Leistungsdrang (18): Hinter-C-Band

Wenn man einen Gleitschirm leicht anbremst, entsteht im Hinterflügel eine charakteristische Falte. Um diese zu vermeiden, verbaut BGD ein Spannband am hinteren Obersegel.

Das Hinter-C-Band am Obersegel soll die charakteristische Bremsfalte
im Hinterflügel ausbügeln. // Quelle: Bruce Goldsmith
Die "Bremsfalte" im hinteren Bereich des Schirmprofils entsteht, wenn der Pilot seinen Flügel nur leicht anbremst. Dadurch ergibt sich eine Wölbung, die hinten Auftrieb erzeugt. Die Hinterkante wird durch aerodynamische Kräfte nach oben gezogen, sodass das Profil davor einen Knick längs der Spannweite entwickelt. Dieser Knick stört die Strömung und kostet Leistung, weshalb Konstrukteure ihren Schirmen diese Falte mit verschiedenen Maßnahmen auszutreiben versuchen.

Die klassische Lösung dafür sind sogenannte C-Wires. Das sind Nylondrähte, die im Hinterflügel oben an die Profile genäht werden und die stauchenden Kräfte aufnehmen. Die C-Wires  bringen allerdings zusätzliches Gewicht mit sich und beschränken, je nach Steifigkeit, die Packmöglichkeiten.

Bruce Goldsmith hat für seinen neuesten Schirmkonstruktionen Lynx (EN-C) und Punk (EN-B) eine andere Lösung für das Knickproblem gefunden: das "Post-C-Band". Es handelt sich um ein stabiles Stoffband quer über den gesamten Hinterflügel, noch hinter der C-Leinenebene gelegen. Ähnliche Bänder sind auch schon bei anderen Schirmen zu finden, um unter anderem eine Art Knicklinie für die Bremsklappe zu definieren. Für diesen Fall ist das Band über dem Untersegel vernäht.

Bei der neuen Variante von BGD ist das Hinter-C-Band allerdings am Obersegel platziert, und zwar so, dass das Band mit den Diagonalrippen über den C-Leinen in Verbindung steht (siehe Grafik). Auf diese Weise kann es die Zugkräfte der hintere C-Diagonalen quer über den Flügel weiter verteilen. Durch eine geschickte Platzierung des Bandes samt Diagonalen soll die typische "Bremsfalte" verhindert bzw. gewissermaßen ausgebügelt werden, und zwar in einer effizienten, leichten und packfreundlichen Weise.


Tipp: Erfahre in weiteren Folgen der Serie Leistungsdrang noch mehr darüber, mit welchen Ideen die Konstrukteure versuchen, die Leistung von Gleitschirmen weiter zu verbessern.
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5 Kommentare:

Armin Harich hat gesagt…

Neu ist das aber nicht. Das war bei unseren Flysurfer Kites schon öfters mal drin. Ozone hat das denke ich auch schon bei ihren Hochleistern Gleitschirmen immer mal wider drin.

Es gibt wie immer 1000 Varianten.

Lucian Haas hat gesagt…

@Armin: "... ähnliche Bänder sind auch schon bei anderen Schirmen zu finden", heißt es ja auch im Text. Allerdings sind die i.d.R. an der Unterseite der Flügel platziert, nicht an der Oberseite.
Ganz allgemein: Die Serie Leistungsdrang zielt darauf, immer mal wieder interessante Konstruktionsdetails vorzustellen. Nicht alles davon ist immer völlig neu. Im Gleitschirmbau ist sowieso vieles immer nur eine Abwandlung von etwas, was teilweise schon vor 20 Jahren ausprobiert worden ist. Das Rad bzw. den Flügel erfindet hier keiner mehr neu.

Armin Harich hat gesagt…

Ja. Aber das D Band als Topband gab es nicht nur bei uns schon früher. Das hatten auch andere vor uns schon vor vielen Jahren.

Günther hat gesagt…

Ja Herr Harich, ist aber nicht so spannend, weil es die Grundinformation - Alternative zu C-Wires - nicht wirklich ändert. Aber gut, dass Du es noch mal erwähnt hast, dass andere Hersteller auch schon mal innovativ waren...

Michael Nesler hat gesagt…

Ozone Zeno, Swing Nexus und einige andere verwenden schon lange Spannbänder im Obersegel, vor allem aber nicht nur in der Nähe der C-Ebene.