Bargeldlos auf den Berg

Mit dem Handy zu zahlen wird immer beliebter. Gerade für kleine Summen ist die bargeldlose Abrechnung praktisch. Ein Schweizer Club hat damit gute Erfahrungen gemacht.

Der Bus des DC Falk fährt zu den Startplätzen. Die
Auffahrten können bargeldlos gezahlt werden.
// Quelle: DC Falk
Der DC Falk unterhält im Jura das Fluggebiet Balsthal mit einer Reihe von Startplätzen, die nicht mit Bahnen erschlossen sind. Stattdessen gibt es einen club-eigenen Bus für die Auffahrten. Acht Schweizer Franken kostet es, sich damit zum Startplatz kutschieren zu lassen. Früher kassierte der Fahrer diese Summe stets in bar, doch seit rund einem Jahr gibt es auch noch eine zweite Option: Man kann auch per Smartphone über die App Twint bezahlen, die von vielen Schweizer Banken unterstützt wird. Dafür reicht es, mit der App einen im Bus angebrachten QR-Code zu scannen, schon wird der Betrag elektronisch dem Club gutgeschrieben.

Der Dienst hilft nicht nur den Clubmitgliedern, das Problem des unpassenden Wechselgeldes zu umgehen. Mittlerweile können auch Gäste per Twint nicht nur den Bus bezahlen, sondern auch an den Startplätzen ihr Startgeld von zwei Franken elektronisch entrichten. Dafür ist auf den Hinweistafeln am Startplatz jeweils ein passender QR-Code angebracht.

Nach Angaben des Clubs nutzen mittlerweile rund die Hälfte der Piloten die bargeldlose Option. Einziger Nachteil: Die Buchhaltung ist etwas komplizierter geworden, weil Bar- und Twint-Zahler getrennt erfasst werden müssen.

14 Kommentare:

Matthias Wehrle hat gesagt…

Nun hält der Weg zur bargeldlosen Gesellschaft auch bei den freiheitsliebenden Gleitschirm- und Drachenfliegern ein. Was Bargeldlosigkeit konkret bedeutet darf sich jeder selbst mal vorstellen.

Ja, es erleichtert gewisse Dinge, aber:
- du bist gläsern
- und vor allem erpressbar und hast weniger Kontrolle über "dein" Geld

Bargeld kann man dir physisch zwar auch entziehen, aber längst nicht so leicht wie dir den Weg zum elektronischen Geld zu versperren. Wer nicht "auf Linie" ist, kann damit wunderbar gegängelt werden.

Oder denkt man noch einen Schritt weiter, wenn es zum nächsten schwarzen Freitag kommt und eine Blase platzt. Man schaue nach Griechenland oder Zypern was dann passiert. Man kommt nicht mehr an sein elektronisches Geld. Du bist ohnmächtig.

Nein, ich bin nicht von gestern - ich sehe nur reale Gefahren, die schamlos ausgenutzt werden, wenn sie bestehen. Der eine oder andere wird darüber lachen. Reden wir noch mal darüber, wenn es so weit ist. Dann lacht keiner mehr.

Und nur weil es so chic ist nun bargeldlos auf den Berg zu kommen, braucht man das ja nicht völlig unhinterfragt stehen lassen.

Anonym hat gesagt…

Ich sehe dieses elektronische Geld ebenfalls sehr kritisch. Die von Mattias vorgebrachten Einwände sind absolut real und gerade vor der politischen Entwicklung der Welt sollte jeder nochmal genau darüber nachdenken, ob es besser ist reales Geld unterm Kopfkissen zu haben, an das man auch im Krisenfall rankommt oder elektronisches Geld, das einfach gesperrt wird, wenn man nicht in die Gesellschaft passt. Wie schnell eine Gesellschaft kippt kann man gut in der Türkei sehen, von 10/ 12 Jahren hätte sich z.B auch kein Polizist, Bürgermeister, Zeitungsredakteur, normaler Bürger gedacht dass er mal ob seiner politischen Sichtweise ins Gefängniss kommt. Eine Flucht ohne Bargeld???? Unmöglich. Das ist real und nicht unglaubwürdig und solche Zeiten gab es auch in Deutschland schon.
Vor z.B solchen Hintergünden sollten man sich genau überlegen, ob man die schöne, neue Bezahlwelt ohne Bargeld wirklich will. Es kann auch andere Zeiten geben, denkt mal drüber nach. Ich für meinen Teil versuche soweit möglich nicht Bargeldlos zu bezahlen. Bares ist das einzig Wahre.
Im Fall die Bezahlung des Shuttles muss man aber auch zugeben, dass es den Bezahlvorgang vor Ort vereinfacht. Eine Bezahlapp als auch Onlinebanking sind mit supsekt, ich verzichte darauf.
Mayer

Richi hat gesagt…

Kann man da auch mit Bitcoin bezahlen?
Bei Tandemfluegen geht das schon seit 2011 und bei den St. Moritzer Bergbahnen seit 2017.
Mit Bitcoin hat man wenigstens ein gewisses Mass an Privatsphäre, und das Geld gehört einem. Ausserdem funktioniert Bitcoin weltweit, nicht nur in der Schweiz. Es funktioniert auch wenn die zentralen Server der Banken gerade mal wieder Pause machen. Bitcoin funktioniert sogar ohne Internetverbindung.

