Der Corona-Sturm als Wetterkarte

Wie entwickelt sich die Zahl der Corona-Fälle weltweit? Kachelmannwetter stellt offizielle Statistiken jetzt im gleichen Format wie die Wetterkarten dar.

Eine Art Wetterkarte mit dem Stand der Covid-19-Fälle in den
verschiedenen Ländern. // Quelle: Kachelmannwetter.com
So direkt mit Gleitschirmfliegen hat dieser Posts nichts zu tun. Wer allerdings zum Flugwettercheck immer mal wieder die Seite Kachelmannwetter aufruft, kann dort jetzt ein zusätzliches Angebot finden. Im gleichen Format bzw. gleicher Aufmachung wie klassische Wetterkarten werden dort tagesaktuelle Daten zur Verbreitung des Virus SARS-CoV-2 beziehungsweise zu den erfassten Fällen weltweit angeboten.

Interessant ist dabei, dass nicht nur absolute Zahlen, sondern auch Angaben in Relation zu Bevölkerungsgröße gemacht werden – in Form von Covid-19-Fällen pro eine Million Einwohner. Das macht die Angaben zwischen den Ländern besser vergleichbar.

Allerdings sollte man hier Vorsicht walten lassen. Denn bisher gibt es international absolut keine einheitliche Statistik! Jedes Land erfasst seine Covid-19-Fälle auf andere Weise. Mancherorts wird viel, andernorts wird kaum bis gar nicht getestet. In manchen Ländern werden auch Covid-19-Verdachtsfälle in die Statistik mit aufgenommen, in anderen tauchen sie nirgendwo in den Daten auf. Eine wirkliche Vergleichbarkeit zwischen den Ländern ist damit nicht gegeben!

Interessant wird hier eine weitere Funktionalität der Seite. Man kann die Daten auch rückwirkend aufrufen, für jeden Tag ab dem 8. März. So wird man anhand der Einfärbungen auch in Zukunft gut verfolgen können, wie die Fallzahlen jeweils einzelner Länder sich entwickeln oder gar explodieren.

Als weitere Karten lassen sich die Todesfälle pro Land und auch die Sterblichkeit für Länder mit bereits mehr als 100 Fällen aufrufen.

Gerade bei der Sterblichkeitsrate zeigen sich besonders eklatante Unterschiede. Da kann man durchaus rätseln, warum sie in Italien derzeit bei 8,3, in Deutschland aber nur bei 0,3 liegt?

Zu einem relevanten Anteil dürfte das auch wieder mit der jeweils landes-eigenen Form der Statistik zusammenhängen. Spannend wird hier die Frage, ob solche starken Differenzen auch in einigen Monaten, wenn deutlich mehr Daten vorliegen werden, immer noch bestehen.

Die Covid-Grafiken sind auf Kachelmannwetter.com übrigens unter dem Auswahlpunkt "Umwelt / Gesundheit" zu finden.

3 Kommentare:

Matthias Hink hat gesagt…

Das Rätsel weshalb D so viel besser dasteht ist in den Podcasts des NDR mit Prof. Drosten erhellt. Die mittlerweile 18 Folgen sind auch als Script zum Download bereit:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Kurz und unvollständig zusammengefasst: D hatte einige Tage Vorsprung. Es wurde hier schnell mit zielführenden Massnahmen reagiert und diese diszipliniert eingehalten. Die rechtliche Lage und Zertifikation der Labore in D lässt eine effiziente Produktion von Testen zu. Die medizinische Grundversorgung ist in D sehr gut ausgebaut. Unser Gesundheitsminister hat sich schnell und unkompliziert bei Experten informiert.

Das nur aus der Erinnerung der letzten zwei Wochen in denen ich dieses Podcast vor allem aus medizinischem und psychologischem Interesse regelmässig verfolge.

Grüsse

Matthias

Anonym hat gesagt…

Es gibt allerdings auch viele Aspekte, die zur Verzerrung der Statistiken im Zeitverlauf beitragen. So wurden z.B. in D Menschen mit Symptomen / nach Rückkehr aus Italien oder Tirol lange die Tests nicht angeboten. Obwohl zu diesem Zeitpunkt nach späterer Erkenntnis damals dort schon ein hohes Risiko bestand. Aktuell oder sehr bald könnte man allen Rückkehrer*n aus Bayern und BW eine ähnliche Empfehlung geben, wenn man gleiche Maßstäbe anlegt.
Außerdem war zu Beginn noch keine große Testkapazität aufgebaut und im weiteren Verlauf wird diese schlicht durch eine zu große Menge an Infizierten nicht ausreichen.
Gerade die Sterblichkeit reagiert natürlich sehr sensibel auf die Höhe der Dunkelziffer.
Dazu kommt, wenn man schlicht die heute laborbestätigt Erkrankten ins Verhältnis zu den bereits Verstorbenen setzt, dass man noch nicht weiß wieviel davon noch versterben oder schwere Verläufe bekommen werden. Einfache "Hochrechnungen" mit dem Dreisatz bringen ohne tiefe Kenntnis all dieser Details deshalb keinen großen Erkenntnisgewinn.
Dafür, dass wir dennoch jetzt handeln müssen, reicht aber ein Blick auf die realen Erfahrungen in China, Italien, Spanien und so langsam auch hier bei uns.
Ähnlich wie bei der Klimakrise können wir damit nicht warten, bis naturgemäß erst hinterher alles wissenschaftlich 100-prozentig beweisbar und nachvollziehbar ist.
Liebe Grüße
Peter

Claudia hat gesagt…

Was auch erwaehnt werden sollte ist dass Deutschland wesentlich mehr Betten mit Beatmungsgeraeten hat, verglichen mit den meisten anderen Laendern 2-3 mal mehr.