Schirmtest: Gradient Nevada 2 light

Der Gradient Nevada 2 light ist ein charaktervoller EN-B mit feinem Handling, der ein sehr differenziertes Gespür für die Thermik vermittelt.
Der Nevada 2 light mit seiner charakteristischen VO-Eintrittskante und weit geschlossenen Außenflügeln.


Die im folgenden beschriebenen Eindrücke zum Gradient Nevada 2 light habe ich in rund fünf Flug- und Groundhandlingstunden unter unterschiedlichen Bedingungen auf Madeira gewonnen. Geflogen bin ich den Nevada 2 light in der Größe 26 (85-102 kg) mit rund 93 kg Startgewicht. Das Gurtzeug war ein Karpofly Extra Light (Liegegurtzeug). Der Schirm wurde mir für den Test freundlicherweise von Turnpoint zur Verfügung gestellt.


Gradient fällt mir als Marke immer wieder dadurch auf, dass die Tschechen im Gleitschirmbau ihren eigenen Ideen und Überzeugungen folgen und nicht einfach den allgemeinen Trends. So bekommen ihre Schirme einen individuellen Charakter.

VO-System: Schmale Schlitze
und große V-Öffnungen.
Der Nevada 2 ist da keine Ausnahme - im Gegenteil. Im großen Rund der EN-B-Schirme sticht er mit einigen baulichen Besonderheiten heraus. Wo fast alle anderen heute auf Shark-Nose-Profile setzen, kommt Gradient mit dem VO-System daher. VO steht für "Variable Öffnungen" der Zellen. Die Eintrittskante besteht aus eher dünnen Öffnungsschlitzen, die immer wieder durch tiefer gezogene V-Öffnungen unterbrochen sind. Das soll bei unterschiedlichsten Anstellwinkeln eine gute Belüftung der Kappe garantieren.

Im Inneren der Kappe setzt Gradient auf Doppelte Diagonalen. Mit diesen Querrippen, die nicht nur die nächste, sondern auch die übernächste Zelle mit tragen, ist es möglich, weniger Leinenaufhängungspunkte einzuplanen (der Nevada 2 hat nur 62!, bei 56 Zellen) und dennoch ein sauber abgespanntes Segel zu bieten. Die Leinenreduktion ist beim Nevada 2 noch weiter auf die Spitze getrieben, indem Gradient konsequent auf nur zwei Stammleinen (A+B+C) pro Schirmseite setzt. So minimalistisch kommt kein anderer Leinensatz in der B-Klasse daher!

Zipper statt Klett am
Schmutzauslass des Stabilo.
Blickt man tiefer in die Kappe, so scheint es, als wäre all das, was an Leinenmetern außen gespart wurde, nun in Form von Nylondrähten im Inneren verbaut. Mir ist kein anderer B-Schirm bekannt, der so komplex intern "verdrahtet" ist. Dünne, harte Stäbchen an der Eintrittskante; halbkreisförmige Drahtverstärkungen (Gibus-Arch) über den Aufhängungspunkten der B-Ebene; jeweils doppelte Gibus-Bögen über C; darüber noch am Obersegel sogenannte C-Wires, die ein störendes Einknicken des Obersegels durch aerodynamische Effekte beim Anbremsen verhindern sollen. Da hat Gradient schon Aufwand betrieben, um die Profilgüte im Flug zu erhalten!

Wie positiv oder störend sich diese Bauweise in der Praxis erweist, das war einer der Punkte, den ich im Test genauer unter die Lupen nehmen wollte. Ein kleines Detail, so viel sei schon mal verraten, hat mir jedenfalls ohne Einschränkungen gefallen: Am Stabilo des Nevada 2 sind die Schmutzauslassöffnungen nicht mit hakeligem Klett verschlossen (in dem sich gerne der feinere Dreck oder Grashälmchen verhängt), sondern mit einem Nylonzipper, wie er auch an manchen Gefrierbeuteln zu finden ist. Eine elegante Lösung!


