Test: Leichtrucksäcke 80-90 l

Vier leichte Packsäcke mit jeweils rund 80-90 Liter Volumen im Vergleich: UP Summiteer light, Skywalk Hike 80, Supair Trek light und Sky Eyrie light.

Von links oben im Uhrzeigersinn: UP Summiteer, Skywalk Hike 80,
Supair Trek light und Sky Eyrie light. // Fotos: Lu-Glidz
Wer dem Trend zum Hike and Fly folgt, stellt alle Ausrüstungsgegenstände hinsichtlich Gewichtsersparnis auf den Prüfstand. Auch beim Packsack lässt sich abspecken. Wichtiger als die reine Gramm-Rechnerei sollte dabei allerdings ein Faktor sein: Der Packsack muss funktional sein und sich vor allem auch auf längeren Strecken selbst mit deutlich gewichtigem Inhalt gut tragen lassen.

Unter diesen Gesichtspunkten habe ich einmal vier aktuelle Leichtrucksäcke für Gleitschirmflieger getestet, die jeweils unterschiedlichen Design-Konzepten folgen, aber doch vergleichbar sind: Alle besitzen ein Volumen von rund 80-90 Liter, ein vollwertiges Tragesystem mit Hüftgurt und ein Gewicht von deutlich unter einem Kilogramm.

Es handelt sich um die Modelle Summiteer light von UP, Hike 80 von Skywalk, Trek light von Supair sowie Eyrie light von Sky. Alle wurden mir jeweils von den Herstellern beziehungsweise den deutschen Importeuren für den Test freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Mit jedem dieser Packsäcke bin ich für den Test mindestens 1000 Höhenmeter gewandert, teilweise deutlich mehr. Im Sack jeweils die gleiche Ausrüstung: Ein Gleitschirm in einem Concertina Compress Bag, ein leichtes Liegegurtzeug (Karpofly Extra light), ein Cockpit mit weiterer Ausrüstung, ein Integralhelm, ein 1,5 l Wassersack und etwas Kleidung. Diese Kombination ist nicht extra gewichts- und volumenoptimiert, ermöglicht aber ein gutes Ausfüllen eines 80-Liter-Sackes, was für diesen Vergleich ja intendiert war. Zudem ergibt sich so ein Gewicht von 14-15 kg.

Bei dem Test ging es mir nicht darum, am Ende den eindeutig besten Rucksack in dieser Reihe zu küren. Denn ein bedeutender Anteil des Tragekomforts hängt nicht nur vom Rucksack selbst, sondern auch von der eigenen Ausrüstung, der Packweise sowie den körperlichen Dimensionen des Trägers ab. Ein Modell, das für den einen passt, kann für den anderen mit anderer Ausrüstung vielleicht nur suboptimal zu packen sein. Das gilt es zu berücksichtigen. Wer sich für einen Rucksack entschieden hat, sollte zudem immer wieder ausprobieren, wie man das Modell mit der eigenen Ausrüstung am besten so ausfüllt und komprimiert, dass sich ein möglichst kompaktes Paket mit dem Schwerpunkt nah am Rücken ergibt.

Im Folgenden beschreibe ich bei den Rucksäcken nicht immer alle technischen Details. Die kann man auf den jeweiligen Herstellerseiten nachlesen. In meinen Ausführungen gehe ich vor allem auf Punkte ein, die mir in der Praxis jeweils besonders positiv oder negativ aufgefallen sind, bzw. die ich für eine Einschätzung für relevant halte.


Von der Form her ein klassischer Packsack, aber
aus sehr leichtem Ripstop-Gewebe.

UP Summiteer light

Volumen: 95 Liter
Gewicht: 385 Gramm (selbst gewogen)

Beschreibung: Der Summiteer light ähnelt vom Grundschnitt her einem verkleinerten "klassischen" Gleitschirm-Packsack.  Hauptunterschied ist das verwendete Stoffmaterial. Bis auf den etwas stabileren Boden ist der gesamte Sack wie ein Gleitschirm aus leichtem Ripstop-Nylon genäht. Auch am Rücken befinden sich keine weiteren Verstärkungen oder Polster. Nur Schultergurte  und Hüftgurt sind innen leicht gepolstert und mit einem Mesh-Material gefüttert. Der Sack besitzt auf jeder Seite drei schmale Kompressionsriemen mit sehr leicht laufenden, aber gut haltenden Schnallen.

