Chrigel Maurer vor seinem 6. Triumph

Der Sieger der Redbull X-Alps 2019 wird wohl wieder Chrigel Maurer heißen. Noch heute wird er am letzten Wegpunkt in Peille erwartet. Sein Vorsprung gilt als normalerweise uneinholbar.

Chrigel Maurer: Siegertyp mit einer rebellischen Seite.
// Quelle: Facebook, Team Chrigel Maurer
Rund 90 Kilometer hat Chrigel Maurer seinem ärgsten Verfolger Maxime Pinot derzeit (am Montag vormittag) voraus. Das sollte reichen, damit der bereits fünfmalige Champion der X-Alps auch ein sechstes Mal in Folge sich die Krone als Hike-and-Fly-König aufsetzen kann.

Spannend bleibt das Rennen um Platz 3. Der wird wohl zwischen Paul Guschlbauer und Benoit Outters ausgefochten. All das lässt sich im Livetracking verfolgen.

Dass Chrigel Maurer wieder vorn liegt, kommt für keinen Beobachter überraschend. Und dennoch war das Rennen in diesem Jahr so knapp wie selten. Die Vorentscheidung fiel erst kurz vor dem Wendepunkt Titlis. Chrigel gelang es als Einzigem, den über 3000 Meter hohen Berg fliegend zu erreichen und auf dem Gletscher topzulanden, wo alle Piloten unterschreiben mussten. Maxime Pinot, eigentlich nur wenige Kilometer dahinter, wurde von einem Gewitter gestoppt, musste von seinem Kurs abweichen und landen gehen. Am Ende war er zu einem kräftezehrenden Aufstieg zu Fuß gezwungen – wie fast alle nachfolgenden Piloten auch. Chrigel konnte sich dank des "Wetterglücks des Tüchtigen" zum ersten Mal nennenswert absetzen.

Wenn Chrigel heute noch Peille erreicht, ist das Rennen nicht gleich zu Ende. Es wird auf jeden Fall noch bis Donnerstag, 11.30 Uhr, weiter gehen. Da in den nächsten Tagen in Frankreich weiterhin fliegbare Bedingungen vorherrschen werden, dürften noch einige weitere Piloten das ersehnte Ziel Monaco erreichen.

Übrigens: Ganz zutreffend ist das mit Monaco als Ziel gar nicht mehr. In diesem Jahr wird das Floß, auf dem die Piloten landen, an der Spiaggia Bianca platziert. Dieser Strand liegt etwas östlich von Monaco und gehört offiziell zu Frankreich.


Chrigel, der Rebell

Wer sich nun noch fragt, warum ich als Illustration für diesen Post ein Doppelporträt von Chrigel gewählt habe? Es ist eine kleine Geschichte, die zwei Seiten des Überfliegers zeigt. Auf der einen der absolute Profi, auf der anderen der versteckte Rebell.

Schon 2015 war die rebellische Seite Chrigels aufgeflackert, als er aus Ärger über eine Entscheidung der Organisatoren in einem Video verkündete, Cola schmecke besser als Redbull.

In diesem Jahr hatte sich Suunto als einer der Sponsoren der X-Alps offenbar beklagt, dass Chrigel einen zu kleinen Aufkleber der Marke auf seinem Helm trage. Chrigel reagierte darauf, indem er einen größeren Aufkleber aufbrachte, darin aber die Lüftungsschlitze seines Helms frei schnitt und so die intendierte, verbesserte Außenwirkung gleich wieder konterkarierte. Dazu postete er aber, ganz der schelmische Profi, auf seiner Facebook-Seite gleich eine Entschuldigung: "Liebe Suunto, sorry, dass das nicht so toll aussieht. Gerne möchte ich mich direkt bei Euch persönlich dafür entschuldigen."

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das Floss wurde übrigens auch schon letztes Mal gestrichen. Schade, dass ein OK vom Kaliber eines Red Bull Management es nicht schafft, für so ein Event eine Ausnahmebewilligung zum Überflug der Stadt zu bekommen.

Anonym hat gesagt…

Der Russe Griaznov konnte auch am Titlis einlanden

Karl hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass der Russe on Top gelandet ist. Da dürften einige hm gefehlt haben. Aber heute ist Heli Schrempf ein toplanding am Titlis gelungen! Karl M.

Anonym hat gesagt…

Auch wenn das Rennen um den Sieg relativ früh entschieden schien und damit die Spannung an der Spitze genommen scheint - ich finde es jedes Jahr wieder faszinierend zu sehen, die Maurer es schafft, die richtigeren Entscheidungen zu treffen. Wenn ich Hüte tragen würde, würde ich sie ziehen - Kondition kann man antrainieren, Strategie kann man diskutieren, aber Instinkt für die richtigen kleinen Entscheidungen muss man haben.

Aber unabhängig von Platzierungen bewundere ich es mehr noch als Bei Chrigel, wie sich vor allem die hinteren Plätze motivieren können, diese harte Rennen weiterzutreiben, auch ohne Aussicht auf Erreichen des Ziels. Harten Respekt!

Remo hat gesagt…

Also dass Pinot von einem Gewitter gestoppt wurde und deshalb landen musste, stimmt so nicht. Vor ihm überentwickelte eine Cumuluswolke, die einfach nur ausregnete. Hätte er allerdings vom Flimserstein direkt den Crap Sogn Gion anvisiert und dort nicht nochmals viel Zeit beim Suchen des Hausbarts verloren, hätte er die sich langsam überentwickelnde Wolke beim Ausregnen längst passiert gehabt. Alternativ hätte er am Crap Sogn Gion einlanden und von dort wie Chrigel weiter der Surselva folgen können, statt sich im Glarnerland abzumühen.
Warum ich das mit der Wolke weiss? Weil ich zum dem Zeitpunkt oberhalb Waltensburg auf 2000m stand und sowohl Chrigel, Pinot als auch die Wolke sah.