Beim Start zeigt der Nevada sein charakteristisches Bild:
Die Außenflügel füllen verzögert.
Starten: Wer den Schirm mit dem einfachsten Startverhalten der B-Klasse sucht, darf den Nevada 2 light von seiner Kandidatenliste streichen. Das bedeutet freilich nicht, dass der Schirm ein schlechter Starter ist. Aber er hat seine Eigenheiten.
Die wenigen Stammleinen, ummantelt und farbcodiert, sind schnell und übersichtlich sortiert. Den sehr dünnen, etwas hakeligen Galerieleinen muss man allerdings etwas mehr Aufmerksamkeit widmen.
Beim Aufziehen mit Nullwind füllt die Kappe leicht verzögert - vielleicht ein Tribut an die kleinen Schlitze des VO-Systems. Vor allem die geschlossenen Außenflügel brauchen etwas länger und müssen schon mal mit Bremseinsatz "nachgepumpt" werden.
Das Aufziehverhalten leidet auch etwas darunter, dass der Nevada 2 keine getrennten A-Gurte besitzt. So wirkt der Zug gleich auf die gesamte Kappe. Startet man den Schirm aus der Bogenform heraus, in der er sich von selber ablegt, kommt die Mitte etwas verzögert nach oben. Der Flügel knickt zwar nicht massiv ab, aber dennoch stört diese anfängliche Verformung den Aufstieg ein wenig. Man kann den Effekt reduzieren, indem man die Kappe bewusst spitzer auslegt. Dennoch wird man mit dem Nevada 2 bei Nullwind in der Regel eine etwas längere Aufzieh- bzw. Füllstrecke benötigen als mit anderen Modellen dieser Klasse.
Bei gutem Startwind fallen diese Schwierigkeiten nicht mehr ins Gewicht. Leicht vorgefüllt, kommt der Schirm auf einen schwachen Impuls hin sauber und spurtreu nach oben. Dabei neigt er so gut wie nicht zum Überschießen und ist tadellos kontrollierbar. Die Steuerinputs sollte man allerdings dosiert einsetzen. Der Schirm giert schnell ein wenig um die Hochachse.
Den Cobra-Start absolviert der Nevada 2 etwas widerwillig, was wiederum mit dem Leinenlayout zu erklären ist. Bei nur zwei A-Leinen pro Seite wird es schwer, die Kappe von Anfang an über den Außenflügel hochzuführen, zumal dieser nicht immer gleich tragend füllt.

Landen: nichts auffälliges.

Der minimalistische Leinensatz des Nevada 2. Am
dicksten sind noch die Bremsleinen (rechts).
Bremsen: Der Nevada 2 light hat einen Bremsvorlauf von rund 15 cm. Diese Einstellung ist perfekt, wenn man mit einer halben Wicklung fliegt. Interessant ist die Bremscharakteristik an der Hinterkante: Bei leichtem Zug wird zuerst die Schirmmitte herunter gezogen, erst danach folgt die gesamte Spannbreite. Das erlaubt eine sehr variable Kurvencharakteristik. Geht man mit der Bremse nur auf Kontakt und kontrolliert darüber das Nicken, stört die mittige Bremsanlenkung den Geradeauslauf kaum. Auf tiefere Bremsimpulse reagiert die Kappe hingegen recht agil. Diese hohe Variabilität im Handling ist eine der Stärken von Gradient-Schirmen. Die benötigten Bremswege und Bremsdrücke bleiben dabei im Durchschnitt und auch für längere Flüge auf der angenehmen Seite.
Der Nevada 2 hat große Keramikringe als Bremsführung, die zudem an längeren Stegen befestigt sind. Dazu verwendet Gradient im unteren Teil der Bremsleine ein vergleichsweise dickes und flexibles Material. Diese Kombination ist vorteilhaft, weil die Bremse hier wirklich reibungsarm läuft und zudem genug Spiel nach rechts und links bietet, um auch Steuertechniken wie das Brake-Shifting einzusetzen.

