es allen einigermaßen Recht zu machen.

jo black hat gesagt…

Die meisten ausländischen Gleitschirmflieger werden wohl auch über den Flughafen in Malaga anreisen?
Wenn GS Fliegen dann dort nicht mehr möglich ist, werden die auch keinen Grund mehr haben, da hin zu fliegen?
Das schadet dem Tourissmus und dem Flughafen.

Peter Koerber hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

Hallo Flieger,
zum Glück sind die Fluggebiete um Almunecar (Herradura, Otivar, etc..) nicht betroffen.

Aber man sieht hier, dass es uns in Deutschland mit den aktuellen Luftraumregelungen vergleichsweise gut geht.
An dieser Stelle ein Dank an die, die mit Gesprächsbereitschaft und Verständnis und Sachverstand gute Kompromisse und Lösungen erarbeitet habe und weiter daran arbeiten.
Wir sehen hier, dass das nicht selbstverständlich ist.

Always happy landing,
Peter (Wiesensteig)

Anonym hat gesagt…

Schon vor 20 Jahren sind wir im Landeanflug auf Malaga zwischen den Gleitschirmen über Valle de Abdalajis durchgeflogen, mit einem Airliner! Mich hat schon damals gewundert das es dort keine Konsequenzen gibt.