Cutter statt Klinke

Beim Windenschlepp ist es sinnvoll, ein Kappmesser dabei zu haben. Denn es kann vorkommen, dass sich das Schleppseil mit der Klinke verhakt, wie ein Video aus Texas zeigt.

Das Kappmesser befreit das verhakte Schleppseil.
// Quelle: Youtube, Screenshot
Das Video zeigt einen Windenschlepp an einer Abrollwinde. Als der Pilot schon in großer Höhe die Gurtbandklinke öffnet, bleibt das Seil an einer Seite hängen.

Der Pilot reagiert erstaunlich ruhig und geistesgegenwärtig. Er angelt sich das Seil mit einem Fuß, zieht von irgendwo ein Kappenmesser heraus, um sich dann mit einem schnellen Schnitt von der Zugleine zu befreien.

Hätte er das nicht gemacht, hätte vermutlich der Fahrer der Abrollwinde auf seiner Seite kappen müssen. Mit einem so langen Seil im Schlepptau zu fliegen, ist für den Piloten aber kein Spaß. Es könnte ja immer mal irgendwo hängen bleiben. Von daher sollte man solche Beispiele getrost als Anregung nehmen, sein Gurtzeug bzw. Schleppausrüstung um ein Kappmesser zu ergänzen.

Das Video ist auf Youtube zu sehen. (In der hier eingebundenen Version startet der Film erst kurz vor der entscheidenden Szene. Wer den ganzen Schlepp davor anschauen will, muss halt den Wiedergabe-Schieberegler entsprechend nach vorne ziehen.)



7 Kommentare:

Ralf Langer hat gesagt…

Das spezielle Gurt- bzw. Leinennesser habe ich am Brustgurt befestigt und ist mit einer Hand bedienbar. Für Strandlandungen gehört es zur Standardausrüstung. Und bei einer Baumlandung oder eben auch in anderen Situationen könnte es ebenfalls hilfreich werden. https://www.ebay.de/itm/Mystic-Leinen-Cutter-Messer-Safety-Knife-2019-/401623346758

Anonym hat gesagt…

Auch hier gut zu sehen, dass während der ganzen Dauer eines "besonderen Vorkommnisses" die Kontrolle der Flugrichtung beibehalten werden sollte, und oft erste Priorität noch vor dem schnellen Lösen der Ursache haben sollte. Hier war natürlich sehr viel Höhe, ich habe gerade beim Schlepp aber schon mehrfach mitbekommen, wie kleinere Verhänger oder eine verheddert Bremse schon in geringer Höhe gelöst bzw. befreit werden sollten. Das hat dann erst zu wirklich gefährlichen Situationen geführt. Das waren zum Teil sehr erfahrene Pilot*n. Man muss sich das Prinzip immer wieder bewusst machen...
Grüße Peter

Lucian Haas hat gesagt…

Danke Peter für den wichtigen Hinweis. Im Video ist gut zu sehen, dass der Pilot stark von der Schlepprichtung abdriftet; u.a. weil er beim hantieren mit der verhakten Schleppklinke die Bremsen in der Hand hält und entsprechend unkoordiniert steuert.

Christian Mötzing hat gesagt…

Ich bin noch nie Winde geflogen: Warum ist auf der Leine augenscheinlich kein Zug? Die Leine lässt sich doch viel zu leicht mit dem Fuß einholen. Hat der Windenführer die Leine vielleicht schon gekappt und der Pilot will das Ding nur zusätzlich los werden?

Lucian Haas hat gesagt…

@Christian: Sobald der Windenfahrer / das Schleppfahrzeug den Zug rausnehmen, fliegt der Pilot ja weiter auf die Winde zu. Das Seil hängt dann automatisch durch und ist tatsächlich nicht so schwer. Man kann es zu sich herziehen.

Anders sieht es aus, wenn man bei starkem Wind schleppt. Dann kann das Seil zum einen durch die vielleicht schon rückwärts fliegenden Pilot, aber auch durch den Winddruck auf Spannung gehalten werden. Dann wird ein solches Manöver viel schwieriger. Dann bliebe nur noch als Option, das Gurtband der Klinke zu "cutten".

ekke hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
ekke hat gesagt…

Für viel bedenklicher halte ich, dass seine Hände die ganze Zeit in den Bremsschlaufen sind, während er z.T. unter Brustgurt-Höhe herum hantiert.