Fliegen in Zeiten von Corona (7)

Selbst in der Schweiz bleiben mittlerweile fast alle Piloten am Boden. Auch "Promis" wie Chrigel Maurer haben dazu aufgerufen. Webinare erleben dafür einen großen Zulauf.

Chrigel Maurer ruft zur Nicht-Fliegen als Zeichen der Solidarität
und zur Minimierung des Restrisikos für eine Spitalbelastung auf.
// Quelle: Chrigel Maurer
Die Schweiz war noch ein paar Tage das Land, in der manche Piloten sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen wollten, ihr "Social Distancing" in der Luft auszuüben. Doch auch dort setzt sich mehr und mehr die Einsicht durch, dass in aktuellen Zeiten das Pochen auf individuelle Freiheiten (so logisch man ein reduziertes Infektionsrisiko für Piloten in der Luft auch begründen könnte) als Zeichen der Unsolidarität aufgefasst werden kann. Mittlerweile haben sogar einige Gleitschirmvereine in der Schweiz ganz offiziell ihre Fluggebiete gesperrt.

Selbst ein Profi-Pilot wie Chrigel Maurer setzt seine Bekanntheit dafür ein, aktuell für das Nichtfliegen zu werben. In einem Facebook-Post, der auch vom SHV als "Message from Chrigel" auf seine Website gestellt wurde, schreibt er: "Ihr wisst, dass das Fliegen meine absolute Leidenschaft ist. Die Empfehlung des Bundesrates und des SHV sagt jedoch, zurzeit auf jegliches Zusatzrisiko zu verzichten. Ich halte mich an diese Regeln! Zieht bitte mit und lasst das fliegen, bis wir mehr Infos über das Verhalten gegenüber dem Coronavirus haben. Warum? Ich finde, es ist eine Frage des Prinzips. Wir sollten jetzt alle solidarisch sein. Ich will meinen Beitrag leisten und das Restrisiko für eine Spitalbelastung minimieren. Als Sportler werde ich mich weiter bewegen und fit halten. Aber: So risikoarm wie möglich und nicht in der Gruppe."


Wachsendes Webinar-Angebot

Derweil wachsen die Angebote von Flugschulen und anderen zu Videochats und Webinaren. Die Flugschule Achensee beispielsweise, die am heutigen Sonntagmorgen zu einem Zoom-Videomeeting zum Thema "Steilspirale" eingeladen hatte, wurde von der großen Resonanz richtiggehend überrascht. Weit über 200 Teilnehmer verfolgten das spontane Webinar, und das Feedback war durchgehend positiv. Die Aktion soll bereits am Mittwochabend um 19 Uhr ihre Fortsetzung finden. Auch sollen später Mitschnitte der Webinare ins Netz gestellt werden. Alle Infos dazu auf der Website der Flugschule.

Andere Anbieter bereiten mittlerweile Online-Theoriekurse für den A- und B-Schein vor. Der DHV hatte erst kürzlich Online-Formate für die Theoriekurse offiziell zugelassen. Auf seiner Website fasst der DHV aktuelle Angebote zusammen. Die Liste soll laufend aktualisiert werden.

2 Kommentare:

Hans Meier, Zürich hat gesagt…

Mittlerweile haben sogar einige Gleitschirmvereine in der Schweiz ganz offiziell ihre Fluggebiete gesperrt.

Wie soll denn das gehen?

Das Betreten von Wiesen und Äckern ist ausserhalb der Vegetationszeit jedem gestattet. (Ausgenommen Wild- und Naturschutzgebiete). Sogar wenn ein Verein das Land besitzen würde wäre das sehr wahrscheinlich auch Landwirtschaftsland und damit ausserhalb der Vegetationszeit frei betretbar. Fluggebiete können von Vereinen schon gar nicht gesperrt werden. Ich wäre interessiert woher du diese Information hast?

Lucian Haas hat gesagt…

@Hans, lies selbst:

https://deltaclub-interlaken.ch/2020/03/21/alle-start-und-landeplaetze-im-raum-boedeli-ab-sofort-gesperrt/