Anonym hat gesagt…

@Matthias Wehrle

Auch wenn du nicht von Gestern bist, doch ist der Anteil an der Bevölkerung, in meinem Umfeld hauptsächlich der Generation der um Jahrtausend geborenen, immer mehr und ich kenne persönlich viele, die das als Bereicherung sehen und jeden Warnhinweis aus der Vergangenheit als Paranoia abtun. Immer mehr Gerätschaften setzen auf Scann und NFC ist in jedem Gerät bereits fest integriert, so dass die Zahl derer, die den Dienst in Anspruch nehmen, wohl auch weiter rasant wachsen wird. Solange ich es kann, werde ich ebenso auf Bargeld setzen und jeden Dienst in der Richtung verweigern, dazu gehört auch der Selbstbezahldienst von IKEA und HORN-Baumarkt, als Beispiel. Aber es ist längst eine Bequemlichkeitsfrage und in Sachen Bequemlichkeit ist die erwähnte Generation meiner weit voraus!

@Richi
Leider ist Bitcoin genauso von der "offiziellen" Finanzwelt abhängig, so dass es genauso empfindlich gegen Inflation ist, wie alles andere. Vor der Tatsache mal abgesehen, dass ich es nur nutzen kann, wenn aus der Dose Strom kommt. Auch wenn einige aus meinem Bekanntenkreis damit einiges an Geld gemacht haben, kann und will ich mich nicht darauf verlassen, bzw. halte dieses Konzept für nicht ausgereift.

Grüße Andy

Martin hat gesagt…

beim Stichwort "Registrierkasse" wird klar wieso ein elektronisches Bezahlsystem für Taxis wichtig ist. Auf der Embergeralm haben 2 von 3 Taxiunternehmen mit Einführung der Registrierkasse aufgehört den Shuttledienst an zu bieten...

Man darf auch nicht vergessen, dass uns die extreme Zinssenkung in der Finanzkriese 2008 den A... gerettet hat. Das Bargeld steht weiteren Zinssenkungen im Weg. Es wird wohl nicht verschwinden, aber immer weiter a Bedeutung verlieren indem die Verwendung benachteiligt (Registrierkasse) und verboten wird (keine Barzahlung über XXXX€). Wer größere Summen Bargeld zu Hause lagert, muss Rede und Antwort stehen, wenn er es ausgeben, oder bei der Bank einzahlen will. (über 15.000€ fragt dich die Bank auch heute schon, wo es herkommt und muss es dem Finanzamt melden, wenn du keinen Nachweis hast)

Anonym hat gesagt…

@Martin

Man muss ebenso Geschenke ab 150€ versteuern.. Und das ist genau der Punkt: warum? Warum muss ich das Geld X-Fach versteuern? Warum kann ich nicht mit meinem Geld in einer Höhe X Bar bezahlen? Von wem werden solche Gesetze entworfen und durchgebracht? Von rechtschaffenen Bürger? Ich lache mich schlapp! Warum soll ich mich freiwillig in die Lage bewegen, in der ich im Fall X in meinen Möglichkeiten beschnitten oder zu meinem Nachteil behandelt werde? Schau nach Griechenland, jeder ab Betrag 100_000 hat eine Zwangsabgabe in einer Höhe von 10 Prozent machen müssen! Ist eine Bank also ein sicherer Platz? Ich denke nicht ;) Was ihr alle braucht, ist Perestrojka, Jahrelang Inflation von 20 Prozent und mehr im Monat, kaum Waren, bis auf Brot und Birnensaft keine Lebensmittel mehr und wenn dann nur auf Marken. Kriminalität soweit das Auge reicht! Stromausfälle täglich, zum Schluss Stromverfügbarkeit nur für zwei Stunden täglich, wenn überhaupt. Dann will ich sehen, was man für ein Bitcoin o.ä. bekommt :D

Grüße Andy

Bruno hat gesagt…

Mein Geld habe ich nicht zuhause, sondern bei der Bank.
Dank der App, werden meine SFr. 8.- einfach von meiner Bank zur Bank des Empfängers übertragen.
Also ist es auf direktem Weg dort, wo es der Empfänger schlussendlich auch hinbringen würde.
Ich glaube gerade bei Kleinbeträgen ist eine elektronische Überweisung sinnvoll und bedenkenlos.
Eher negativ ist der Ausfall von Trinkgeld, denn bei Smartphone-Zahlungen wird meist der genaue Betrag beglichen.
Bei Barzahlung verzichten die meisten auf die Rückgabe des Kleingeldes.
Grüsse Bruno

Christoph hat gesagt…

An Matthias und alle anderen, die angeblich "nur mit Bargeld" bezahlen ;-). Schon klar, Eure Auftraggeber/Arbeitgeber bezahlen Euch bestimmt auch in bar, oder? ;-) So ein Quatsch, Euer Geld ist genauso elektronisch wie von jedem anderen auch, sobald ein Konto/Bank im Spiel ist...

