Etliche Hersteller haben den Stubai Cup 2023 genutzt, um diverse Neuigkeiten zu präsentieren. Ein Überblick 

Perfekt organisierter Startbereich am Elfer.
// Quelle: parafly.at

Der Stubai Cup 2023 am vergangenen Wochenende ist mit einem neuen Rekord zu Ende gegangen. 32 Aussteller und knapp 1000 Besucher wurden an den drei Tage gezählt. Das Wetter spielte gut mit. Freitag noch bewölkt, aber fliegbar. Samstag perfektes Wetter. Sonntag nach etwas zäherem Start auch noch wieder gute, d.h. auch thermische Bedingungen.

Entsprechend viele Schirme waren in der Luft. Darunter waren auch etliche Neuheiten, die erstmals beim Stubai Cup der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Nachfolgend eine Zusammenfassung, ohne Gewähr auf Vollständigkeit.


Advance: Die Schweizer hatten keine absolute Neuheit im Angebot, aber mit dem Epsilon DLS zumindest auch das jüngste "Kind" der neuen Konstruktionslinie mit "Durable Lightweight Structure" im Testschirm-Portfolio.

Loco // Airdesign

Airdesign: Was Advance als DLS bezeichnet, nennt Airdesign Duralight. In dieser Bauweise kommt der neue Mid-B Vivo 2 daher (was in diesem Fall hauptsächlich heißt: Skytex 27 double coated im Untersegel). Der Schirm wartet mit einem in diesem Klassensegment noch wenig verbreiteten Feature auf: Tragegurte mit integrierter BC-Steuerung. Demnächst soll es auch noch eine um ein Kilogramm abgespeckte Leichtversion namens LiVi (Light Vivo) geben.
Airdesign präsentierte zudem eine überraschende Weltneuheit – einen EN-C-Zweileiner im Miniwing-Format: Der Loco ist mit seiner Einheitsgröße von nur 16 m² sicher kein XC-Flügel. Airdesign bezeichnet ihn als "wacky racer" (verrückter Rennfahrer). Die Kappe soll voll beladen und voll beschleunigt bis zu 70 km/h erreichen. Für den Gewichtsbereich von 60-90 kg hat der Loco die Zulassung EN-C. Der Lasttest geht allerdings bis 120 kg. Der Schirm könnte also auch von schwereren Piloten als flotte Soaringmaschine genutzt werden und mit seiner direkten Anstellwinkelkontrolle über die B-Ebene sogar dem Flare Moustache dabei Konkurrenz machen, Speed in Höhe umzusetzen (wenn auch mit einem etwas anderen Steuerkonzept). 

BGD: So farbenfroh wie eh und je präsentierte BGD den sehr leichten EN-A-Schirm Anda. Zudem waren auch erste Schirme des leichten EN-C Lynx 2 zu sehen. Es handelt sich nicht um die Leichtversion des Cure 2, sondern um eine eigene Entwicklung. Der Schirm ist ein sogenannter 2,5-Leiner (drei Leinenebenen in der Mitte und zwei an den Außenflügeln).

Drift: Die junge tschechische Marke startet weiter durch und bringt als ersten EN-C gleich einen Zweileiner auf den Markt. Er heißt Merlin. Beim Stubai Cup gab es erste Tester in den bereits zugelassenen Größen S (77-92 kg) und M (88-104 kg).

Hike&Cruise // Dudek

Dudek: Der polnische Hersteller hat eine neue Version seines Liegegurtzeugs Techno präsentiert. Das Techno 2023 hat deutlich abgespeckt und wiegt nur noch knapp 2 kg in Größe M. Es weist den schon fast obligatorischen Heckbürzel auf. Es gibt zwei Versionen, mit und ohne Schließen am Bauchgurt (50 Gramm Unterschied). Der Protektor ist aus Schaumstoff.
Interessant für Hike-and-Fly-Jünger ist der neue Leichtschirm Hike&Cruise (EN A oder B, je nach Größe). Die Kappe basiert auf einem ungewöhnlichen Konstruktionskonzept. Das Obersegel ist in 65 Zellen unterteilt. Am Untersegel, dessen aerodynamische Güte für die Leistung nicht so entscheidend ist, sind jeweils drei Zellen zu einer großen Zelle zusammengefasst. Die dadurch teilweise eingesparten Profilrippen ermöglichen eine deutliche Gewichtseinsparung. Der Schirm in Größe 25 m² wiegt nur 2,6 kg.