Kappenfeedback: Der Nevada 2 light spricht hauptsächlich über die Tragegurte mit dem Piloten. Über die Bremse kommt wenig Feedback. Erst mit tiefer gezogener Bremse bekommt man über diesen Kanal ein Gefühl für die Außenflügel, was mit der besonderen Mitte-zuerst-Bremsanlenkung zusammenhängt (s.o.).
Im Vergleich zu den meisten anderen Klassenvertretern erweist sich der Nevada 2 als ein sehr "gefühliger" Schirm. Die Kappe bildet keine so kompakte Einheit wie z.B. ein Rush 4, ein U Cruise oder ein Geronimo 2. Rechte und linke Flügelhälfte sprechen jeweils für sich, und das in einer sehr eindeutigen Sprache. Wer gerne als Pilot viel von der Luft mitbekommen und diese auch in feineren Details lesen will, der wird den Nevada 2 zu schätzen wissen. Der Schirm ist ein wahrer Thermikschnüffler!
Die andere Seite der Medaille dabei ist, dass die Kappe in bewegter Luft eine latente Nervosität ausstrahlt. Meiner Beobachtung nach trägt hierzu auch das minimalistische Beleinungskonzept bei. Bei nur zwei Stammleinen pro Seite wirken sich kleine Strömungsschwankungen am Außenflügel zwangsläufig auf einen größeren Flügelanteil aus als bei Schirmen mit drei Stammleinen. Die äußere A-Leine gabelt sich erst weit oben. Verliert nun der Stabilo-Bereich etwas an Spannung, verändert sich automatisch die Leinengeometrie auch für die benachbarten Flügelanteile. Beim Nevada 2 führt das dazu, dass die Außenflügel des öfteren etwas tänzeln und auch in Spannweitenrichtung ziehharmonika-artig in sich arbeiten. Sicherheitstechnisch ist das kein Problem, vielleicht kostet es aber etwas Leistung. Im beschleunigten Flug stehen die Außenflügel etwas strammer da.
(Hier sei angemerkt, dass ich den Nevada 2 bei meinem Test im mittleren Gewichtsbereich geflogen bin. Ich könnte mir vorstellen, dass eine höhere Belastung etwas mehr Ruhe ins System bringt.)

Gewichtssteuerung: Der Nevada 2 dankt es, mit Gewichtsverlagerung geflogen zu werden, reagiert aber allein auf Gewicht nicht sehr zackig. Für ein hohes Aufschaukeln nur übers Gurtzeug bedarf es schon etwas Taktgefühl.

Kurvenflug: Der Schirm hat unterschiedliche Kurvencharaktere. Bei wenig Bremszug wirkt er erst einmal wie ein geruhsamer Karver mit einer eher indirekten Lenkung. Doch je mehr der Pilot zupackt, desto besser hängt die Kappe am Zügel. Auch schnelle Kurvenwechsel und blitzartiges Nachdrücken in der Thermik sind dann möglich - stets noch im angenehmen Zugbereich der Bremse. Unterm Strich erweist sich der Nevada 2 damit als einer der agileren Vertreter seiner Klasse. Die Variabilität des Kurvenflugs und der sauber einstellbaren Schräglagen ist eine der großen Stärken dieses Flügels.

Sunset-Soaring mit dem Nevada 2 - ein großes Vergnügen.
Thermikeigenschaften: Das Thermikfliegen mit dem Nevada 2 ist ein Genuss, wenn der Pilot die etwas lebendigere Sprache des Flügels für sich zu nutzen weiß. Es gibt wenige Schirme im B-Sektor, die so differenzierte Rückmeldungen zu den Luftverhältnissen liefern und sich dabei auch noch so exakt positionieren lassen.
Hat man einmal seine Schräglage eingestellt, bleibt der Schirm ohne großen Korrekturbedarf auf seiner Bahn. Ein interessantes Verhalten zeigt die Kappe beim Einfliegen in stärkere Steigbereiche (wenn man schon eine gewisse Kurvenschräglage hat). Während andere Flügel dazu tendieren, sich hier aufzustellen und abdrängen zu lassen, habe ich beim Nevada 2 wiederholt das Gegenteil erlebt. Der Flügel stellt sich steiler und zieht ins Zentrum hinein. Da muss man manchmal beherzt die Außenbremse setzen, um nicht ungewollt herumgeschleudert zu werden. Diese Steigkern-Angelautomatik lässt den Nevada 2 in starken Thermiken glänzen.
Bei schwachen, zerrissenen Verhältnissen empfand ich den Flügel als weniger effizient. Das häufige, manchmal ziehharmonika-artige Arbeiten der weichen Außenflügel in den Randbereichen liefert zwar interessante Infos über die Luft, nagt aber am Steigvermögen. (Auch hier könnte eine höhere Flächenbelastung des Nevada 2 von Vorteil sein!)
Angenehm fällt beim Thermikfliegen auf, dass der Schirm eine recht starke Nickdämpfung besitzt. Beim Einflug in die Thermik wie beim Herausfallen bleibt die Kappe weitgehend neutral über dem Piloten und verlangt selten einmal grobmotorisches Eingreifen.

