#FZC (48): DHV grenzt XC-Wertung ein

Angesichts bestehender Ein- und Ausreisebeschränkungen und Quarantäne-Regelungen zu Nachbarländern beschränkt der DHV seine XC-Wertung auf Flüge über deutschem Territorium. 

Die Streckenflugwertung des DHV-XC bleibt vorerst
auf Flüge innerhalb Deutschlands beschränkt.
// Quelle: Public Domain, DHV, Mashup
Die neuen Regeln gelten seit dem 10. April: In die Wertungen der deutschen Online-Streckenflugmeisterschaft (DHV-XC) fließen vorerst nur noch Flüge ein, die in Deutschland starten und enden sowie so gut wie komplett über deutschem Territorium verlaufen (maximal 2 km Toleranz). 

Der DHV begründet diese Entscheidung mit dem Argument der Fairness: "Die meisten Piloten können nicht so ohne weiteres unbezahlten Arbeitsausfall oder ein mögliches gesundheitliches Risiko einkalkulieren, dadurch kommt es zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Im DHV-XC sollte nicht der Pilot gewinnen, der es sich, aus welchen Gründen auch immer, leisten kann, das Problem Corona außen vor zu lassen", heißt es in einem entsprechenden Beitrag auf der Webseite des DHV.

Auslöser dieser Entscheidung war eine sich abzeichnende Entwicklung: Mit dem Frühjahr und dem Start guter Streckenflugbedingungen luden etliche Piloten im DHV-XC auch Flüge auf den Server, die z.B. von Deutschland aus weit nach Österreich hinein reichten. Nun sollte – einsam in der Luft – das Ansteckungsrisiko minimal sein, doch ein Absaufen im Ausland würfe viele rechtliche Fragen auf: Ist die Einreise genehmigt, handelt es sich um einen Transit, muss ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden, ist bei der Wiedereinreise eine Quarantäne einzuhalten etc.?

Viele Pilotinnen und Piloten würden solche unklaren Fragen sicher aus dem Weg gehen wollen und keinen Grenzübertritt in der Luft wagen. Manche allerdings schon. Und da könnte es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen, mit einem unerwünschten Nebeneffekt: Punktereich gewertete Flüge ins benachbarte Ausland könnten weitere Teilnehmer dazu animieren, das mit den Grenzregelungen in der Luft nicht so genau zu nehmen.

Um solch einem Verhalten zumindest nicht durch den Wettbewerb Vortrieb zu leisten, zieht der DHV nun also die Landesgrenze auch als Wettbewerbsgrenze ein. Flüge über ausländisches Territorium können zwar weiterhin hochgeladen werden, werden dann aber automatisch in die Kategorie "Flugbuch" verschoben und fließen in keine Wertung ein.

Der DHV verspricht für das Fliegen in Zeiten von Corona (#FZC) aber auch: "Sobald sich die Situation wieder ändert und hoffentlich bessert, werden wir die Beschränkungen genauso schnell wieder aufheben."


5 Kommentare:

Hartmut Peters hat gesagt…

Wer positiv war auch? Wer geimpft ist auch? Wer der CSU abgehört auch, lol
Schade, hatte wohl Glück gehabt und nur einen kaum zu spürenden Schnupfen eingefangen zu haben, meiner Meinung C+ da angesteckt von einem amtlich geprüften C+ Freund. Wie soll dann X-ALPS stattfinden? Mit Überholverbot und Mindestabstand? Impfzwang? Was ist nur los da draußen?

Anonym hat gesagt…

Na da zeigt der DHV ja mal wieder ganz grossen Einsatz !!!
Wenn hier schon für vermeintliche Gerechtigkeit gekämpft wird, sollte der DHV
sich mit Nachdruck gegen deutsche Vereine, wie z.B. Kandel, Fürstenberg etc. wenden, damit diese
ihre Gästeflugverbote zurücknehmen, oder mit Flugverbot ihrer Mitglieder ausserhalb ihres ganz privaten
Reichs belegt werden.

Johannes Schlemper
Konstanz

Jörg Nuber hat gesagt…

Die dezentralen XC-Wettbewerbe sind doch sowieso von vorne bis hinten ungerecht. Gewinnen tut niemals der beste Flieger, sondern immer der, der sich am flexibelsten einrichten kann. Ist doch egal, ob der Eine über die Grenze fliegt und der Andere nicht. Wer einen fairen, sportlichen Wettbewerb sucht, bei dem der beste Flieger gewinnt, der findet ihn im zentralen Wettkampf. So gesehen ist es völlig egal, was für zusätzliche Corona-Regeln oder -Wertungen da eingeführt werden. Der DHV-XC ist ein netter Breitensport-Zeitvertreib und als solcher nicht ganz so ernst zu nehmen.

