Der GAN - eine wichtige Übung

Der GAN, das ist der Griff an den Notschirm. Er sollte am besten bei jedem Flug mindestens einmal geübt werde, um die Bewegung zu einem Automatismus werden zu lassen.

Griffübung beim Liegegurtzeug: Vom Karabiner aus die Hand
in Falllinie nach unten zum Notschirmgriff führen.
// Quelle: Paraworld.ch, bearbeitet
In der Schweizer Flugausbildung gehört der GAN zum Standardprogramm. Den Flugschülern wird beigebracht, nach jedem Start einmal die Hand an den Rettungsgriff am Gurtzeug zu führen. Es geht darum, diese Bewegung im motorischen Gedächtnis zu verankern.

Wenn man das immer wieder macht, wird man auch im Notfall sofort ohne langes Suchen den Notschirmgriff finden, um die Rettung so schnell wie möglich ziehen und werfen zu können.

Ist die Schulung abgeschlossen, wird dieses regelmäßige Training freilich schnell gerne vergessen. Dabei ist es eine Übung, die allen Piloten auch mit jahrelanger Flugerfahrung zu empfehlen ist.

Die Flugschule Paraworld.ch mit Standorten in Luzern und Zürich hat auf ihrer Homepage einen gut gemachten Artikel mitsamt Anleitung und animierten Bildern veröffentlicht, wie man beim GAN am besten vorgeht.

Griff ans Knie und dann das Sitzbrett entlang: So findet man bei
Sitzgurtzeugen zielsicher den Notschirmgriff.
// Quelle: Paraworld.ch
Bei Sitzgurtzeugen beispielsweise empfiehlt es sich, die Hand ans Knie und dann das Sitzbrett entlang zu führen. So wird man sogar blind quasi automatisch beim Notschirmgriff landen.

Bei Liegegurtzeugen  hat es sich bewährt, von den Karabinern aus die Hand in Falllinie nach unten zu führen. Bei den meisten Gurtzeugmodellen ist der Notschirmgriff genau dort positioniert.

Natürlich gibt es auch Gurtzeuge, die ein wenig von diesen Idealen abweichen. Hier lohnt es sich, sein Gurtzeug im Simulator aufzuhängen und einmal die zielführendste Bewegung entlang von Sitzbrett oder Gurten herauszufinden, um diese dann später bei jedem Flug zu trainieren.

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2 Kommentare:

Mike hat gesagt…

Aus persönlicher Erfahrung 2 Ergänzungen:
1. Hinschauen, dann Hingreifen. In den allermeisten Situationen ist man dazu in der Lage und trifft so auch unter G-Belastung den Rettergriff.
2. Unter G-Belastung üben: Wenn man schräg ins Gurtzeug gepresst wird, ist der Rettergriff im schlimmsten Fall gar nicht erreichbar. Am besten zu testen mittels G-Force Trainer.

Liebe Grüße, Mike,

Werner S. hat gesagt…

Bei Sitzgurten würde ich den Weg zum Knie sparen: Kostet Zeit und das Nach-Vorne-Lehnen ist bei hohen G-Kräften beispielsweise bei Spiralstürzen sehr schwer bis unmöglich! Besser gleich mit den Fingern den Gurten vom Karabinern zur vorderen Sitzbrettkante folgen. Der Rettungsgriff ist, wie im Beispielbild deutlich, direkt daneben.