Beschleuniger: Der Beschleuniger ist ein weiteres Glanzstück des Flügels, zumindest in puncto Effektivität. Bei Halbgas legt der Nevada 2 schon +7 km/h zu, voll beschleunigt sind es dann +14 km/h. Ein Top-Speed deutlich über 50 km/h ist damit realistisch. Leicht beschleunigt liegt der Schirm sogar etwas stabiler und satter in der Luft als im Trimm, was dazu beiträgt, dass man gerne ins Pedal tritt.
Doppelt Gibus-Bögen über der C-Aufhängung
stabilisieren das Profil und ermöglichen auch
eine effektive C-Steuerung.
Hätte Gradient dem Nevada 2 dann noch große, kugelgelagerte Beschleunigerrollen spendiert, wäre dieser Part komplett gelungen. Dass es doch nur die kleineren, härter zu tretenden geworden sind, ist angesichts des sonstigen technischen Aufwands des Flügels fast etwas schade.
Am C-Gurt des Tragegurtes besitzt der Schirm Griffschlaufen zur C-Steuerung. Sie haben die richtige Größe und Position, um nicht nur kosmetischer Natur zu sein, sondern auch einen guten und direkten Kontakt zum Flügel zu bieten. Dank der großen Gibus-Archs im Flügelinneren über der C-Aufhängung wird das Profil durch den Zug auf C optisch erkennbar nicht einfach punktuell "geknickt", sondern über eine größere Fläche gleichmäßig deformiert. Das erlaubt eine sehr effiziente C-Steuerung ohne größere Leistungseinbußen oder Sicherheitsnachteile.

Ohren anlegen: Da der Nevada 2 nur zwei Stammleinen pro Seite besitzt, fallen die Ohren von Anfang an groß und sehr wirksam aus. Sie legen sich sauber an und schlagen nicht. So sind hohe Sinkwerte von deutlich über 4 m/s erreichbar.
Die Ohren öffnen allerdings deutlich verzögert. Vor allem der Außenflügel verlangt Zeit und mehrmaliges Pumpen, bis alle Zellen wieder gefüllt sind.
Achtung: In der Kombination dieser Eigenschaften (große Ohren, hohe Sinkgeschwindigkeit und verzögerte Öffnung) wird es anspruchsvoll, bei Toplandungen mit dem Nevada 2 das Ohrenanlegen zum kontrollierten Höhenabbau einzusetzen.

Steilspirale: Der Nevada 2 lässt sich sehr schnell und beherzt in die Spirale ziehen, aber auch sehr gut darin kontrollieren. Der Flügel braucht etwas Zeit, um sich wieder aufzurichten. Wer noch wenig Spiralerfahrung besitzt, sollte sich vorsichtig an dieses Manöver mit dem Schirm herantasten.

Frontklapper: nicht gezogen.

Seitenklapper: bei Klappern bis zu rund 60% reagiert der Nevada 2 gut überschaubar. Gelegentlich können auch hier die Ohren bzw. Außenflügel etwas Zeit brauchen, sich wieder voll zu füllen. Dann dreht der Schirm etwas weiter ab. Nachhilfe durch den Piloten ist angesagt. Größere oder auch beschleunigte Klapper habe ich nicht gezogen.

