Die extreme Trockenheit erhöht den Turbulenzgrad der Luft. Vor allem in Bodennähe steigt das Risiko gefährlicher Klapper.
Die starke thermische Aktivität hat eine einfache Ursache: Die extreme Trockenheit gepaart mit starker und lang anhaltendender Sonneneinstrahlung. Nach Monaten ohne ausreichenden Regen fehlt es den Oberböden an Wasser (siehe oben: Karte der Dürreintensität).
Normalerweise moderiert Bodenwasser die Temperatur. Ist der Boden aber ausgetrocknet, wandelt sich mehr Sonnenenergie in Hitze für die Oberfläche und die aufliegende Luft. Die Erde wirkt dann wie eine Herdplatte auf voller Leistung. Die Luft fängt heftig an zu kochen, und die Böen nehmen im Tagesverlauf immer weiter zu.
Trockene Böden heizen zudem auch bei tiefer stehender Sonne weiter, was die Böendynamik verstärkt. Deshalb treten die höchsten Temperaturen der bodennahen Luftschichten nicht mittags, sondern erst am späten Nachmittag auf, meist zwischen 15 und 18 Uhr. Erst danach regelt die langsam tieferstehende Sonne die Herdplatte Boden wieder runter. Zudem fallen dann mehr und mehr Geländebereiche in den Schatten.
Die Erdoberfläche kühlt in den Schattenzonen durch Ausstrahlung ab, und damit auch die direkt aufliegende Luftschicht. Die darüber liegenden heißen Luftmassen verlieren damit den Bodenkontakt. Sie lösen sich nun großflächiger ab und steigen als voluminösere Thermikblase auf.
Und gerade mit diesen Abwinden ist nicht zu Spaßen. Beim konvektiven Aufstieg kühlt sich die Luft ja trockenadiabatisch um 1°C/100m ab. Für die Abwinde gilt umgekehrt, dass sie sich sich beim Abstieg um 1°C/100m erwärmen. Und dieses Sinken hält an, solange die Abwinde kälter als die Umgebungsluft sind.
In Dürrezeiten, wenn die Heizplattenwirkung des Bodens verstärkt wird, sind die bodennahen Luftschichten besonders stark überhitzt. Ihr Temperaturgradient übersteigt 1°C/100m. Diesen Zustand nennt man überadiabatisch.
Wenn die Luft kocht
Je stärker die Luft "kocht", desto häufiger lösen sich Thermikblasen explosionsartig vom Boden. Beim Aufstieg hinterlassen sie kein Vakuum. Die Luft strömt von den Seiten nach, was kräftige Ausgleichsströmungen aus ständig wechselnden Richtungen erzeugt – je nachdem wo gerade die nächste Thermik aufschießt.Trockene Böden heizen zudem auch bei tiefer stehender Sonne weiter, was die Böendynamik verstärkt. Deshalb treten die höchsten Temperaturen der bodennahen Luftschichten nicht mittags, sondern erst am späten Nachmittag auf, meist zwischen 15 und 18 Uhr. Erst danach regelt die langsam tieferstehende Sonne die Herdplatte Boden wieder runter. Zudem fallen dann mehr und mehr Geländebereiche in den Schatten.
Die Erdoberfläche kühlt in den Schattenzonen durch Ausstrahlung ab, und damit auch die direkt aufliegende Luftschicht. Die darüber liegenden heißen Luftmassen verlieren damit den Bodenkontakt. Sie lösen sich nun großflächiger ab und steigen als voluminösere Thermikblase auf.
Starker Aufwind, starker Abwind
Größere Blasen entwickeln durch ihr Volumen viel Auftrieb. Das kann selbst abends noch für hohe Steigwerte und starke Ausgleichsströmungen sorgen. Die großen, überhitzten Blasen verdrängen beim Aufstieg dann aber auch mehr der "kühleren" Höhenluft. Diese sinkt zum Ausgleich in ebenfalls größeren Volumina rund um die Thermikschläuche ab.Und gerade mit diesen Abwinden ist nicht zu Spaßen. Beim konvektiven Aufstieg kühlt sich die Luft ja trockenadiabatisch um 1°C/100m ab. Für die Abwinde gilt umgekehrt, dass sie sich sich beim Abstieg um 1°C/100m erwärmen. Und dieses Sinken hält an, solange die Abwinde kälter als die Umgebungsluft sind.
In Dürrezeiten, wenn die Heizplattenwirkung des Bodens verstärkt wird, sind die bodennahen Luftschichten besonders stark überhitzt. Ihr Temperaturgradient übersteigt 1°C/100m. Diesen Zustand nennt man überadiabatisch.
