Ein 250er muss es schon sein

... wenn man an einem Hammertag an der Grente in die Top 20 fliegen will. Am Samstag war so ein Hammertag. Doch beeindruckender sind noch andere Zahlen. 

Kurz nach 9 Uhr morgens nach Start an der Grente.
// Foto: Lex Robè, XContest
Denn an dem Tag wanderten allein mehr als 80 Piloten die Grente hinauf, um von dort zu starten. So gesehen ist das vielleicht auch ein Hike&Fly Rekord. (Siehe XContest).

Von diesen mehr als 80 Piloten flogen wiederum mehr als 50 am Ende auch ein großes Dreieck (FAI oder flach) von mehr als 200 km. Das ist mehr als man sich vor ein paar Jahren noch erträumen wagte. Und damit ist es jetzt auch mehr als genug mit den mehr-als-Sätzen.

Die Dreiecke, die an der Grente geflogen wurden, entsprachen den Standardstrecken. Start in Antholz (Grente), das Tal nach Osten entlang bis zum Großglockner, dann zurück und weit nach Westen, um irgendwo bei Ridnaun die zweite Wende zu setzen, um schließlich in den Dolomiten im Süden ein drittes Mal die Richtung zu wechseln.

Der Unterschied zwischen den großen und den ganz großen Dreiecken zeigt sich typischerweise bei diesem letzten Abschnitt, bei dem die Könner mutig in den Dunst südlich der Dolomiten hineinfliegen, wo die Wolkenbasis 500m niedriger ist und die Thermiken schwächeln, nur um sich von dort aber doch wieder zurückzukämpfen.

Wer ganz Großes erreichen will, muss allerdings auch schon zuvor etwas wagen. Zum Beispiel die erste Wende noch hinter den Großglockner zu setzen. Das kann klappen, muss es aber nicht, gerade wenn der Westwind weht. Wie man trotzdem aus dem Missgeschick, im Lee herabgespült zu werden, noch einen grandiosen, ganz anderen Flug machen kann, zeigt der Track von Lex Robé. Der flog dann einfach über den Alpenhauptkamm weiter, um nach insgesamt rund 200 km bei sich zu Hause zu landen. Chapeau!

Wer von dem Tag freilich mal einen "richtig" weiten Flug sehen will, der muss nach Frankreich schauen. Dort schwang sich Honorin Hamard im südfranzösischen Gourdon in die Luft, um nach 342 Kilometern (one way) am Südufer des Genfer Sees zu landen, allerdings erst nachdem er in 600m Höhe über Wasser eine Ehrenrunde drehte. Wie weit wäre er noch gekommen, wenn ihn nicht der See am weiterfliegen gehindert hätte?

Von der Streckenführung her mindestens genauso beeindruckend ist das 244 km FAI-Dreieck, das Honorin schon am Vortag vom gleichen Startplatz aus hinzauberte.
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2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und manchmal spielt die Distanz auch gar keine Rolle...

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2016/05/22/toedlicher-gleitschirmunfall-in-antholz.html#.V0GkXXD7unN

RIP

Werner S. hat gesagt…

Die einheimischen Cracks weichen inzwischen zur Uwaldalm aus, da ihnen die Grente zu voll geworden ist?!