Kompression: Mit den drei Kompressionsriemen pro Seite lässt sich das Volumen des Rucksackes gut an die eigene Ausrüstung anpassen. Allerdings ist der Rucksack auch mit fest gezurrter Kompression das Modell in dieser Reihe, das beim Tragen noch am stärksten auf dem Rücken in sich arbeitet – was zum einen dem dünnen, flexibleren Stoff  geschuldet ist, und zum anderen dem Fakt, dass die Kompression nur etwas mehr als die Hälfte des Sackes mit einbezieht (vom Rand des Reißverschlusses hin zum Rückenteil, s. Foto). Die Volumenreduktion ist deshalb etwas beschränkt.

Tragekomfort: Entsprechend gepackt, am besten mit dem Gleitschirm in einem Kompressions-Sack als versteifendes Element direkt am Rücken, lässt sich der Summiteer light sehr gut tragen. Der Hüftgurt ist breit und sitzt von allen Modellen des Tests am besten. Die nach unten leicht keilförmige Form des Sackes sorgt für eine gute Kraftübertragung. Die Schultergurte schneiden nicht ein, trotz ihrer eher dünnen Polsterung. Beim Tragen liegt der Rucksack auf einem großen Bereich am Rücken an. Das ist zu einem angenehm, zum anderen aber durchaus Schweiß treibend. Der dünne Stoff der Rückenpartie hält diese Feuchtigkeit nicht lange von der Ausrüstung fern. Wer längere Touren mit dem Summiteer light plant, sollte Lösungen finden, wie man den Schirm im Sack vor dem durchsickernden Schweiß schützen kann.

Packmaß: Der Summiteer light lässt sich von allen Rucksäcken in diesem Test am kleinsten zusammenfalten und lässt viel Platz für anderes Gepäck im Stauraum des Gurtzeuges.

Qualität: Der Rucksack wirkt mit seinem dünnen Stoff schon auf den ersten Blick etwas empfindlich und ist es auch. Bei meinem Test gab es eine Situation, in der ich den Rucksack hochheben wollte und dabei unbedacht auf einem Gurtband des Hüftgurtes stand. Die ungewollte Krafteinleitung endete mit einem Riss in der Rückenpartie. Mittlerweile liefert UP die Rucksäcke mit einer Klebesegelverstärkung an der Schwachstelle aus. Insgesamt bleibt aber das Gefühl, dass der Rucksack durchaus an ein paar Stellen ruhig noch mehr Verstärkungen oder eine etwas großzügigere Verwendung des stabileren Tuches des Bodens vertragen könnte, auch wenn er dadurch etwas schwerer würde. Sonst ist man doch gezwungen, den Summiteer light im Alltag stets mit etwas Vorsicht zu behandeln und möglichst von scharfkantigen Steinen oder dornigen Büschen fernhalten, die den Stoff schnell beschädigen könnten.

Für wen, für was: Der Summiteer light bietet guten Tragekomfort, ist meines Erachtens aber nur mit Einschränkungen für lange oder gar mehrtägige Hike-and-Fly Touren zu empfehlen. Der Leichtbau führt zu stärkeren Kompromissen bei der Haltbarkeit, dessen muss man sich bewusst sein. Der Rucksack passt für Wanderungen im nicht zu rauem Gelände, bei denen man bewusst auf sehr leichtes Gepäck setzen will. Dabei muss die Ausrüstung (Gurtzeug) nicht zwangsläufig auf Minimalvolumen getrimmt sein. Mit etwas Geschick bringt man auch eine Normalausrüstung darin unter.


Auf dem Hüftgurt sitzt eine größere Tasche.
Das clevere Roll-Top ist auf diesem Bild
nicht sauber verschlossen. 

