Wohin mit Windy?

Wer dem schlechten Wetter entfliehen will, braucht eine Idee, wo es denn besser sein könnte. Mit zwei Klicks bekommt man auf Windy.com einen schnellen Überblick.

Darstellung des akkumulierten Windes der nächsten zehn Tage.
Grün zeigt windschwache Zonen. // Quelle: windy.com
Die Meteoseite Windy.com hat eine neue Variable zu Darstellung in ihrer Auswahl: "Wind accumulation" zeigt für die nächsten 10 Tage im voraus jeweils die maximalen Wind- bzw. Böenwerte (ECMWF und GFS-Modell). Dieser Wert ist fix, ändert sich also nicht, wenn man die Datumsauswahl am unteren Bildrand verschiebt.

Gedacht ist diese Funktion eigentlich dafür, die Zugbahnen von Stürmen anhand ihrer Böenspuren leicht nachvollziehen bzw. vorhersehen zu können. Doch sie kann auch einen weiteren Zweck erfüllen.

Wenn man zum Beispiel an einen Gleitschirmurlaub denkt und das Ziel flexibel an das Wetter anpassen will, so lohnt sich auch ein Blick auf diese Darstellung. Denn man erkennt sofort, in welchen Regionen mit viel Wind (typischerweise ein Zeichen für schlechteres und wechselhaftes Wetter) und wo mit schwachen Winden zu rechnen ist.

Darstellung der akkumulierten Regenmenge der nächsten zehn Tage.
Farblose (graue) Bereiche bleiben trocken. // Quelle: Windy.com
Kombiniert man das noch mit der Darstellung einer anderen akkumulierten Variable, der Regenmenge, und wählt hier ebenfalls 10 Tage für die Regensumme, kristallisieren sich schnell jene Regionen heraus, in die sich eine Reise lohnen könnte.

Wenig Wind und kein Regen ist zwar kein Garant dafür, dass dann dort auch gut geflogen werden kann. Aber diese Kombination steigert die potenzielle Flugausbeute enorm.

Wenn man nach diesem Schema aktuell schauen würde (s. Grafiken), dann wäre die Zielwahl für die nächsten zehn Tage recht eindeutig: Südfrankreich im Bereich der nördlichen Pyrenäen sowie das spanische Kernland und Südspanien böten sich an.

Natürlich bedeutet diese Darstellung nicht, dass es tatsächlich auch so kommen wird. Mittelfristprognosen kann man selten über 5 Tage hinaus vertrauen. Allerdings ist die Fehlerrate bezogen auf Abweichungen in der Großwetterlage nicht ganz so hoch. Wenn man dann noch die Ergebnisse von ECMWF und GFS vergleicht und diese zu ähnlichen Darstellungen kommen – zumindest was die Ecken mit dem "besseren" Wetter betrifft – dann ist das schon ein recht solides Fundament, auf das man bauen kann.

Eine Schlussbemerkung: Diese Methode liefert nur eine sehr grobe Abschätzung, dafür aber einen schnellen Überblick, in welchen Regionen man vielleicht etwas genauer schauen sollte.