Was ich viel schlimmer finde, ist dass diese "Regelung" notwendig wurde, weil die "Fliegerkameraden" wegen ein paar grenzüberschreitender Flüge sofort begonnen haben, sich gegenseitig anzuschwärzen und aufeinander rumzuhacken - trotz unklarer Rechtslage - während z. B. die Segelflieger einfach ins Ausland und zurück fliegen. Aber diese Mentalität des vorausschauenden Gehorsams und gegenseitigen Überwachens/Denunzierens scheint sich ja derzeit großer Beliebtheit zu erfreuen und ist jetzt leider wohl auch bei uns angekommen.

Jörg Nuber hat gesagt…

Ach ja, vergessen: Ich schließe mich Johannes Schlemper an, die eingeschränkten Gästeregelungen sind - wenn man schon über Gerechtigkeit spricht - weitaus relevanter. Aus meiner Sicht müssten alle Flüge, die von für Gäste gesperrten Startplätzen gestartet werden, ebenfalls nur im Flugbuch und nicht in der Wertung geführt werden.

Tommi Odenthal hat gesagt…

Meiner Meinung nach sollte der DHV XC dieses Jahr nicht gewertet werden. Im Gegensatz zu Jörg sehe ich die ungerechte Wertung noch krasser als normal. Dies habe ich auch dem DHV gemailt:

Hallo Zusammen,

Eure Erklärung zur Einschränkung der Wertung hat bei mir einige Fragezeichen hinterlassen, denn sie ist nicht zu Ende gedacht. Meiner Meinung nach wäre es konsequent, den DHV XC in der Wertung komplett auszusetzen und ihn nur als Flugbuch zu führen. Warum? Es gibt mehrere Aspekte.

Wenn PilotInnen in einer Region leben, die vor Ausgangssperren betroffen sind, gibt es fast keine Möglichkeit zur Teilnahme am DHV XC. Gerade im Norden bis zur Mitte finden -aufgrund fehlender Berg und Talwindstrukturen- oft Streckenflüge mit dem Wind statt. Wie schaut es dann in der Praxis aus? Ich versuche es an mir zu erklären, das gilt aber für viele PilotInnen und für viele andere Gegenden:

1.) Ostlage, gutes Flugwetter z.B. in Kella. Ich fahre Morgens um 6.00 Uhr in Hamburg los und bin um 10.00 Uhr startbereit. Es trägt ab 11.00 Uhr, eine gute Höhe zum Wegfliegen gibt es aber erst ab 12.00 Uhr. Dann fliege ich -es ist ein guter Tag :-)- z.B. 160 Kilometer Richtung Westen. Um 18.00 Uhr lande ich in NRW. Packen, zum Bahnhof, auf den Zug warten... Da gibt es kaum eine Chance vor 23.00 Uhr zurück in Hamburg zu sein.

Das geht aber nicht, denn ab 21.00 Uhr ist Ausgangssperre. Übernachten außerhalb von Hamburg geht aber auch nicht, da Pensionen und Hotels geschlossen haben. Also besser doch keinen Streckenflug machen, obwohl es ein guter Tag ist.

Auch in Gebieten weiter im Süden, z.B. Oberemmendorf oder Schrattenbach dürten ähnliche Probleme bestehen.

2.) Windenflüge gehen bei uns noch nicht, da unser Flugplatz in Metzingen coronabedingt geschlossen ist. Dies trifft auf recht viele Windengelände zu. Hier gäbe es aber auch das Problem, dass eine Südwestlage zu Flügen von Metzingen nach Mecklemburg Vorpommern führt. Hier ist aber die Tagestouristische Einreise verboten. Das Problem ist also ähnlich, wie der Flug von Bayern nach Österreich. Daneben gibt es natürlich das gleich Problem beim zurückkommen vor der Ausgangssperre.

3.) Viele Gebiete sind derzeit für Gäste geschlossen oder eingeschränkt. Dies ist auch teilweise verständlich, da zu dieser Jahreszeit sonst ein ordentlicher Prozentsatz der Flüge in Österreich, Slowenien, Frankreich und Italien statt findet. Aber es führt dazu, dass die Mitglieder in Vereinen mit guten Streckenfluggebieten deutlich bevorteilt werden.

Deshalb meine Bitte an Euch, an der Aussetzung der Wertung des DHV XC zu überlegen. Bei unserem lokalen Wettbewerb, dem HarzCup haben wir dies schon von anfang an so gehandhabt, da absehbar war, dass ein fairer Wettbewerb nicht möglich ist.

Viele Grüße und einen schönen Tag,

Tommi Odenthal

Ach ja: Ich gönne Jeder und Jedem auch Flüge, die in rechtlichen Grauzonen stattfinden und möchte nicht in die Ecke widerlicher Denunzianten gestellt werden.