Skywalk Hike 80

Volumen: 80 Liter (variabel)
Gewicht: 530 Gramm

Beschreibung: Der Hike 80 basiert auf einem Rucksack, den Skywalk ursprünglich für X-Alps-Piloten entwickelt hat. Er ist vergleichsweise schmal und dafür aber hoch geschnitten, mit einer breiten oberen Öffnung wie ein echter Sack. Eine Besonderheit ist der Verschluss: Der Hike 80 besitzt einen vorderen Reißverschluss, um das Packen zu erleichtern. Verschlossen wird der Sack aber, indem man ihn von oben einrollt (Roll-Top) und dann mit Bändern an der Seite verzurrt und dabei komprimiert. So bildet er einen stabilen Block. Zudem kann das Volumen gut an unterschiedliche "Füllstände" angepasst werden.
Skywalk verbaut am Hike 80 verschiedene Tuchmaterialien: Etwas stabileres Cordura für Boden und Rückenpartie und ein von innen leicht gummiertes Ripstop-Nylon für den Rest. Schulter- und Hüftgurte sind dünn gepolstert. Die Tasche auf einem Hüftgurt ist groß genug, um auch ein Smartphone darin aufzunehmen.

Kompression: Der Hike 80 ist enger geschnitten, wodurch er von sich aus die Ausrüstung etwas komprimiert. Daneben besitzt er nur die Kompression des Roll-Tops, aber keine zusätzlichen seitlichen Riemen. Das ist aber nicht unbedingt von Nachteil. Durch den schmalen Schnitt liegt die Ausrüstung auch so kompakt am Körper an. Allerdings muss man beachten: Nicht jede Ausrüstung wird in diese Form von Rucksack gut zu packen sein, denn Schirm und Gurtzeug sollten zusammen ein eher schmales und flaches Päckchen bilden können, damit sie gut hineinpassen. Breite Sitzgurte haben da keine Chance. Seitliche (Kompressions-)Bänder vermisst man nur, wenn man in die kleineren Außentaschen des Rucksackes, die aus einem Stretchmaterial bestehen, etwas längere Stöcke oder Zeltstangen stecken wollte. Hier fehlen Riemen, um sie weiter oben zu sichern.

Tragekomfort: Gut gepackt ergibt der Hike 80 (neben dem Supair Trek light) das kompakteste und angenehmste Paket auf dem Rücken. Die Kraftübertragung auf den Hüftgurt ist sehr gut. So bildet das System eine Einheit mit dem Körper, was auch schnelleres Hiken im X-Alps-Stil ermöglicht. Nicht ganz optimal gelöst empfinde ich die Tragegurte. Sie sind am Rand mit einem stabileren Stoffband gesäumt, das bei mir allerdings etwas auf den Schlüsselbeinen drückte. Bei einem anderen Körperbau wird das Problem möglicherweise nicht auftreten. Für meinen Geschmack könnten auch die seitlichen Schwingen des Hüftgurtes etwas kürzer ausgeführt sein. Diese sind so lang, dass Menschen mit schmaleren Hüften (< Bundgröße 32 bei Jeans) schon Probleme bekommen könnten, den Hüftgurt richtig eng zuzuziehen.

Packmaß: Zusammengefaltet ergibt der Hike 80 ein angenehm kleines Päckchen. Allerdings wird es durch die längeren, etwas versteiften Schwingen des Hüftgurtes etwas unförmiger.

Qualität: Da gibt es nichts zu meckern. Der Rucksack macht einen sehr durchdachten und im Verhältnis zum Gewicht auch sehr stabilen Eindruck – mit Verstärkungen bzw. stabileren Materialien an den passenden Stellen. Besonders gefallen haben mir ein paar Details: Der Reißverschluss hat einen Klemmschutz. Die Schließen von Brust und Hüftgurt sind besondere Schnallen, die gut halten, sich aber ganz leicht mit einem Fingerdruck öffnen lassen. Für den Trinkschlauch gibt es nicht nur einen seitlichen Ausgang im Sack, sondern auch eine praktische Halteklemme am rechten Tragegurt.

Für wen, für was: Der Skywalk Hike 80 ist von allen Rucksäcken im Test derjenige mit dem breitesten Anwendungsspektrum und sehr gutem Tragekomfort: von Hike-and-Fly Rennen wie dem Bordairrace über mehrtägigen Biwaktouren mit Minimalgepäck bis hin zum Alltagseinsatz. Das liegt v.a. an der genialen Volumenanpassung durch das Roll-Top. Allerdings führt der schmale Schnitt dazu, dass nicht jede Art von Gurtzeug plus Schirm darin Platz finden werden. Sitzbrettlose Leicht-Liegegurtzeuge plus Leichtschirm im Kompressionssack sind da im Vorteil. Es ist ratsam vor einem Kauf einen Probepack zu machen.


