Podz-Glidz #33: Elektrowindenflug

Andreas Hochscherff hat eine akkubetriebene Elektrowinde zur Serienreife gebracht. Im Podcast erzählt er über die Herausforderungen eines solchen Projektes.

Sundowner-Schlepp mit der Elektrowinde Elowin. Der Windenführer
sitzt mit seinem Kontrollpult direkt an der Startstelle. Die Winde wird
per Funk kontrolliert. // Quelle: R. Kleiner
Wenn man die Energie nimmt, die im vollgeladenen Akku eines typischen Notebooks steckt: wie weit wird man damit einen Gleitschirmpiloten an einer Schleppwinde in die Höhe ziehen können? Zehn, hundert oder tausend Meter? So eine Frage ist durchaus relevant, wenn man eine elektrische Schleppwinde bauen will, die mit Batterien betrieben wird. Und einer, der das beantworten kann, ist Andreas Hochscherff aus Bonn.

Andreas kam vor Jahren auf die Idee, für seinen Gleitschirmverein DGC Siebengebirge eine elektrische Schleppwinde zu bauen. Einfach, weil er glaubte, das zu können. Und weil er überzeugt war, dass Schleppwinden mit einem elektrischen Antrieb eine viel bessere Regelung der Zugkräfte ermöglichen, die für einen möglichst sicheren Schleppvorgang nötig sind. Sogar eine Fernsteuerung wäre leicht zu realisieren. Was zu beweisen war.

Andreas Hochscherff am Fern-Bedienpult seiner
Elektrowinde Elowin. // Quelle: H. Schlegel
Es dauerte dann aber noch mehr als sieben Jahre, bis die Elektrowinde Elowin vom DHV die Zulassung erhielt. Jetzt läuft sie in Andreas‘ Verein im Regelbetrieb. Dabei soll es aber nicht bleiben. Der Gleitschirmhersteller Nova plant auf Basis der Elowin-Technik künftig Elektrowinden in Serie anzubieten, als große Doppeltrommel- oder kleinere Abrollwinden-Modelle.

Für diesen Podcast interessierte mich nicht nur, was an Technik für eine Elektrowinde nötig ist. Ich fragte Andreas auch, welche sonstigen, vielleicht unerwarteten Herausforderungen mit so einem Projekt verbunden sind. Und so erzählt er von seiner Motivation und den Tiefpunkten; der Sorge, möglicherweise Tausende Euro Privatvermögen in den Sand zu setzen; dem zehrenden Gefühl der Verantwortung; der Idee einer Volkswinde; warum E-Autos nicht einfach als E-Winden taugen und wie ihn die Materialsuche bis nach China führte.


Die Podz-Glidz Folge #33 "Elektrowindenflug" mit Andreas Hochscherff ist auf Soundcloud zu hören. Du kannst den Beitrag über das Pfeilsymbol neben dem Button "Teilen" im Player auch als mp3-Datei herunterladen. Zudem kannst Du Podz-Glidz direkt in Deinem Podcast-Player abonnieren:
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Weiterführende Links zum Thema Elektrowinde:
- Vorstellung der kommenden Elowin von Nova
- Elowin-Vortrag von Christian Wehrfritz (Nova) bei der Thermikmesse 2020 (Youtube)
- Gleitschirmstart mit der kleinen Abroll-Version der Elowin (Youtube)
- Probeschlepp mit der großen Elowin des DGC Siebengebirge (Youtube)
- Interview zur Elowin im DHV-Info 219 (pdf, auf S. 36)
- Zulassung der Elowin beim DHV
- Betriebsanweisung (pdf) der Elowin
- Email-Anfragen zur Elowin richten an: andreas [at] elowin.de  oder  elowin [at] nova.eu


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3 Kommentare:

Dominik Schmeer hat gesagt…

Danke für die interessante Podcast-Folge! (Wie immer ;-)

Eine Frage stellt sich mir:
Könnte man nicht das Problem der Stromversorgung (Batterie aktuell noch teuer und schwer, eingeschränkte Haltbarkeit) mittels Generator lösen?
So könnte man, zumindest kurz- und mittelfristig, die Vorteile des Elektromotors mit relativ kostengünstiger Stromerzeugung kombinieren.

Oder gibt es da technische Hindernisse?

Viele Grüße
Dominik

Lucian Haas hat gesagt…

@Dominic: Die Winde braucht zwischenzeitlich hohe Stromstärken, die ein kleiner Generator nicht unbedingt liefern kann. Praktikabler wäre ein kleinerer Akkupack, der dann konstant nachgeladen wird, wenn gerade kein Schlepp läuft. Für die Elowin 1.0 war aber die Idee, ganz ohne Verbrenner auskommen. Zum Seil ausziehen dient sogar ein E-Moped...

Thomas Janke hat gesagt…

Hallo!
Vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag. Toll dass du nicht aufgegeben hast. Sicherlich gibt es aber noch bis zur endgültigen Zulassung einige Nüsse zu knacken. Dafür drücke ich die Daumen. Mit fliegerischen Grüßen aus dem Norden!
Thomas