Top im Detail (4): Rucksack-Kompression

Kompressionsriemen an Rucksäcken helfen, den Tragekomfort zu erhöhen. Beim neuen Rucksackmodell von Ozone sitzt einer im sonst sträflich vernachlässigten Deckelbereich.

Cleveres Detail: Der obere Kompressionsriemen am
Rucksack von Ozone reicht von den Schultern schräg
nach oben und zieht so den Deckelbereich dichter
an den Körperschwerpunkt.
// Quelle: Ozone
Rucksäcke für Gleitschirme haben über die Jahre hinweg durchaus eine positive Entwicklung erfahren. Waren es früher in der Regel unförmige, voluminöse Säcke, die kaum in eine ergonomisch zufriedenstellend tragfähige Form gebracht werden konnten, so geben sich die meisten Gleitschirmhersteller mittlerweile deutlich mehr Mühe, auch in diesem Sektor zu punkten. In einem Bereich schneiden viele Modelle allerdings immer nur unzureichend ab: Die Möglichkeiten der Kompression sind suboptimal gestaltet, da sie nicht das gesamte Volumen des Sackes erfassen.

In der Regel sitzen an so einem Sack zwei bis drei Kompressionsriemen an der Seite. Diese sind dann allerdings typischerweise parallel zum Boden ausgeführt, und ihr Einflussbereich endet etwa auf Schulterhöhe. Gut tragbare Säcke sind allerdings etwas schmaler und höher geschnitten, sie reichen über die Schultern hinaus. Das ist sinnvoll, weil es auf diese Weise leichter fällt, den Schwerpunkt des Gepäcks über den Schwerpunkt der Körperachse zu bringen. Man muss sich nicht so weit vornüber beugen, um nicht ständig das Gefühl zu haben, vom Gewicht nach hinten gezogen zu werden. Leider wird der Stauraum oberhalb der Schultern aber kaum einmal von Kompressionsriemen erfasst. Hier beulen viele Säcke aus, der Inhalt sitzt dort locker, was bei einer längeren Wanderung mit der Ausrüstung auf dem Rücken letztendlich mehr Qualen bedeutet.

Nun zeigt Ozone an seinen neuem Rucksackmodell, das in Kürze auf den Markt kommt, wie man das auch besser lösen kann. Der oberste Kompressionriemen reicht von der Schulterhöhe aus schräg nach oben. Damit lässt sich der gesamte obere Bereich näher an den Träger heranziehen. So etwas verdient einen Platz in der Lu-Glidz-Serie "Top im Detail". Vielleicht nehmen sich ja andere Hersteller ein Beispiel daran!

Der Ozone-Rucksack weist übrigens noch weitere gute Lösungen auf. Unter anderem sind nicht nur am oberen Ende des Rückens, sondern auch an den Seiten stabile Griffschlaufen angebracht (oben im Bild mit dem Schriftzug "Ozone" bestickt). Damit lässt sich der Sack mit Händen besser greifen und umladen, ohne dafür die schlabbernden Schultertragegurte missbrauchen zu müssen.


In der losen Serie "Top im Detail" stellt Lu-Glidz kleine Besonderheiten an Produkten rund ums Gleitschirmfliegen vor, die besonders clever gelöst sind und einem das Leben rund ums Fliegen erleichtern.


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3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schön wäre auch wenn die Hersteller am Gewicht (Reduzierung) arbeiten würden.
Ein alter Packsack (Gradient, ca. 150 Liter)) war bei gleichem Volumen ca. 300 gramm LEICHTER als ein brandneuer Packsack (wie auch die meisten anderen). Der neue Schirm wurde mit (semi)leichter Bauweise promotet... in Summe (Schirm und Packsack) ergab sich aber das gleiche Gewicht wie bei der 6..8 Jahre alten Kombi von Schirm und Packsack.
Für die Flugeigenschafte mag das geringere Kappengewicht von Vorteil sein aber beim tragen eben nicht.
PS: Der alte, leichte Packsack hat viele Jahre gut gehalten und wurde währenddessen deutlich strapaziert. Zum Glück konnte dieser nochmals nachgekauft werden ;-)

Wolfgang hat gesagt…

Im Flachland sicher eine gute Idee, im Gebirge wird das Hinaufsehen beim steilen Wandern/Kraxeln schnell unmöglich, wenn der Rucksack den Platz hinter dem Kopf wegnimmt. Nachdem vernünftigerweise meist nur leichte Sachen oben gepackt werden (Jacken, Hosen, Shirts, Handschuhe, Jausensackerl) ist es schon gut, das Volumen "unter Kontrolle zu halten" (damit das nicht zu wabbelig rumhängt), aber nicht notwendigerweise nach vorne zu verspannen.

Anonym hat gesagt…

Super weiterentwicklung,leider zu schwer konstruiert!