Die Rückenpolsterung dient auch als
Schweißbremse. Die Flachenhalter
schlockern beim Laufen herum.

Supair Trek light

Volumen: 80 Liter
Gewicht: 385 Gramm (Herstellerangabe: 350 Gramm)

Beschreibung: Der Trek light von Supair ist ebenfalls ein Derivat der X-Alps-Wettbewerbe. Wie schon der Hike 80 von Skywalk folgt er dem Ansatz, schmaler und dafür etwas höher gebaut zu sein, um einen körpernahen Schwerpunkt zu gewährleisten. Geschlossen wird er mit einem U-förmigen Reißverschluss, der spritzwasserdicht gummiert ist. Ähnlich wie der Summiteer ist der Trek light größtenteils aus leichtem Ripstop-Nylon gefertigt. Allerdings hat der Stoff eine etwas steifere Beschichtung. Zudem hat es Supair verstanden, die Konstruktion an entscheidenen Stellen zu verstärken, in dem mit einer doppelten Lage Stoff gearbeitet wird. Am Rücken ist zudem eine dünne, schmale Neoprenplatte verbaut, die nicht nur als versteifendes Polster dient, sondern auch Schweiß vom Inneren fernhält.
Der Rucksack bietet mehrere Anbauten wie Flaschenhalter an beiden Schultergurten und aufgesetzte Taschen auf beiden Hüftgurtflügeln. Handy, Kompaktkamera, Schlüssel u.ä. passen dort gut hinein.
Packtechnisch ist der Trek light unter den Testkandidaten derjenige, bei dem man sein Packsystem am meisten optimieren muss. Zum einen bietet er das kleinste nutzbare Volumen, zum anderen ist die Reißverschlussöffnung etwas enger geschnitten. Will man alle Ecken konsequent ausnutzen, wird der Packvorgang zu einer Fummel- und Stopfarbeit.

Kompression: Der Trek light bietet auf beiden Seiten jeweils zwei Kompressionsriemen. Eine echte Kompression ist aber in der Praxis kaum nötig oder sogar kontraproduktiv. Kaum nötig, weil der Rucksack so schmal gebaut ist, dass man seine Ausrüstung eh schon zusammendrücken muss, um sie unterzubringen. Sie sitzt dann von selbst schon spack. Als kontraproduktiv erweist sich zudem der Einsatz der unteren Kompression, weil man sich damit schnell einen Knick in die Rückenpartie oberhalb des Hüftgurtes zieht. Darunter leidet der Tragekomfort. Als Haltebänder für Stöcke oder Zeltstangen sind die seitlichen Riemen aber gut zu gebrauchen.

Tragekomfort: Passend gepackt, empfand ich den Trek light insgesamt am angenehmsten zu tragen. Er vermittelt ein ungeheuer kompaktes Gefühl und erleichtert damit den schnellen Gang mit Stockeinsatz. Die Tragegurte drücken nicht, und der Hüftgurt ermöglicht eine sehr effiziente Gewichtsverteilung, auch wenn er zumindest bei meiner Hüfte nicht in voller Breite auflag.
Weniger überzeugt haben mich die Flaschenhalter an den Schultergurten. Mit vollen Flaschen bestückt, schlackern diese beim Laufen störend hin und her. Es fehlt ein Kordelzug, um sie samt Inhalt besser zu fixieren. Eine sinnvolle Möglichkeit, einen Trinkschlauch von innen nach außen zu führen, gibt es nicht.
Suboptimal gelöst ist auch der obere Tragegriff. Dieser ist so auf den Stoff genäht, dass ich etwas Sorge hatte, den Pack allein daran hochzuheben. Eine Griffschlaufe am oberen Ende der Rückenplatte hätte ich besser gefunden.

Packmaß: Der Trek light ist relativ klein zusammenrollbar. Durch die Verstärkung am Rücken erreicht er aber nicht das Minimalmaß des Summiteer light.