Nicken: Der Nevada 2 ist im Nicken deutlich gedämpft. Über die Bremsen lässt er sich nur mit Nachdruck stärker aufschaukeln, nimmt die Dynamik schnell wieder heraus. In der Thermik erweist sich das als angenehm.

Rollen: Der Flügel ist in den Kurven rollfreudig, allerdings wird dieser Charakter allein über Gewichtsverlagerung nicht direkt erkennbar. Da bleibt der Schirm angenehm spurtreu. Mit etwas Bremseinsatz wird die Kappe schnell dynamisch und verspielt.

Packen: Der Nevada 2 light lässt sich dank seines leichten Tuches, dünnen Leinen etc. sehr flach packen. Allerdings sorgt der ausgiebige Einsatz von recht starren "Stäbchen" bis über die C-Ebene dafür, dass das Packmaß in der Länge nicht dem eines typischen "Bergschirmes" entspricht. In klassische Wendegurtzeuge passt der stäbchenschonend gepackte Schirm zwar noch gut hinein, doch wer den Schirm für Hike&Fly in einem kleineren Rucksack transportieren will, wird schnell ein Platzproblem bekommen.

Qualität: Hier liefert Gradient ein gutes Bild. Der Schirm und die Tragegurte sind in allen Details sehr sauber vernäht. Dank des 36-Gramm Tuches von Porcher mit doppelter Everlast-Beschichtung im Vorderflügel sollte der Schirm auch in der Light-Version mit dem ansonsten verbauten 27er-Tuch robust genug sein für den üblichen Fliegeralltag. Gut gefällt mir, dass auch die Leichtversion am Tragegurt noch echte Schraubglieder besitzt - was mögliches Nachtrimmen erleichtert.

Fazit: Gradient bietet mit dem Nevada 2 light einen sehr aufwändig konstruierten Leichtschirm im High-B-Sektor. Vom Charakter her ist es kein Schirm für jedermann, schon gar nicht zum Einstieg in die B-Klasse. Man muss diese sportlich-verspielte, rückmeldefreudige Abstimmung schon mögen. Im Gegenzug bietet der Nevada 2 ein besonders feines Handling und sensibles Gespür für die Thermik - mit Suchtfaktor.
Allerdings bin ich beim Testen das Gefühl nicht losgeworden, dass der von Gradient verfolgte Leinenminimalismus dem Nevada 2 zwar sicher ein Quäntchen Gleitleistung bringt. Doch in bewegter Luft bezahlt man das mit erhöhter Unruhe und vielleicht sogar Leistungsverlust durch die öfter tänzelnden Außenflügel. (Diesen Schirm würde ich gerne einmal mit einem klassischen Drei-Stammleinen-Layout fliegen!)
Wer sich von der Leichtversion des Nevada 2 einen leistungsstarken Bergschirm für Hike&Fly verspricht, muss in zwei Punkten Abstriche machen: Die vielen Stäbchen erlauben nur ein vergleichsweise langes Packmaß, und die verlängerte Füllphase bei Null- oder Rückenwind macht kurze Bergstarts anspruchsvoll. Einmal in der Luft, verspricht der Nevada 2 aber viel Flugspaß - mit ausreichend Leistung auch für weite Streckenflüge. Die Leichtversion ist dabei robust genug gebaut, um nicht nur als Zweitschirm zu dienen.


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6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für dein Bericht!
Wie verhält sich die Flugruhe bzw. der Schirm als ganzes zu dem Ikuma, wenn du es noch in Erinnerung hast?
Habe mein Nevada wieder verkauft, war mir in stark thermischen Bedienungen zu lebendig für mein Geschmack..
LG Stani

Lucian Haas hat gesagt…

Hi Stani, mein Test zum Ikuma ist hier:
http://lu-glidz.blogspot.de/2016/07/schirmtest-niviuk-ikuma.html

Der Ikuma hat auch ein sehr feines Thermikhandling, strahlt dabei allerdings eine hohe Flugruhe aus. Ist schon ein anderer Charakter als der Nevada 2.

Wäre da nicht die Sache mit den schlagenden Ohren, wäre der Ikuma unter meinen Favoriten in der B-Klasse.

