Der Bandit 2 ist ein Mid-B-Leichtschirm mit guter Leistung, überragendem Startverhalten und einem agilen Handling. 

Gin Bandit 2 // Alle Fotos: Lu-Glidz & Friends

Die im folgenden beschriebenen Eindrücke zum Gin Bandit 2 habe ich in rund zehn Flug- und Groundhandlingstunden bei unterschiedlichen Bedingungen in Obertilliach und in der Eifel gewonnen. Geflogen bin ich den Bandit 2 in der Größe M (85-105 kg) mit +/- 97 kg Startgewicht. Als Gurtzeuge habe ich ein Swing Connect light genutzt  (Liegegurtzeug). Der Schirm wurde mir für den Test freundlicherweise von Gin zur Verfügung gestellt.

[Wer besser verstehen will, mit welchem Fokus Lu-Glidz Gleitschirme testet und im Text auch feinen Details zuweilen viel Raum gibt, der sollte zuerst die Interpretationshilfe für Schirmtests lesen!]


Leichte, sportliche, agile Mid-B Schirme liegen aktuell im Trend. Immer mehr Marken präsentieren ihre Varianten einer ähnlichen Grundidee. Phi Beat 2 light, Advance Theta, Niviuk Hiko P, Ozone Vibe GT, Skywalk Arak Air 2 sind alles Vertreter dieser Gattung. Gin reiht sich hier mit dem Bandit 2 ein.

Von diesem gibt es allerdings keinen direkten Vorgänger. Der Bandit 1 war vor 20 Jahren ein C-Schirm mit Freestyle-Qualitäten. Gin setzt bei gleichem Namen nur die Zählung fort. Die Zielgruppe ist eine andere.

Technische Daten // Gin
(Klick zum Vergrößern)

Wie bei den oben genannten Modellen der anderen Hersteller, befindet sich auch Gin beim Bandit 2 von den technischen Daten her in Regionen, die vor zehn Jahren noch High-B-Schirmen vorenthalten waren. Mittlerweile ist die Entwicklung der Profile samt weiterer Parameter soweit fortgeschritten, dass man in dieser Streckungsklasse – der Bandit 2 hat eine ausgelegte Streckung von 5,5 – Schirme bauen kann, die den Piloten etwas weniger fordern als klassische High-B, aber doch ein Leistungspotenzial besitzen, dass den "modernen" High-B schon sehr nahe kommt.        

Angesichts dieser Entwicklung kann man sich als Pilot, der in der B-Klasse zu Hause ist, schon fragen: Brauche ich wirklich einen aktuellen High-B, der die Klasse vielleicht ausreizt? Oder reicht nicht einer dieser neuen Leistungs-Mid-B, um doch etwas entspannter und am Ende deshalb vielleicht glücklicher durch die Lüfte gleiten? Bei den meisten meiner Schirmtests in diesem Bereich habe ich zuletzt jedenfalls wenig vermisst. Und so war auch eine Frage für den Test des Bandit 2: Schlägt der in die gleiche Kerbe?

Shark-Nose

Vom technischen Konzept her ist der Bandit 2 dem Niviuk Hiko P (s. Testbericht) sehr ähnlich. Gleiche Streckung (5,5), gleiche Zellenzahl (55), Hybrid-Dreileiner, Shark-Nose, doppeltes 3D-Shaping, Aramid-Beleinung, Gewicht um 3,5 kg in der getesteten Größe, Nitinol-Stäbchen, C-Wires im Mittelflügel, Mini-Rippen im Hinterflügel, Kappe weitgehend aus leichtem Dokdo D10 genäht, mit stabilerem D30 an der Nase. Das entspricht in vielem dem aktuellen Standard dieser Klasse. 


In den nachfolgenden Beschreibungen stehen die Zeichen (+), (o) und (-) im Testschema für:
  • (+) Eigenschaften, die mir besonders positiv aufgefallen sind und bei denen sich der Schirm meiner Wahrnehmung nach von seiner Konkurrenz vorteilhaft abhebt.
  • (o) Nennenswerte, aber neutrale Details, ohne besondere Wertung
  • (-) Dinge, die für mein Empfinden besser sein könnten.
Wichtig dabei: Beim Interpretieren des Tests sollte man nicht die Anzahl von Plus und Minus gegeneinander aufrechnen. Es handelt sich nicht um gewichtete Noten, sondern einfach nur Beschreibungen mit einer vorangestellten, klärenden Tendenz. Am Ende der einzelnen Kategorien stehen u.U. noch stärker subjektiv gefärbte Anmerkungen.


