Thermik im Dreieck gedacht

Ferdinand Vogel gibt in einem Video eine hilfreiche Anleitung zur Lokalisierung von Thermik-Abrissstellen im Gebirge: man halte nach Dreiecken Ausschau. 

Ferdinand Vogel erklärt seine Dreieckstheorie zur Thermiksuche.
// Quelle: Youtube, Ferdinand Vogel
Wenn einem Wettbewerbs- und Nationalmannschaftspiloten wie Ferdinand Vogel in Corona-Lockdown-Zeiten etwas langweilig ist, dann können andere davon durchaus profitieren. Denn Ferdinand hat damit begonnen, sein Wissen in kurzen Videos aufzuarbeiten. Von der Couch aus präsentiert er Theorien, die ihm im Flug weiterhelfen, etwa bei der Suche nach möglichen Abriss-Stellen der Thermik im gebirgigen Gelände. Er selbst nennt das die "Vogel'sche Dreieckstheorie". Und dieser Ansatz kann tatsächlich in der Praxis weiterhelfen!

Ein Gebirge lässt sich in viele
Polygone aufteilen.
Wenn man im Gebirge streckenfliegend unterwegs ist, geht es stets darum, die nächste Thermik zu finden. Wo aber sollte man am besten hinfliegen, wo könnte man am ehesten mit einem kräftigen Aufwind rechnen? Ferdinand Vogel hat dafür folgenden Tipp parat: Man schaue auf das Gelände und stelle es sich wie ein grobes 3D-Modell vor, das in einzelne größere Flächen mit jeweils einheitlicher Neigung und Ausrichtung aufgeteilt ist. Es handelt sich um sogenannte Polygone, die sehr häufig eine Dreiecksform haben werden.

An den Flächen, welche die Flanken des Gebirges bilden, sammeln sich die Hangaufwinde. Und dabei gilt (vereinfacht gesagt): je größer und höher die Fläche aufragt, desto mehr und stärker wird die Warmluft sich dort sammeln und aufsteigen. Abreißen wird die Thermik dann typischerweise an den Spitzen der erkennbaren Dreiecke in der Landschaft.

Dreiecksformationen in der Landschaft liefern Hinweise
auf mögliche Thermikabrissstellen.
In seinem Video liefert Ferdinand gleich noch eine Reihe von Beispielanalysen aus verschiedenen Fluggebieten. Anhand von Google-Earth-Bildern zeigt er, wo man dort typischerweise visuell solche Dreiecke in der Landschaft ausmachen kann, und wo dann am ehesten gute Abriss-Stellen für Thermiken zu erwarten wären.

Ein Hinweis fällt bei der Kürze des Videos unter den Tisch, sei hier aber noch ergänzt: Für die Suche nach kräftiger Thermik ist zusätzlich hilfreich, vor allem auf jene Dreiecke zu achten, die besonders gut zum jeweils aktuellen Sonnenstand hin ausgerichtet sind. Sie bieten dann die beste Heizfläche und werden am Hauptabrisspunkt am ehesten konstante Bärte und nicht nur pulsierende Blasen liefern.

Das Video zur Vogel'schen Dreieckstheorie ist auf Youtube zu sehen:




Tipp: Mittlerweile hat Ferdinand noch ein weiteres Video veröffentlicht, in dem er ebenso verständlich erklärt, wann ein Lee noch fliegbar sein kann. Seine Qualitäten als guter "Erklär-Bär" hat er auch schon in der Folge #13 Flybird des Podcasts Podz-Glidz bewiesen. Nachhören lohnt sich.

2 Kommentare:

Juan hat gesagt…

Das ist sehr interessant, vielen Dank für diese Thematik. Wir reisen im Herbst zum ersten Mal in eines der netten Grödnertal Hotels und werden uns zum ersten mal an die Klippen wagen, ich bin schon sehr gespannt.

Juan Sawatzki
aus Hövelhof in NRW

Karl hat gesagt…

Spitzenklasse, jetzt wird mir so einiges klar, am Berwang Hotel.