Flow: Der neue Low-B der australischen Gleitschirmschmiede heißt Cosmos 2. 50 Zellen, Sharknose, Streckung von 5,17. Es gibt ihn in vier Größen für einen Gesamtgewichtsbereich von 60-120 kg.

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Gin: Viel Aufmerksamkeit bekam Gins erster EN-C-Zweileiner, der Bonanza 3. Von allen anderen neuen EN-C-Zweileinern hebt er sich durch die wellenförmige Eintrittskante ab. Diese Wave Leading Edge soll dem Schirm unter anderem eine außergewöhnliche Pitchdämpfung verleihen. 

Niviuk: Der EN-C-Zweileiner Artik R war von testhungrigen Piloten viel gefragt. Am Stand gab es auch Informationen zur kommenden Leichtversion des bebürzelten Liegegurtzeugs Arrow. Das Arrow P mit Schaumprotektor soll deutlich unter 2 kg wiegen. Niviuk wurde in einer Umfrage unter den Besuchern zum besten Hersteller auf dem Stubai Cup gewählt.

X-Pack 50 // Nova
Nova: Neu im Programm ist der EN-B Ion 7 bzw. Ion 7 light. Es handelt sich um eine komplette Neukonstruktion der Bestseller-Serie. Der Schirm soll jetzt sogar Freestyle-fähig sein und problemlos in den Sat gezogen werden können. Die Stäbchen in seiner Eintrittskante sind in großen versteifenden Schlaufen eingefädelt.
Neu ist auch der Mentor 7 in der Normalversion. Der Mentor 7 light ist schon seit einem Jahr auf dem Markt. 
Speziell für Hike & Fly (Wettbewerbe) hat Nova einen etwas über 500 Gramm schweren Gleitschirmrucksack entwickelt. Der X-Pack 50 bietet 50 Liter Volumen, das dank Rolltop-Verschluss bei Bedarf bis 60 Liter erweitert werden kann. Das passende Leicht-Liegegurtzeug dazu ist das Artus. Es wurde im Stubai erstmal öffentlich gezeigt, wird allerdings erst in einigen Monaten in den Handel kommen . Im Inneren steckt eine neue Protektor-Technologie: Einschläge werden von einem ganz leichten Aluminium-Metallschaum gedämpft. Ähnlich wie die Röhrchen-Elemente in Koroyd-Protektoren hat der Metallschaum keine Rückstellfähigkeit.

Photon-Winglet
// Ozone

Ozone: Der Star bei Ozone war der neue EN-C-Zweileiner Photon. Mit seiner Einführung endet die Ära der Mantra-Serie (EN-D), weil der Photon als Zweileiner dessen Leistung übertrifft. Abgeleitet ist der Photon vom Zeno 2, allerdings mit einer stärkeren Krümmung. Um das damit verbundene, stärkere Rollen zu dämpfen, besitzt der Schirm Winglets am Obersegel. Diese befinden sich allerdings nicht an den Außenflügeln (wie bei Advance), sondern etwas weiter nach innen gerückt. Der Schirm hat 71 Zellen und Streckung 6,5.

Phi: Ein ganzes Portfolio an neuen, zuvor schon angekündigten Schirmen: Tenor 2, Tenor 2 light, Symphonia 2 light, Viola 2, Sola GT. Demnächst soll auch noch der Leichtschirm Scala 2 erscheinen. Der Zweileiner dürfte auch als EN-C zugelassen werden.

