Dorn Höschen

Wer mit einem Urinalkondom fliegt, steht immer vor der Frage: Wie leitet man den Schlauch möglichst knickfrei aus der Unterhose? Ein spezieller Slip kann helfen.

Der Schlauch des Urinals läuft knickfrei aus dem Rüssel
von Dorn Höschen. // Foto: Lu-Glidz
Ganz ehrlich, als ich zum ersten Mal die Kombination aus Bild mit der Produktbezeichnung sah, musste ich herzhaft lachen: Dorn Höschen! Da hatte ein allzu fluglustiger Gleitschirmpilot mit eigenem Modelabel wohl mal eine etwas verquere Idee.

Allerdings hatte mich Dominik Muun vom Berliner Label Stoffrausch schon im vergangenen Jahr mit seiner Groundhandling-Weste Martini positiv überrascht (s. Goundhandling Couture). Und so war ich umso gespannter, ob auch die innovative Lösung eines Slips mit Stoffrüssel als Eingriff ein nicht nur lustig anzuschauendes, sondern auch gerade für Flieger funktionelles Wäschestück darstellen könnte.

Ich habe also Dorn Höschen getestet und als durchaus nützlich empfunden. Es fühlt sich zwar anfangs etwas ungewohnt an, wenn der Penis nicht wie gewohnt rechts oder links im Slip eng am Körper anliegt, sondern mittig in einem Stoffrüssel steckt. Doch das Tragegefühl ist auf die Dauer durchaus angenehm – zumal wenn man den beruhigenden Eindruck gewinnt, dass der Schlauch eines angelegten Urinals in dieser Stellung tatsächlich geradliniger und sicherer verläuft.

Nun muss ich zugeben: Bisher habe ich nie erlebt, dass mir ein Urinalschlauch wegen einer abgeknickten Stellung im Slip Probleme bereitet hätte. Dorn Höschen ist also eine Lösung, die man nicht zwangsläufig braucht, um im Flug Wasser lassen zu können. Dennoch bietet Dorn Höschen Vorteile, die sich in der Praxis auch an anderer Stelle zeigen.

Da ist zum einen die Sache mit dem Anlegen des Schlauches am Startplatz: Während man den Urinalkondom vielleicht schon am Morgen im Badezimmer übergestülpt und festgeklebt hat, will man den ableitenden Schlauch gerne erst kurz vor dem Flug verlegen. Mit dem Penis im Rüssel von Dorn Höschen versteckt, lässt sich das sogar in einer Ecke des Startplatzes sehr dezent und "blickdicht" erledigen.

Der zweite Vorteil: Dorn Höschen bietet einem die Möglichkeit, den Schlauch nicht zwingend an einem Bein entlang, sondern mittig aus dem geöffneten Hosenstall zu führen. Bei Bedarf greift man im Flug nur kurz in den Schritt, zieht den Schlauch hervor und lässt ihn seitlich am Gurtzeug vorbei baumeln, bis das flüssige Geschäft erledigt ist. Dabei besteht keine Gefahr, dass sich irgendwelche Weichteile schmerzhaft im Reißverschluss der Hose verhaken.

Der dritte Vorteil hat nichts mit dem Wasserlassen zu tun: Durch die zentrale Positionierung des Penis sinkt das Risiko, dass sich beim Groundhandling und in der Abflugphase, vor allem bei Gurtzeugen mit Get-up-System, unangenehme Druckschmerzen einstellen.

Natürlich gibt es auch kleinere Nachteile: Dorn Höschen hilft nur Männern weiter, der Stoffrüssel sorgt für etwas ungewohnte Fülle im Schritt, zudem ist vielleicht nicht jedermann bereit, 49 Euro zzgl. Versand für eine Unterhose auszugeben. Wer allerdings viel Bodenhandling betreibt und gerne lange Flüge mit Uri plant, für den könnte Dorn Höschen tatsächlich eine Lösung sein, mit der man etwas weniger verklemmt in die Lüfte kommt.


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2 Kommentare:

loefflair hat gesagt…

wer fliegt denn heute schon noch mit Unterhose?

DerPeter hat gesagt…

Vielleicht muss ich mir echt ein Urinalkondom fürs Groundhandeln besorgen.Nervt ja schon immer wenn man den Schirm erst ablegen muss, nur weil niemand in der Nähe ist, der einem beim Geschäft zur Hand geht ;-)