Mission Apco

Stephan Walkowiak aus München will die traditionsreiche israelische Marke Apco wieder stärker am deutschsprachigen Markt etablieren. Was ihn dazu bewegt, erzählt er im Interview. 

Stephan Walkowiak beim Motorflug mit einem Apco Hybrid.
// Quelle: S. Walkowiak
Apco ist ein traditionsreicher Hersteller von Gleitschirmen aus Israel – mit eigener Produktion. Die Schirme und Gurtzeuge stehen im Ruf, nicht nur von guter Qualität zu sein und auf Haltbarkeit ausgelegt. Sie warten auch mit zum Teil ganz eigenen aerodynamischen Ansätzen und technischen Detaillösungen auf.  

Ein Beispiel dafür ist der Hybrid, eine Mischung aus normalem Gleitschirm und Singleskin (siehe Hybrid-Test auf Lu-Glidz). 

Auch im Motorschirmbereich hat Apco einige interessante Features bei seinen Schirmen implementiert. Etwa die One Action Acceleration: Dabei ist der Tragegurt so aufgebaut, dass beim Beschleunigen mit dem Fuß nicht nur die vorderen Leinenebenen herunter gezogen, sondern auch die hinteren zugleich verlängert werden. Dadurch verlieren diese Schirme auch beim Beschleunigen nicht die Grundform ihres Reflex-Profils, was ein ungewöhnlich großes Geschwindigkeitsfenster ermöglicht.

Am deutschsprachigen Markt war Apco als Hersteller dennoch seit vielen Jahren wenig präsent. Selten einmal, dass man  in den Alpen irgendwo am Berg einen Flieger mit einem Schirm oder Gurtzeug der Marke antrifft. Das war auch schon mal etwas anders, und vielleicht wird sich das in Zukunft wieder ändern. Denn Stephan Walkowiak aus München hat sich die Aufgabe gesetzt, Apco hierzulande wieder  bekannter und die Produkte für die Piloten zugänglicher zu machen. Im Zentrum steht die deutschsprachige Website www.flyapco.eu.


Stephan, wie kommt man als Ingenieur für Hightech-Kameras auf die Idee, die Vertretung eines hierzulande wenig präsenten israelischen Gleitschirmherstellers zu übernehmen?
Stephan Walkowiak: Ich habe Apco über die Paramotor-Produkte kennengelernt und war begeistert.
Nur hatte ich das gleiche Problem wie jeder andere, der sich für die Marke interessierte: Wo bekommt man eigentlich das alles? Nach Kontakt mit Apco fiel mir die Lücke auf. Und die will ich nun schließen. Ich sehe mich aktuell eher als Projektentwickler für die Marke Apco im deutschsprachigen Raum. Das heißt, ich versuche wieder ein funktionierendes lokales Händlernetz und Service aufzubauen.

Apco ist schon lange am Markt und ein Vollsortimenter mit eigenen Schirmen, Gurtzeugen, Rettern und einigem Zubehör. All das kommt aus eigener Produktion in Israel. In unseren Gefilden sind die Schirme aber nur selten zu sehen. Warum? 
Stephan Walkowiak: Da hat einfach ein zentraler Ansprechpartner gefehlt, der in enger Zusammenarbeit mit Apco die lokalen Händler betreut. Dafür muss man auch ein Lager aufbauen und für die Saison vorplanen. Diese Möglichkeit biete ich jetzt, und Händler können auf mein Lager zugreifen. Für Kunden wird es damit in Zukunft einfacher, vor Ort die Ware beim Händler testen und kaufen zu können.

Schaut man auf Deine Website Flyapco.eu, so sieht man: Du hast erst einmal die Motorschirme, Gurtzeuge und Retter von Apco im Programm. Es fehlt aber noch das Portfolio der klassischen Gleitschirme. Was ist der Grund dafür?
Stephan Walkowiak: Das kommt noch. Die klassischen Schirme sind in Arbeit, es geht mir aber auch darum, die Sachen selbst zu testen vor dem Verkauf. Sobald die Verfügbarkeit gewährleistet ist, wird das aktualisiert.

Was sind aus Deiner Sicht die großen Stärken von Apco, warum lohnt es sich, deren Produkte mal genauer in Augenschein zu nehmen?
Stephan Walkowiak: Apco hat viele gute Gleitschirme und Motorschirme im Angebot mit hervorragenden Flugeigenschaften. Das Tuch der Schirme hat eine spezielle Silikon Beschichtung und das macht die Kappen sehr robust und langlebig. Auch die Gurtzeuge und das Zubehör weisen viele clevere Details auf und haben ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem durchläuft Apco allgemein gerade einen Erneuerungsprozess. Es sind viele neue Produkte geplant. Also ein guter Zeitpunkt, um mal einen Demo zu testen und sich mit der Marke vertraut zu machen. 

Steckst Du jetzt all Deine Zeit in die Apco-Mission, oder kommst Du auch noch selbst zum Fliegen?
Stephan Walkowiak: All meine Zeit nicht, aber schon einen großen Teil. Das finde ich aber normal, wenn man etwas aufbaut. Natürlich hatte auch ich das Problem mit der Corona-Situation, die sich ja jetzt zum Glück etwas entspannt hat. Meine aktuellen Flugaktivitäten fokussieren sich auf das Testen der Apco Schirme und des Zubehörs und auf das Erstellen von Werbematerial.


Wer Produkte von Apco testen oder auch kaufen will, sollte mit Stephan Walkowiak Kontakt aufnehmen