Das gedruckte Ende der Flash-News

Flash-News ist eins der ältesten und eigentümlichsten Magazine der Flieger-Szene. Nach 40 Jahren und 166 Ausgaben wird es künftig nur noch "digital" erscheinen.

Der letzte gedruckte Titel der Flash-News (Ausschnitt).
// Quelle: flash-news.at
"Alles hat seine Zeit", heißt es auf dem Titelblatt der neuesten Ausgabe der Flash-News. Und im Inneren erfahren die Leser dann, dass zumindest die Zeit der gedruckten Fassung des Szene-Blattes zu Ende geht. Ab der kommenden Ausgabe soll es die vierteljährlich erscheinenden Flash-News nur noch im Netz zu lesen geben bzw. das Heft als PDF downloadbar sein.

Wer hier jetzt denkt: "Flash-News? Nie gehört!", dem sei ein wenig Aufklärung geboten: Die Flash-News sind ein Fliegermagazin mit ganz besonderem inhaltlichem Zuschnitt. "Aufdeckend - Aufwühlend - Aufregend" steht schon auf dem Titel. Redaktionell betreut und herausgegeben wird es von Bruno Girstmair von der Flugschule Lienz. Und da fängt die Geschichte schon an, richtig interessant zu werden.

Denn auf den Leser können diese Hefte durchaus etwas "schizophren" wirken (und das bitte ich eindringlich als Einschätzung nur der Hefte, nicht des Urhebers zu verstehen!!). Ihr Inhalt besteht jeweils zu mehr als 50 Prozent aus einer langen Auflistung von Flugunfällen mit Gleitschirmen und Drachen aus den jeweils vergangenen Monaten. Bruno Girstmair hat es sich zur Aufgabe gemacht, vieles von dem zu dokumentieren, wo die Fliegerszene ansonsten kurz hin, aber dann allzu gerne wegschaut. Die Summe der Vorkommnisse macht aber deutlich: Fliegen ist ein ganz schön gefährliches Hobby!

Dass gerade ein Flugschul-Besitzer in diese Kerbe haut, hat freilich wieder einen ganz eigenen Charme – genauso wie die Darstellung der Vorkommnisse im Heft. In der Regel übernimmt Bruno weitgehend unredigiert die Texte der polizeilichen Unfallberichte. Das führt dazu, dass jede Ausgabe voll ist mit schönsten Stilblüten. Ein paar Beispiele aus dem neuesten Heft:

"... stürzte der Pilot aus einer Höhe con ca. 10 m zu Boden, wobei sich der Airbag am Fluggerät öffnete."
"... aufgrund der herrschenden Thermik verlor der Villacher an Höhe und musste auf einem Grünstreifen notlanden."
"... beim Landeanflug stürzte der Pilot aus geringer Höhe auf eine Wiese ab und wurde anschließend durch einen Windstoß wieder in die Höhe geschleudert, wo er auf einem Baum kopfüber hängen blieb."

Zwischen die Horror-Meldungen sind wiederum Sinnsprüche eingestreut, die den Ernst etwas auflockern und so doch auch wieder unfreiwillig komisch wirken. Beispiele:

"Du weißt ja, don't cry, fly!"
"... wie kannst Du alt werden, wenn Du schon vorher stirbst."
"Moralisten sind jene, die sich dort kratzen, wo es andere juckt."

Wer sich nun noch fragt, was denn die anderen 50 Prozent der Hefte ausmacht: Kurzberichte über diese und jene personelle oder politische Entwicklung in der Paragleiter-Szene, v.a. Österreichs; ein paar eingestreute Meldungen aus der Rubrik "Ein Kessel Buntes" sowie ein geradezu schon traditionsreiches Fortsetzungs-Bashing des (finanziellen) "Problemkinds" Lienzer Bergbahnen AG.

Neugierig geworden? Die Flash-News sind nicht nur, aber auch gerade wegen ihres schrägen inhaltlichen Zuschnitts eine Bereicherung für die Szene – und das mit Alleinstellungsmerkmal. Ich kann durchaus empfehlen, mal einen Blick hinein zu werfen. Immer zum Ende eines Quartals soll auch in Zukunft eine neue Ausgabe der Flash-News im Netz erscheinen.

Historisch starteten die Flash-News vor 40 Jahren übrigens als Club-Mitteilungen der 1. Osttiroler Drachenflieger. Im Archiv der Flash-News sind alle Ausgaben dokumentiert.

2 Kommentare:

Ralf hat gesagt…


Schade Lucian, dass du dir zuvor nicht die Mühe gemacht hast mit Bruno zu sprechen, bevor du an dieser Stelle so über Bruno schreibst....

Lucian Haas hat gesagt…

@Ralf: Ich habe nicht über Bruno geschrieben, sondern über die Flash-News. Das gilt es zu differenzieren. Nicht umsonst steht extra im Text: "Und das bitte ich eindringlich als Einschätzung nur der Hefte, nicht des Urhebers zu verstehen!!"