Leinensatz + Tragegurt:
Nur am Leinenschloss
farbcodiert

(0) Der Bandit 2 hat längenstabile, unummantelte Aramid-Stammleinen (U8001). An den Leinenschlössern sind sie mit unterschiedlich farbigen Schutzmänteln überzogen.
(-) Alle Stammleinen sind allerdings einfarbig rot und nicht farbcodiert, obwohl die 8001-er Serie von Edelrid verschiedene Farben bietet.
(-) Die Stabilo-Leine ist ebenfalls rot und somit nicht farblich abgesetzt. Der untere Schutzmantel zur Markierung hat die gleiche Farbe wie die der A-Leinen (rot). Um mal schnell die Stabilo-Leine im Leinengewühl zu finden, ist das alles andere als optimal.
(+) Die Tragegurte sind schmal, aber recht steif und verwinden sich kaum. Die vorderen A-Gurte sind mit einem roten Mantel eindeutig zu erkennen. Die Leinenschlössern sind aus Metall, keine Softlinks, was deutlich trimm- und reparaturfreundlicher ist. Und die B-Ebene sitzt, trotz einer BC-Steuerung, noch an einem normalen Gurt und nicht nur auf einem Durchläufer. Auch das ist trimmtechnisch besser und bietet eine zusätzliche mechanische Sicherheit. 

Bandit 2 Tragegurt

(-) Allerdings ist der B-Gurt so mit dem C-Gurt vernäht, dass man die BC-Steuerung im unbeschleunigten Zustand noch nicht nutzen kann. Erst wenn beim Beschleunigen sich die Gurtebenen zueinander verschieben, wird mehr und mehr Zugweg frei (s.u. den Punkt "Beschleuniger"). 
(0) Die unteren Einhängeschlaufen der Tragegurte sind schmal ausgeführt. In breiteren Karabinern können sie etwas herumrutschen. 
(-) Die Bremsgriffe sind mit Magneten am Tragegurt gesichert. Deren Haltekraft ist etwas zu gering. Beim Groundhandling lösen sich die Griffe gerne mal und fallen zwischen die anderen Leinen.
(+) Die Bremsgriffe sind gut dimensioniert, angenehm zu greifen und zu wickeln. 

Anmerkung: Es verwundert mich etwas, warum Gin beim Bandit 2 nicht konsequent die vorhandenen Möglichkeiten der 8001er Aramidleinenserie von Edelrid nutzt, eine viel übersichtlichere Farbcodierung der Leinensatzes zu bieten. Das wäre fürs Leinenhandling am Boden deutlich besser. Genauso wäre eine farblich eindeutig erkennbare Stabilo-Leine einfach ein Sicherheitsplus. Die kurzen farbigen Mäntel am unteren Ende der Leinen sind hier in meinen Augen nur eine Alibi-Lösung, die in den entscheidenden Sicherheitsmomenten, wenn es mal schnell gehen muss, wenig weiterhilft.


Starten: 
Start in Obertilliach

(+) Der Bandit 2 braucht fürs geordnete Aufziehen, vorwärts wie rückwärts, keine betont gebogene Auslegeform. Die Eintrittskante steht durch die Nitinolstäbchen gut aufgespannt da und fasst leicht Luft. Am besten zieht man die Kappe nur über die inneren A-Gurte auf. Auch dann füllt der Schirm schnell über die gesamte Spannweite und steigt sehr gleichmäßig als Block und ohne Zwischenhänger nach oben. Das gelingt in allen Windbedingungen kontrolliert. Wenn man nicht übermäßig an den A-Gurten zerrt, sondern sie einfach sanft hochführt, bleibt der Bandit 2 von selbst im Zenit stehen, ohne jede Tendenz zum Aushebeln. Das gelingt sogar "handsfree" mit nur einem kurzen Impuls aus der Hüfte.
(+) Mit etwas Wind kann man den Bandit 2 nach Belieben am Startplatz kiten, auf- und absinken lassen oder im Windfenster parken. Der Schirm reagiert hier auf einen Fingerzeig und macht einfach Spaß.
(+) Das Profil trägt schnell und erfordert nur eine kurze Startstrecke.
(+) Kobra-Start ist ohne weitere Tricks möglich.

Anmerkung: Dieses wirklich gelungene Startverhalten ohne Macken ist der Punkt, bei dem der Bandit 2 am stärksten aus dem Rund seiner Mid-B-Konkurrenten heraussticht: Bei allen Windbedingungen bestens kontrollierbar, einfach und überschaubar. Genau so ein Startverhalten wünsche ich mir, wenn ich einen Schirm beim Hike-and-Fly auch im schwierigem Gelände weitgehend stressbefreit aufziehen möchte. Wenn noch der Leinensatz besser farbcodiert und am Boden übersichtlicher wäre, dann wäre es perfekt. 


