Erster RAST-Schirm im Safety-Class-Test

Nach längerer Pause hat der DHV wieder einen Safety-Class-Test veröffentlicht. Neben dem Swing Arcus RS wurden der BGD Epic und der Icaro Gravis geprüft. 

Ein Testpilot nimmt den Swing Arcus RS hart ran. // Quelle: DHV
Manche Piloten hatten sich schon gefragt, wo denn weitere Safety-Class-Tests des DHV bleiben. Nach hoher Schlagzahl in den vergangenen Jahren hatte der Verband 2017 noch keine weiteren Testergebnisse veröffentlicht. Jetzt sind drei aktuelle EN-B-Modelle vom Sicherheitsreferat bis an die Grenzen der EN-Normklapper rangenommen worden:



Für Überraschung und Diskussionen dürfte die Safety-Class-Note 4 des Arcus RS sorgen. Swing stellt für diesen Schirm eine hohe passive Sicherheit dank des RAST-Systems als besonderes Merkmal heraus. Die mit Ventilen bestückte "Schottwand" im Schirm soll große Klapper im Flug verhindern oder deutlich abmildern. Allerdings wurden für den Safety-Class-Test die Klapper gezielt auch so gezogen, dass sie über die RAST-Bruchlinie hinausgehen. Dann reagierte der Schirm nicht immer so, wie man es von einem Low-B erwarten würde.

Es stellt sich die Frage, ob und wie oft der Arcus RS in freier Wildbahn tatsächlich über die eingebaute RAST-Grenze hinweg klappen könnte (zumal ein Pilot durch aktives Fliegen die versteifende Wirkung des RAST noch deutlich verstärken kann).

Der DHV scheint selbst mit der Einordnung dieses Ergebnisses etwas unsicher zu sein. So heißt es in den "Bemerkungen" zum Test: "Der Schirm zeigte eine große Bandbreite an Reaktionen auf seitliche Einklapper von super-gutmütig bis anspruchsvoll. Das RAST-System ist in der Simulation spürbar, lässt sich aber dennoch umgehen. Die Wirkungsweise ist in Simulationen schwer zu beurteilen. Hier wird nur der zukünftige Realeinsatz die tatsächlichen Vor- und Nachteile zeigen."

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1 Kommentare:

Thomas Rosenstein hat gesagt…

Puh, das ist mal ein krasser SC - Bericht.
In fast allen Bereichen, die dem geneigten Kaufinteressenten bisher zu überzeugen suchten, gibt es eine derbe Klatsche. Das Steuerverhalten z.B. wie folgt bewertet:
„ Bei passiven Körperverhalten setzt der Schirm den Steuerleinenzug verzögert um. Dies betrifft vor allem die Kurveneinleitung.“
In der zu erwartenden Paradedisziplin der Klapper wird geurteilt:
„Erzeugte der Schirm keine „Bruchlinie“ im Bereich des RAST klappte der Schirm sehr flächentief mit Verhängertendenz im Außenflügel der Klapperseite“ „Beschleunigt klappte der Schirm meist sehr flächentief. Dabei drehte er zügig weg und nickte ansatzlos auf 60° nach vorne. Dies führte zu einem Einrollen des Außenflügels was häufig zu Richtungsänderungen < 90° führte“
Die Steilspirale dann mit dem Hinweis:
„Steilspirale Gut durchführbar und hohe Fliehkräfte“
aber laut eigener Einstufung gibt es bei den G-Kräften eine solide 2
„mäßige G-Last 3,5- 4 G“

führt dann im Weiteren mit dem Kommentar:
„Wird die Spirale nicht streng nach Norm oder mit einem etwas steiferen Gurtzeug geflogen dreht der Schirm stabil weiter.

zu einem absoluten NoGo. Welcher low-B- Schirm Pilot mit dem Wunsch nach ENA – Sicherheit und mid ENB Performance möchte einen Schirm fliegen der eine Tendenz zur stabilen Spirale aufweist?
Schließlich wird mit dem Hinweis: „Hier wird nur der zukünftige Realeinsatz die tatsächlichen Vor- und Nachteile zeigen.“ die Verunsicherung vervollkommnet. Da warte ich doch besser erst mal in Ruhe ab, was Basil noch dazu sagt oder der Vereinskollege und überhaupt die Unfallstatistik in 15 Monaten. In wie weit die Grenzen der Norm, durch die Tester provoziert – einen realbetrieb abbilden können, bleibt tatsächlich abzuwarten.
Ich persönlich bin verunsichert! Allerdings nicht wegen des Schirms, den ausgiebig zu testen ich mich bereits tierisch freue – sondern verunsichert über den Safety Class Test des DHV. Dieser wird vermutlich in meiner Meinungsbildung eine zukünftig eher weniger maßgeblich tragende Rolle spielen als bisher.