Mike Küng, Gudrun Öchsl
und Michael Nesler

Profly: Der Hersteller des EN-B-Leichtschirms Leeloo war nicht mit einem eigenen Stand präsent, nutzte den Stubai Cup aber zur Ankündigung neuer Projekte. In der Pipeline sind ein turbulenzfester High-A-Schirm, ein Tandem und ein ultraleichter, leistungsstarker Hike-and-Fly-Schirm. 
Zudem gab es personelle News: Mike Küng wechselt von Phi zu Profly als Testpilot und Projektpartner von Michael Nesler und Gudrun Öchsl. // Foto: Mike Küng

Sky: Der neue EN-A-Schirm der Marke heißt Gaia 3. Am Stubaier Himmel turnte auch der neue Acro-Tandemschirm Kooky-2 Bi herum. Er ist vor allem dafür gedacht, Piloten im direkten Kontakt mit einem Lehrer an neue Acro-Manöver heranzuführen. 

Shark // Skyman

Skyman: Markus Gründhammer setzt weiter auf Single-Skins und erweitert das Portfolio der Marke um den Shark. Dieser ist bereits in allen Größen als EN-B zugelassen. Der Shark besitzt eine Staudruck-Tube mit Sharknose-Profil an der Eintrittskante. Dank vieler Diagonalrippen ist der Leinensatz reduziert, was die Leistung zusätzlich steigert. Am Tragegurt besitzt Shark übrigens nur zwei Ebenen, wobei die Leinen sich weiter oben doch auf A+B sowie C+D+E aufsplitten. Es handelt sich also nicht um einen echten Zweileiner!

Skywalk: Besonders gefragt am Skywalk-Stand waren erste Tester des neuen EN-C Zweileiners Mint. 68 Zellen, Streckung 6,4 und ein knackiges Handling. Interessanterweise fliegt der Schirm ohne die sonst Skywalk-typischen Jet-Flaps daher. Ob dieses Design-Merkmal künftig auch bei anderen Schirmen aufgegeben wird? Skywalk präsentierte zudem das neue Leicht-Liegegurtzeug Range X-Alps 3.

Sol: Ein weiteres Mitglied der neuen Riege der EN-C-Zweileiner ist der Sol LT-2

Altirando lite 2 // Supair

Supair: Die Franzosen zeigten ihren neuen Mid-B Leaf 3 und die Leichtversion Leaf 3 light. Die Schirme tragen schon die neue, symmetrischere Designsprache der Marke im Segel. Ebenfalls präsentiert: Das neue Hike-and-Fly Wendegurtzeug Altirando Lite 2. Es wiegt komplett mit Rucksack rund 2,9. kg. Der Airbag wird durch leicht austauschbare Kunststoff-Drähte schon vor dem Start aufgespannt. Der Rucksack ist dank Rolltop im Volumen etwas variabel. Im Retterfach sitzt ein spezifischer Innencontainer. 

Swing: Der EN-C-Zweileiner Libra RS ist eine Weiterentwicklung des EN-D Spera RS. Er wartet allerdings nicht nur mit leichteren Materialien, sondern auch einer  deutlich veränderten Innenstruktur auf. Dazu gehört eine weiter nach vorn gerückte RAST-Wand, wodurch u.a. das Startverhalten nochmals vereinfacht wurde. Der Libra RS hat die derzeit größte Streckung im Rund der neuen EN-C-Zweileiner: 6,9.
Präsentiert wurde auch der Verso RS. Dabei handelt es sich um einen leichten Hike-and-Fly Schirm. Je nach Konfiguration hat er die Zulassung als EN-A oder EN-B. Übrigens: Die neuen RAST-Modelle von Swing wurden nicht mehr von Michael Nesler designt, sondern von dessen früherem Mitarbeiter Alessio Casolla. Dieser ist mittlerweile bei Swing als Konstrukteur und Testpilot angestellt.

TripleSeven: Die jüngsten Sprösslinge im Schirmportfolio der slowenischen Marke sind der Tandemschirm Bishop und der leichte EN-C-Dreileiner Q-light 3.

UP: UP setzt erst einmal auf 2,5-Leiner und führt davon neue Produkte sowohl im EN-B als auch EN-C-Bereich ein: Summit X und Trango X. Ebenfalls neu im Portfolio ist der Leichtschirm Mana 2 (EN-A).