Ein simpler Schnelltrenner

Wer mit Quickout-Karabinern fliegt, benötigt ein Schnelltrennungssystem für den Beschleuniger. Das neue "Easy Release" ist eine so simple wie effektive Lösung.

Beim Schnelltrennungssystem Charly Easy Release greift ein
Metallhaken um einen Kunststoffring. Ein seitlicher Zug durch
die Hilfsleine löst die Verbindung. // Quelle: Finsterwalder-Charly
Wenn man beim Retterwurf den Gleitschirm vom Gurtzeug trennen will, müssen auch die Verbindungen des Beschleunigerseiles sofort gelöst werden. Hierzu gibt es immer mal wieder neue Ideen mit Ring-, Splint-, Schlaufen-, Magnet- und Stecksystemen. Finsterwalder Charly hat jetzt eine weitere Variante präsentiert: die Charly Easy Release.

Der Name ist dabei Programm. Das von Thomas Grabner entwickelte System ist einfach zu montieren, der Beschleuniger mindestens genauso leicht und schnell einzuhängen wie mit klassischen Brummelhaken. Die Bauhöhe ist gering, so dass kein Beschleunigerweg vergeudet wird. Und auch das Gewicht von 22 Gramm stellt keinen spürbaren Nachteil gegenüber normalen Brummelhaken dar.

Die Easy Release besteht im Grunde nur aus einem Kunststoffring mit einer Nut, in die als Gegenstück ein Metallhaken greift. Beide sind so dimensioniert, dass der Haken sich auf dem Ring in Zugrichtung des Beschleunigers festklemmt, mit einer leicht seitlich gerichteten Zugkraft aber auch ohne Probleme wieder abspringt. Diese Zugkraft wird beim Trennvorgang von einer zusätzlichen Leine übertragen, die mit am Gurtzeug befestigt ist.

Um die Easy Release zu montieren, muss man am Schirm das Seil des Beschleunigers tauschen und am Gurtzeug den Brummelhaken durch den entsprechenden Verschlusshaken ersetzen.

Die Easy Release ist im Shop von Finsterwalder-Charly für 39,70 Euro erhältlich.

5 Kommentare:

Alex hat gesagt…

Gibt es eigentlich ein Update zu dem neuen Quickout System? Das würde mich persönlich sehr viel mehr interessieren!

Lucian Haas hat gesagt…

@Alex: Die neuen Trennkarabiner sollen laut Finsterwalder im Oktober verfügbar sein. Im Bild zum Trennsystem (s.o.) ist der Karabiner schon zu sehen.

Severin Puschkarski hat gesagt…

Man sagt ja, dass der Normalpilot in 90% der Abgänge gar keine Zeit hat, sich um das Trennen (oder Einholen) des Schirms zu kümmern.
Aber angenommen, man hängt jetzt doch an einem steuerbaren Retter und hat noch viele 100m über Grund und versucht nun Häusern, Wäldern, Flüssen oder Stromleitungen auszuweichen ... Wie sehr stört denn ein Schirm, der nur noch an den Beschleunigern hängt? Flugfähig wird er ja kaum mehr sein...

Lucian Haas hat gesagt…

@Severin: Das dürfte von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Allerdings bedeutet das "Hängen" am Beschleuniger, dass der Schirm die ganze Zeit über die A-Ebene "aufgezogen" wird. Somit wird er schlecht entlüften und kann damit viel eher ein noch störendes Profil ausbilden. Deshalb sollte bei einem Einsatz von Trennkarabinern auch IMMER eine Abtrennung des Beschleunigers erfolgen. Theoretisch wäre das bei entsprechender Höhe und Zeit auch mit einem Leinencutter möglich. Aber in solchen Stress-Situationen sollten am besten alle störenden Einflüsse so schnell und automatisch wie möglich getilgt werden. Zudem passieren viele Störungen eher in nicht so großen Höhen. Da ist eine schnelle und komplette Trennung von Vorteil.

franzi hat gesagt…

Nach dem habe ich schon ewig gesucht. Toll erklärt.
Liebe Grüße
Franzi von powder brows