Qualität: Der Trek light zeigt, wie man extremen Leichtbau durch intelligenten Materialeinsatz erstaunlich stabil realisieren kann. Sicher ist der verwendete Stoff etwas empfindlicher als klassisches Rucksacktuch. Aber grundsätzlich würde ich dem Trek light in Sachen Haltbarkeit deutlich mehr zutrauen als dem UP Summiteer. Der Reißverschluss ist etwas schwergängig, das hängt aber mit dem vorteilhaften Spritzwasserschutz zusammen.

Für wen, für was: Der Trek light ist eine interessante Option für Hike-and-Fly Rennen mit sehr leichter Ausrüstung. Auch Piloten, die auf besonders hohen Tragekomfort wert legen, sollten dieses Modell in Betracht ziehen. Für den Alltagseinsatz wäre mir die enge Packerei etwas zu fummelig. Und auch für mehrtägige Biwakabenteuer ist der Sack mit seiner weitgehend fixen Größe etwas zu unflexibel. Der enge Schnitt schränkt die Möglichkeiten ein, welche Art von Ausrüstung man darin unterbringt. Mehr noch als beim Hike 80 ist deshalb beim Trek light eine Packprobe vor dem Kauf ratsam.


Sehr gute Komprimierbarkeit bis Schulterhöhe.
Der obere Bereich lässt sich nicht so kompakt
packen. Er bleibt etwas schlabberig.

Sky Eyrie light

Volumen: 95 Liter
Gewicht: 760 Gramm

Beschreibung: Der Eyrie light ist von allen getesteten Modellen am wenigsten extrem. Die verwendeten Stoffe sind zwar dünner als bei klassischen Packsäcken, doch wirken sie mit einer besonderen Waben-Ripstop-Struktur noch immer stabil und haltbar. Auch die Polsterungen von Schultergurten, Rücken und Hüftgurt sind etwas fülliger ausgeführt als bei den anderen Testmodellen.
Der Eyrie light baut auch weniger in die Höhe. Stattdessen bezieht er sein Volumen aus einem keilförmigen Schnitt, unten schmaler, oben breiter (von der Seite betrachtet). Eine Besonderheit ist der schräg eingezogene Reißverschluss, woraus sich eine sehr große Beladeöffnung ergibt. Allerdings macht es dieser Schnitt schwerer, den Rucksack im oberen Bereich kompakt zu füllen. Wenn es darum geht, den Schwerpunkt des Rucksackes nah an den Körper zu bringen, kann der Eyrie light nicht ganz mit den anderen Säcken im Test mithalten. Das geht ein wenig zu Lasten des Tragekomforts.
Am Hüftgurt sind Taschen angebracht, links eine verschließbare mit Reißverschluss, gut für Schlüssel und Geldbeutel, aber zu klein für ein klassisches Smartphone. Das kann man bei Bedarf rechts in eine Netztasche mit Gummizug schieben.

Kompression: Der Eyrie light besitzt auf jeder Seite drei Kompressionsriemen, die mit V-förmigen Laschen angenäht sind. Mit dieser breiten Zugkraftverteilung lässt sich der Sack sehr gut komprimieren. Das gilt allerdings nur für die unteren zwei Drittel. Der obere Bereich des Sackes bleibt immer etwas labberig. Hier hätte ich mir noch eine eigene Kompessionsmöglichkeit gewünscht.

Tragekomfort: Wenn man den Eyrie light gut komprimiert, erreicht er einen hohen Tragekomfort – vor allem im Vergleich zu üblichen Gleitschirm-Packsäcken. An das kompakte Tragegefühl des Hike 80 oder des Trek light kommt er allerdings nicht heran, und auch gegenüber dem Summiteer light ist er in diesem Punkt noch im Nachteil. Haupthindernis ist der (zu) weit geschnittene obere Bereich, für den die Kompression nicht mehr greift. Hier fällt es schwer, das Gewicht nah genug an den Körperschwerpunkt zu bringen, um ein aufrechtes und damit weniger im Rücken und Schultern kräftezehrendes Laufen zu ermöglichen.

