Erst Retter raus, dann Retter weg

Ein Pilot musste beim Streckenflug über unwegsamem Gelände den Rettungsschirm ziehen. Als der Hauptschirm sich wieder fing, kappte der Pilot den Retter.

Der Pilot mit noch verbundenem Retter über dem Heiligkreuzkofel.
// Quelle: DHV-XC, O. Teubert
Es ist eine der Geschichten, die derzeit für viel Gesprächsstoff unter Streckenfliegern sorgt. Am Sonntag, als viele Streckenflieger in den Südalpen große Dreiecke flogen, musste ein Pilot überm Heiligkreuzkofel in den Dolomiten den Retter ziehen. Nach einer Störung befand er sich zweifach eingetwistet im Spiralsturz. Als der Retter tragend über ihm hing, entwistete sich der Schirm allerdings und war wieder fliegbar. Kurzerhand zückte der Pilot sein Kappmesser, trennte die Leine des Retters und setzte dann seinen Flug normal fort.

Oliver Teubert, der zufällig in der Nähe unterwegs war, hatte das aus der Luft beobachtet und den Vorfall in den Anmerkungen zu seinem Flug im DHV-XC kolportiert: "Eine schräge Aktion am Heiligkreuzkofel, einer schmeißt nach Spiralsturz die Rettung. Ich habe mich schon mit der Alarmierung beschäftigt und wollte noch abwarten, wo er in dem abgelegenen Gelände landet, da trennt er die Rettung ab und fliegt wieder weiter. Nerven haben die Leute..."

Andere bestätigten den Vorfall und fügten weitere Details hinzu, die der betroffene Pilot selbst später am Landeplatz erzählt haben soll: Ihm sei klar gewesen, dass ein Retterabgang in dem unwegsamen Felsgelände am Heiligkreuzkofel nicht nur riskant, sondern auch mit einer teuren Hubschrauber-Rettungsaktion verbunden wäre. So traf er die Entscheidung, lieber den Rettungsschirm zu opfern und den Flug normal fortzusetzen. Allerdings hatte der Pilot auch noch einen zweiten Retter im Gurtzeug.


6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Komisch, alle Kommentare sind vom 1. April :-)

Anonym hat gesagt…

War auch mein erster Gedanke.
Aber nachdem ich es von verschiedenen Piloten die es selbst gesehen haben gehört habe glaube ich das ganze.
Und wen man genauer darüber nachdenkt war die Entscheidung des Piloten nicht die schlechteste, denn ein Retterabgang über den steilen Felswänden des Heiligkreutzkofels is alles andere als ungefährlich.

Philipp Steinger hat gesagt…

Was wir jetzt dringend benötigen sind Biologisch abbaubare Einwegretter ;-)

Matze hat gesagt…

Ich kenne auch Leute, die beim Comp im Startzylinder die Rettung werfen mussten, heil an dieser gelandet sind und dann einfach den Retter ins Gurtzeug hinten rein stopfen und gleich wieder starten. Ohne zweite Rettung. Prost Mahlzeit.

JN hat gesagt…

Alle Kommentare sind vom 1. April, weil der Abgang am 31. März passiert ist. Zwei meiner Kollegen haben den Abgang in der Luft beobachtet und ich habe mit dem Piloten am Landeplatz persönlich gesprochen. Jedes Wort, das Lucian geschrieben hat, ist korrekt.

Tim-Patrick Meyer hat gesagt…

Eki Maute erzählte uns eine solche Geschichte mal in einem Sicherheitstraining. In seinen Zeiten als Testpilot ging er unter'm Retter runter und wurde vom Wind in die Berge geblasen. Da wurde der Hauptschirm wieder Flugfähig, also schnitt er kurzerhand den Retter ab und flog raus. Ich vermute das war damals noch ohne Zweitretter.