Die Kehrseite der Überadiabate
An trocken-heißen Sommertagen ist diese überadiabatische Grenzschicht am Boden also besonders stark ausgeprägt. Dieses Heißluftpolster wird im Tagesverlauf immer mächtiger. Wenn Abwinde in die überadiabatische Zone eindringen, wird ihre Sinkbewegung sogar noch beschleunigt. Denn der Abwind erwärmt sich auf dem Weg nach unten noch immer trockenadiabatisch (+1°C/100m), die umliegende Luft aber überadiabatisch (>1°C/100m). Der negative Temperaturvorsprung des Abwinds wird deshalb größer.Das wirkt dann wie ein Kaltluftausfluss. Prallt so ein Abwind auf den Boden, wird die Luft in alle Richtungen verteilt. Dabei entstehen Schwerwinde und starke Turbulenzen, die kaum vorhersehbar sind. Deshalb erleben wir derzeit:
Unter solchen Bedingungen sollte man nachmittags und abends vorsichtig fliegen oder ganz darauf verzichten, um nicht durch Böen gefährlich ins Taumeln zu geraten und sich bodennahe Klapper einzufangen. Das gilt besonders, wenn Wetterprognosen bis nach 19 Uhr starke Böen vorhersagen.
Anfängern wird häufig empfohlen, starke Thermikzeiten zu meiden und deshalb nur morgens oder abends zu fliegen. Bei den aktuellen Bedingungen kann es allerdings ratsam sein, auch abends besser am Boden zu bleiben und für ruhigere Flüge nur die Morgenstunden nutzen.
Lesetipp: Über besondere Effekte starker Trockenheit auf die Thermikentwicklung habe ich auf Lu-Glidz schon in früheren Trockenjahren geschrieben. Folgende Posts sind gerade im Sommer 2026 wieder aktuell:
Die Tücken der Überadiabate
Meteowissen: Dust Devil
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- besonders starke und turbulente Sinkzonen neben den Thermiken
- häufig am späten Nachmittag und bis zum Abend die stärksten Böen in Bodennähe.
Anfängern wird häufig empfohlen, starke Thermikzeiten zu meiden und deshalb nur morgens oder abends zu fliegen. Bei den aktuellen Bedingungen kann es allerdings ratsam sein, auch abends besser am Boden zu bleiben und für ruhigere Flüge nur die Morgenstunden nutzen.
Hinweis: Die hier beschriebenen Verhältnisse und Tipps gelten vor allem fürs Flachland und die Mittelgebirge mit besonders starker Trockenheit. In den trockenen Alpenbereichen ist die Thermikentwicklung zwar auch heftiger, aber teils noch weniger chaotisch, weil die langen Berghänge mit entsprechenden Hangaufwinden und typischen Ablösepunkten noch immer nach ihrem üblichen Muster funktionieren. Inneralpin sollte man aber vor allem das Auftreten besonders hoch reichender und lang anhaltend starker Talwinde mit entsprechenden Turbulenz- und Leezonen berücksichtigen.
Lesetipp: Über besondere Effekte starker Trockenheit auf die Thermikentwicklung habe ich auf Lu-Glidz schon in früheren Trockenjahren geschrieben. Folgende Posts sind gerade im Sommer 2026 wieder aktuell:
Die Tücken der Überadiabate
Meteowissen: Dust Devil
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3 Kommentare
Deja-vu? Dieses Thema hatte ich in ganz ähnlicher Weise im Sommer 2022 schon einmal auf Lu-Glidz behandelt. Dieser Post ist eine leicht überarbeitete und aktualisierte Fassung davon. Es ist wichtig, sich solche Zusammenhänge regelmäßig in Erinnerung zu rufen.
AntwortenLöschenIch fliege zwar erst seit 11 Jahren, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich gerade in den letzten Jahren die Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit des Flugwetters verschlechtert hat. Hoffentlich hält dieser Trend in den nächsten Jahren nicht an, auch wenn ich da eher pessimistisch bin.
AntwortenLöschenDas ist eine Frage, wie man "Zuverlässigkeit" versteht. Wenn es darum geht, Wetterlagen zu haben, die für den "Nutzer" einfacher einzuschätzen und eben auch zu nutzen sind, dann stimmt das wohl. Klimawandel bedeutet, dass einfach mehr Energie in die Atmosphäre gesteckt wird. Damit einher gehen dann auch größere Ausschläge/Extreme, sowohl im Jahres-, als auch im Tagesverlauf. Damit werden wir uns leider "anfreunden" müssen, bzw. lernen, damit umzugehen. Und auch lernen, wann wir besser nicht in die Luft gehen. Zwischendrin gibt es aber auch immer noch "normale" Lagen.
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