Packmaß: Durch die dickeren Polster am Rücken, den Schultergurten sowie dem etwas ausgesteiften Hüftgurt besitzt der Eyrie light das größte Packmaß aller Modelle im Test. Er bleibt dennoch kompakter als viele klassische Packsäcke.

Qualität: Da lässt sich Sky nicht lumpen. Der Packsack ist durchdacht, mit guter Materialauswahl und Verarbeitung. Ihm würde ich am ehesten auch einen einen etwas raueren Alltagseinsatz zutrauen.

Für wen, für was: Der Eyrie light taugt am ehesten als vollwertiger Ersatz für einen klassischen Gleitschirm-Packsack. Man muss keine größeren Einbußen bei der Haltbarkeit in Kauf nehmen. Es ist ein Allrounder mit dem Vorteil des etwas reduzierten Gewichts. Der breitere Zuschnitt kann selbst ein  klassisches Sitzgurtzeug mit Sitzbrett aufnehmen. Damit taugt er auch für gelegentliches Hike-and-Fly mit (nicht zu großer) Normalausrüstung. Für längere, gar mehrtägige Wandertouren würde ich allerdings einen höher geschnittenen Packsack bevorzugen, mit dem man das Gewicht insgesamt näher an den Körperschwerpunkt bringen kann.


Hinweis: Die hier getesteten Modelle sind nicht die einzigen dieser Art auf dem Markt. Zu den weiteren Varianten mit ähnlichem Volumen zählen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

- Gin Gliders Lite, 80-90 l, 750 Gramm
- Advance Lightpack 2, 82-90 l, 840 Gramm
- Kortel Kolibri Backpack, 80 l (+20 l Deckeltasche optional), 800 Gramm
- Skyman Coco, 79 l, 580 Gramm
- BGD Sherpa S, 80 l, 740 Gramm (fällt meiner Erfahrung nach klein aus, gibt es auch als 100 l Version)



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2 Kommentare:

juergen hat gesagt…

Hallo Lucien, ich nutze jetzt 2 Jahre den SupAir davor den Skywalk. Der SupAir ist von der Größe für den Strikegurt gedacht. Wenn Du den Strike mit BumpAir nach oben auf den Schirm legst, glatte Seite zeigt zum Rucksackboden und beides zusammen (!) mit einem Kompressionsband zusammenziehst rutscht das Päckchen einfach und ohne Gefummel in den Rucksack. Auch bei einem "normalen" semilighten Schirm und mittlerem Packvolumen. Darüber ist genug Platz für Helm, Wäsche etc. Die äusseren Kompressionsriemen verwende ich um z.B. dicke Jacken außen griffbereit zu verstauen. Der Tragekomfort ist dank der angenehmen Rückenplatte deutlich höher als beim Skywalk. Es bilden sich keine Falten und der Rucksack wirkt kompakt. Die zusätzlichen Taschen am Trageriemen verwende ich für Handy, Proviant - aber nicht für Wasserflaschen. Natürlich wird es für eine Biwaktour mit Zelt, Schlafsack, Kocher ein bisschen sehr eng. Aber dafür war er auch sicher nicht gedacht.

Tim-Patrick Meyer hat gesagt…

Habe gerade mein Strike (Größe L) mit dem Supair TrekLight 350g bekommen. Der erste Packversuch war ernüchternd, denn der Rucksack ist deutlich kleiner als ich erwartet hatte. Mit der von Jürgen beschriebenen Methode bekomme ich mit viel Mühe das Gurtzeug, einen Leichtschirm und meinen Helm hinein. Da platzt es aber dann auch schon fast aus den Nähten. Vielleicht ließen sich in die Lücken um den Helm herum noch ein zweites T-Shirt und eine Daunenjacke quetschen, aber für Instrumente und einen Trinkschlauch (2 Liter) ist bei mir ganz sicher kein Platz mehr. Evtl. ließe sich mit einem Compressbag tatsächlich noch etwas Volumen freimachen, aber ein noch engeres Packen möchte ich meinem Schirm nicht antun. Insgesamt finde ich, dass Lucian es treffend beschreibt, dass es eine ziemliche Friemelei ist. Ich werde vorerst bei meinem Gin Lite Rucksack mit 90 Litern bleiben, da geht alles locker rein, er wiegt aber etwa das Doppelte (750 g).