Landen: 
Gute Flare-Energie bei
der Landung

(+) Gut kontrollier- und nutzbares Flare-Verhalten. Der Schirm setzt Geschwindigkeit gut in Höhe um. Das taugt sogar für Überfahrt-Landungen gegen den Hang.

Anmerkung: Wer schon erfahren genug und es gewohnt ist, Überfahrt-Landungen auch über die BC-Steuerung zu kontrollieren, muss beim Bandit 2 aufpassen. Dessen Tragegurt ist so aufgebaut, dass die BC-Steuerung nur im Speed einen leichtgängigen Hubweg bietet. Unbeschleunigt ist sie blockiert, weil die B-Ebene ohne Untersetzung mitgezogen werden muss – was von den Kräften her kaum zu leisten ist. Damit bleiben einem hier manche Steuerfeinheiten verwehrt und man ist gezwungen, ganz klassisch mit den Bremsen abzufangen. Wer nicht mit der BC-Steuerung arbeitet, dem wird dieses "Manko" aber gar nicht auffallen.


Raffsystem

Bremsen:
(0) Die Bremsen haben einen üblichen Vorlauf von knapp 10 cm. Der Bremsdruck ist anfangs gering, nimmt aber zum Stallpunkt hin etwas deutlicher zu als beim Hiko P. Im üblichen Steuerbereich hat man einen guten, unangestrengten Kontakt zum Flügel.
(+) Die Bremsgeometrie greift über ein Raffsystem gleichmäßig über die gesamte Hinterkante, gut abgestimmt zwischen Agilität und Thermik-Kurveneffizienz.
(+) Die Bremsrolle am Tragegurt ist über einen relativ langes Band am Tragegurt befestigt. Das ermöglicht auch ein effektives Brake-Shifting.

Anmerkung: Die Bremsabstimmung des Bandit 2 würde ich als Mittelding zwischen Theta ULS und Hiko P beschreiben. Nicht ganz so kurz und maximal wendig wie der Theta, und nicht ganz so millimeterfein dosierbar wie beim Hiko P. Man könnte auch sagen: Ein guter Kompromiss. 


Kappenfeedback: 
(0) Das Feedback vom Schirm kommt nuanciert über alle Kanäle (Bremse & Tragegurt). Vor allem auf der Rollachse ist der Bandit 2 vergleichsweise lebendig. Auf mich wirkte er damit einen Ticken nervöser als ein Hiko P.
(+) Die Kappe zeigt die Luftströmungen gut an. Das macht es leicht, passende Linien zu finden.
(0) Der Schirm ist über die Spannweite sehr homogen abgespannt und reagiert als Einheit, wirkt aber nicht als Brett in der Luft. Die Außenflügel sind etwas feinfühliger und flappen zuweilen am Thermikrand, ohne weiter zu stören.

Anmerkung: Ähnlich wie Theta ULS und Hiko habe ich auch den Bandit 2 als recht plapperfreudig für einen Mid-B empfunden. Die Streckung von 5,5 lässt grüßen. Weil der Bandit 2 aber gut an der Bremse hängt, wird ein schon etwas erfahrener Pilot damit eher seine Freude haben. Manche Aufsteiger in die B-Klasse, bei denen eine lockere Hüfte und die automatischen Reflexe des aktiven Fliegens nicht schon tief im System verankert sind, könnten diese Schirme, auch den Bandit 2, noch als etwas zu anspruchsvoll bzw. geistig fordernd empfinden.


Kurvenflug: 
Sanftes Kreisen

(+) Der Bandit 2 hat ein angenehm variables und agiles Kurvenverhalten, das mit verschiedensten Steuertechniken kompatibel ist. Der Kurvencharakter lässt sich gut sowohl über Innen- als auch Außenbremse einstellen. Er braucht die Außenbremse aber nur selten als Stütze. Wer die Außenbremse weitgehend freigibt, kommt innen auch mit erstaunlich wenig Zugweg gut ums Eck.  
(+) Der Tragegurt erlaubt ein sehr effektives Brake-Shifting. Damit lässt sich die Steuerung des Bandit 2 noch feiner dosieren.
(+) Der Schirm spricht gut auf Gewichtsverlagerung an und lässt sich darüber auch schnell in steilere Kurven "kicken". Zugleich macht der Bandit auch sehr flaches Kreisen mit Gewichtsverlagerung nach außen gut mit. 
(-) Die BC-Steuerung lässt sich im unbeschleunigten Flug kaum zur Richtungssteuerung bzw. den Kurvenflug einsetzen. Die B-Ebene ist so aufgehängt, dass die Untersetzung der BC-Steuerung erst wirksam wird, wenn man beschleunigt. Es bleibt die Möglichkeit, nur über die C-Ebene zu steuern. Im Endeffekt werden aber nur "fortgeschrittene" Kurventechniker hier etwas vermissen.