Matze hat gesagt…

@ Christoph
Habe ich irgendwo behauptet, dass ich AUSNAHMSLOS Bargeld nutze? ;-) Nein, das werden die allerwenigsten können. Muss auch niemand. Aber wenn an immer mehr Stellen im Leben die Bargeldlosigkeit Einzug hält, dann wird dem Bargeld bald der Garaus gemacht. Manche mag das freuen. Aber wie mir scheint gibt es noch einige Freigeister mehr als mich, die am Ball sind und Dinge hinterfragen. Und auch schön, dass Lucian seinen Blog für eine weiterführende und übers Thema hinausgehende Abhandlung hier zulässt.

Es wird künftig noch hoffentlich noch viel Bargeld genutzt, damit ALLE, auch alle Christophs ihre kleine Freiheit weiter nutzen dürfen. Auch wenn mir scheint, dass diese Freiheiten immer mehr beschnitten werden. Sollte nämlich wie von Martin schon angeschnitten der Minuszins weiter runter gehen, dann entsteht richtig Druck im Kessel. Monatlich heizt die EZB mit 60 Mrd. € der Finanzblase ein. Das Ende wird unschön... ich hoffe ich habe dann wenig Giralgeld auf dem Knebelkonto ;-) Vorher noch schnell einen neuen Schirm und ein Gurtzeug kaufen :-D

Anonym hat gesagt…

@Christoph

Hier geht es aber nicht nur ums Bezahlen, hier geht es einfach nur darum, dass der Staat nicht zu wissen braucht, über wieviel finanzielle Mittel ich verfüge. Angenommen, du findest ein Jahr lang keine angemessene Arbeitsstelle und der Amt will dich in ein prekäres Arbeitsverhältnis drängen, ein Dienstleistungsunternehmen, in dem du nur soviel verdienst, dass wenn man gegenrechnet, dass man daheim mit Harz4 auf den selben Betrag kommt. Nun hat der Staat den Hebel, dass er dir das Geld kürzen kann, wenn du dich weigerst, solch eine Stelle anzunehmen. Nicht aber, wenn du das "elektronische" Geld zuvor abgehoben und versteckt hast. Dann kann dir der Staat zwar dein Harz4 zwar unwesentlich einschränken, jedoch muss der Staat dir deine Miete bezahlen. Also hat man etwas Geld weniger, dafür aber endlich Zeit einfach nur für sich, in Ruhe ein neuen Job suchen usw. Mag sein, dass das jetzt jemandem auf den Magen schlägt, ich persönlich kam in so eine Situation nach 2008 und hätten wir schon damals kein Bargeld mehr gehabt, dann wäre es für mich viel schlechter ausgegangen. So hatte ich richtig Zeit für mich, für meine Familie und auch endlich mal so richtig Fliegen zu gehen. Und bitte kommt mir nicht mit Moral! Der Zug ist lange abgefahren ;)

Grüße Andy

Christoph hat gesagt…

"Hier geht es aber nicht nur ums Bezahlen, hier geht es einfach nur darum, dass der Staat nicht zu wissen braucht, über wieviel finanzielle Mittel ich verfüge"

Aha. Damit ich dann also schön Sozialbetrug betreiben kann? Super Vorschlag.

Wenigstens konntest Du offensichtlich mittlerweile Dein Hobby zum Beruf machen und bist daher nicht mehr darauf angewiesen mit Deinem Verhalten unser Sozialsystem zu schädigen.

Ich bin dann man raus hier.

Anonym hat gesagt…

@Christoph

Wenn du es als Sozialbetrug siehst. Ich sehe es anders, denn warum soll jeder Dahergelaufene es in so einer Situation es besser haben, als ich, der seit Jahrzehnten eingezahlt hat? Ich nehme mir gerne Vorbilder aus der Politik und die werden immer mehr, und diese lehren mich, dass das Recht immer eine Auslegungssache ist! Also jeder wie er kann ;)

Dann machs gut! Schönes und erfolgreiches 2020!
Grüße Andy

Christian Mötzing hat gesagt…

Ich konnte immer nicht verstehen wie Meldungen wie z. B. "Mann findet herrenlosen Rucksack mit 18000€ Inhalt" zustande kommen. Nachdem ich die Kommentare unter diesem Artikel gelesen habe glaube ich langsam zu verstehen...

Sebastian hat gesagt…

Finde das echt schwach. Da macht sich ein Verein die Mühe, Leuten eine einfache Alternative anzubieten, als Dank gibts Gemecker mit Weltuntergangszenarien. Ich könnt euch halbwegs verstehen, wenn wir vom Goldstandard gehen, aber es geht nur um bedrucktes Papier und verzierte Metallscheiben. Kommt alle mal wieder runter.