Manne hat gesagt…

@Lucian: Wie viel (in Stunden) und wie ambitioniert fliegst du eigentlich? PWC-Niveau, Streckencrack, Wochenendpilot, Hausbergflieger, groundsuck crew, ..., irgendwo dazwischen?

Einfach, damit man deine Tests ein wenig verorten kann. Absolute Objektivität schafft man ja eh nicht, und es macht einen Unterschied, ob Chrigel einen Schirm für schwierig zu starten hält, oder du und ich.

Lucian Haas hat gesagt…

@Manne: Flugstunden allein sagen meiner Meinung nach nicht viel aus, ob und wie realistisch jemand Schirme einschätzen kann. Da kommen sehr viele weitere Faktoren zusammen. Aber wenn es Dir weiterhilft: Du kannst mich irgendwo zwischen Wochenendpilot und Streckencrack einordnen, rund 100 Stunden pro Jahr, dazu viel Groundhandling (auch bei Starkwind). Eine Besonderheit ist vielleicht, dass ich jedes Jahr viele unterschiedliche Schirme fliege und systematisch vergleiche.

Meine Tests schreibe ich aus der Sicht eines und für einen klassischen EN-B-Piloten. Ich verspreche allerdings keine Objektivität. Testen ist immer subjektiv.

Ich versuche, ehrlich und genau die von mir beobachteten Eigenheiten von Schirmen zu beschreiben, und zwar auch im Vergleich mit der Erfahrung aus vielen früheren Schirmtests. Wenn ich also bei einem Schirm beobachte, dass er etwas beschwerlich füllt und am Start deshalb eine längere Laufstrecke als andere benötigt, dann schreibe ich das so rein.

Piloten, die das und andere Einschätzungen lesen, haben damit Anhaltspunkte, auf was sie vielleicht selbst bei ihren eigenen Testflügen besonders achten sollten, ob sie damit zurecht kommen. Denn am Ende kann kein Test das eigene Gefühl mit einem Schirm ersetzen.

Ich empfehle, immer auch andere meiner Schirmtests zum Vergleich zu lesen. Da sie stets der gleichen Systematik folgen, lassen sich so manche Besonderheiten, Stärken und Schwächen einzelner Schirme besser einordnen.

Desweiteren sollte man auch - wenn verfügbar - weitere Tests lesen (Ziad, Thermik etc.). Wenn bestimmte Eigenschaften wiederholt in den Beschreibungen auftauchen, und sei es nur zwischen den Zeilen, dann ergibt sich langsam aus der "Weisheit der Vielen" ein objektiveres Bild.

Anonym hat gesagt…

Im Nachbarforum wird von einigen Besonderheiten bei Klappern berichtete
http://www.paraglidingforum.com/viewtopic.php?t=74704&postdays=0&postorder=asc&start=100
viele grüße bernd

Lucian Haas hat gesagt…

Im Paraglidingforum schreibt ein Pilot, er hätte bei sehr großen gezogenen Frontklapper (größer als die üblichen EN-Normklapper) erlebt, dass die Klapper nicht von sich aus wieder aufgegangen sind. Die Front blieb eingeklappt und musste vom Piloten mit einem Impuls aufgebremst werden. Ein solches Verhalten zeigt allerdings nicht nur der Nevada 2, sondern lässt sich auch bei anderen "Stäbchenschirmen" beobachten. Die verstabelte Eintrittkante legt sich dabei so ans Untersegel, dass sich eine neue stabile Umströmungsform ergibt. Die Zellöffnungen bleiben dabei geschlossen und können keine Luft fassen. Erst wenn der Pilot mit einem tiefen Bremsimpuls die Front gewissermaßen aufbremst, ploppt alles wieder in korrekte Form. Bei Stäbchenschirmen sollte der Pilot immer bereit sein, bei großen Frontklappern mit einem Impuls auf der Bremse die Öffnung zu unterstützen. Wichtig dabei: Die Bremse sofort wieder voll lösen, damit der Flügel auch anfahren kann und nicht im Sackflug verharrt.