Anmerkung: In puncto Direktheit bei der Umsetzung von Steuerimpulsen kommt der Bandit 2 nicht ganz an den Theta ULS heran, steht diesem aber nicht viel nach. Es ist ein Schirm für Piloten, die eine agilere Abstimmung mögen.


Thermikeigenschaften: 
Steiles Kreisen

(0) Der Bandit 2 ist ein sehr angenehmer, gleichmäßiger Kurbler. Allerdings habe ich den Bandit 2 in puncto Autozentrierfähigkeiten als etwas weniger überzeugend empfunden im Vergleich zu Theta und Hiko. Der Schirm schiebt eher mal aus den Bärten raus und muss dann nachgesteuert werden. Anders gesagt: Das Thermikfliegen ist nicht ganz so intuitiv.
(+) Dank der guten Reaktivität auf Gewichtsverlagerung und Bremse lässt sich der Schirm in verschwurbelten Thermiken gut auf Kurs halten und bei Bedarf auch mal regelrecht herumhebeln. Gut, um sich enge, kräftige Steigkerne zu packen. 
(-) Im direkten Vergleich mit anderen Schirmen (Flug auf gleichem Radius und gleicher Höhe im Bart) habe ich die Steigleistung als nur durchschnittlich erlebt. Ohne Zentriertricks konnte ich anderen nicht davonsteigen, sondern blieb häufiger sogar mal etwas zurück.
(0) In die meisten Bärte fährt der Bandit 2 neutral ein. Gelegentlich zieht er aber auch sprunghaft zu Steigkernen hin. Weniger erfahrene Piloten könnten von solchen Momenten überrascht und verunsichert werden.

Anmerkung: Ich habe den Bandit 2 als angenehm agilen Kurbler erlebt. Gerade wer die Wendigkeit in der Thermik zu nutzen weiß, kann anderen in engen, kräftigen Steigkernen auch mal davonsteigen. In breiten, gleichmäßigen Durchschnittsbärten und im schwachen Steigen war ich von der Kletterleistung aber etwas enttäuscht. Zumal ich den Schirm im Test nur mittig belastet geflogen bin, also eigentlich keine Gewichtsnachteile beim Vergleich mit anderen gehabt haben sollte. 

Beschleuniger:
Große Beschleunigerrollen

(0) Mit großen, kugelgelagerten Rollen ist der Beschleuniger des Bandit 2 angenehm zu treten. Allerdings gibt es ein gewisses Losbrechmoment. 
(-) Der Beschleunigerweg ist vergleichsweise kurz. Ich habe nur einen Geschwindigkeitszuwachs von knapp 10 km/h über Trimm erreicht. 
(+) Auch bei Fullspeed fliegt der Schirm spurtreu ohne ein störendes Rollen.
(0) Die BC-Steuerung ist vergleichsweise simpel ausgeführt. Es gibt keinen querstehenden Griff und auch keine breitere Griffschlaufe. Man fasst einfach in die Gabel zwischen C- und angenähtem B-Gurt. In der Praxis erweist sich das als bequemer, als es sich erst einmal anhört. 
(-) Allerdings führt das Layout des Tragegurts dazu, dass der Zugweg der BC-Steuerung relativ beschränkt ist. Je weniger weit man den Beschleuniger tritt, desto kleiner bleibt auch die  nutzbare Steueramplitude der BC-Steuerung. Ab dem Punkt, wo sich die Leinenschlösser von B und C-Ebene auf einer Höhe befinden (neutraler Trimm), kommt der eigentliche B-Gurt unter Zug, sodass man ab da die B-Ebene ohne Untersetzung mitziehen müsste. Der Kraftaufwand dafür ist aber enorm. Das verhindert, dass man in der Praxis auch mal kurze, sehr tiefe Impulse über den neutralen Trimm hinaus mit der BC-Steuerung geben kann. Dementsprechend sieht man sich gezwungen, in turbulenter Luft früher von der BC-Steuerung wieder auf den Bremseinsatz zu wechseln.

Anmerkung: Die Zugbeschränkung der BC-Steuerung könnte man als Sicherheitsfeature sehen, weil sie verhindert, dass man den Schirm darüber stallen kann. Ich sehe es in der Praxis aber eher als kleines Sicherheitsmanko, weil die BC-Steuerung immer dann blockiert, wenn man sie vielleicht am dringendsten bräuchte, um ein Klappen in Turbulenzen zu verhindern. Da der Bandit 2 zudem auch mit einer vergleichsweise geringen Topspeed gegenüber seinen direkten Konkurrenten zurückbleibt, könnten effizienz-orientierte XC-Jecken das als Nachteil erleben. Wer von seinem Flugstil her eh selten beschleunigt fliegt, sollte sich daran weniger stören.
  

Ohrenanlegen: 
Kleine Ohren

(0) Die Ohren lassen sich ohne großen Widerstand einholen und erfordern keine nennenswerten Haltekräfte. Die Ohren bleiben ruhig oder schlagen nur minimal. Allerdings sind die eingeklappte Fläche und die sich damit ergebenden Sinkwerte recht klein. Die Öffnung erfolgt leicht verzögert. Insgesamt  sind die Ohren brauchbar, aber als Abstiegshilfe nicht besonders effektiv. 


In der Steilspirale

Steilspirale:
(0) Die Spirale lässt sich mit dem Bandit 2 vergleichsweise flott einleiten. Sie ist gut kontrollierbar und dosierbar, etwas feiner als beim Hiko P. Die G-Kräfte bleiben durchschnittlich. Die Ausleitung geht problemlos. 

Anmerkung: Das gute Verhalten in der Steilspirale könnte man als "Ausgleich" für die geringe Effizienz der Ohren als Abstiegshilfe sehen. Das setzt natürlich ein sicheres Beherrschen der Spirale voraus.


Nicken: 
(0) Der Bandit 2 zeigt im Normalflug eine hohe Nickdämpfung, wirkt aber nicht totgedämpft. Ein induziertes Nicken lässt sich problemlos auch weiter aufschaukeln. Das Profil würde ich hier als etwas "pitchiger" einstufen als das des Hiko P. 


Rollen: 
(0) Der Schirm reagiert sehr gut auf Gewichtsverlagerung und lässt sich schon allein damit gut aufschaukeln. Er fängt sich aber auch schnell wieder ein. Ein "spaßiger" Charakter. 


Packen: 
(0) Das Packen erfordert dank der unempfindlichen Nitinol-Stäbchen keine besonderen Tricks. Durch die C-Wires im Hinterflügel ist das Packmaß etwas größer als beim Hiko P. Es bleibt aber völlig H&F tauglich. 


Qualität & Sonstiges: 
Kleine Schmutzauslässe

(0) Nahtbild, Materialauswahl und Fertigungsdetails sind sowohl bei Schirm wie Tragegurt gut. Die interne Struktur ist etwas simpler als bei Advance und Niviuk, z.B. ohne Fingerdiagonalen.
(+) Löblich finde ich den Verzicht auf Softlinks an den Tragegurten. Wenn man mal im Gelände eine Leine flicken muss, ist das mit weitaus weniger Gefummel verbunden.
(-) Die Schmutzauslassöffnungen in den Außenflügeln fallen etwas zu klein aus.
(0) Die Nitinol-Stäbchen in der Front sitzen ohne zusätzlichen Durchschlagschutz im Tuch. Fällt der Schirm vehementer auf die Nase, könnte es leichter mal Schäden geben. Hier ist der Pilot gefragt, auf sein "Leichtmaterial" gut aufzupassen.


Gesamtfazit: 
Der Gin Bandit 2 ist ein insgesamt sehr ansprechender Vertreter in der Trendklasse der  leistungsorientierten, leichten Mid-B-Schirme. Er vermittelt viel Flugspaß. Herausragende Stärke ist das Startverhalten, was gerade für Hike-and-Fly Abenteurer im suboptimalen Gelände ein wichtiger Punkt ist. Wer zudem einen etwas agileren, exakt steuerbaren und rollfreudigeren Schirm sucht, wird mit dem Bandit 2 auf seine Kosten kommen. Im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie Hiko P und Theta ULS bleibt der Bandit 2 allerdings bei Steigleistung, Top-Speed und Nutzbarkeit der BC-Steuerung etwas zurück. Von der Agilität und dem Spaßfaktor her würde ich ihn zwischen diesen beiden einordnen, von der XC-Eignung leicht darunter. 


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