Der Hiko P ist der kleine Bruder des Ikuma 3P von Niviuk. Als leistungsstarker Mid-B steht er diesem in vielem erstaunlich nah

Groundhandling mit dem Hiko P // Fotos: Lu-Glidz

Die im folgenden beschriebenen Eindrücke zum Niviuk Hiko P habe ich in rund zehn Flug- und Groundhandlingstunden bei unterschiedlichen Bedingungen im Westerwald und in Bassano gewonnen. Geflogen bin ich den Hiko P  in der Größe 26 (85-105 kg) mit +/- 96 kg Startgewicht. Als Gurtzeuge kamen ein Swing Connect light und ein Bogdanfly zum Einsatz (beides Liegegurtzeuge). Der Schirm wurde mir für den Test freundlicherweise von der deutschen Niviuk-Vertreterin Christin Kirst zur Verfügung gestellt.

[Wer besser verstehen will, mit welchem Fokus Lu-Glidz Gleitschirme testet und im Text auch feinen Details zuweilen viel Raum gibt, der sollte zuerst die Interpretationshilfe für Schirmtests lesen!]


Früher gab es von den meisten Herstellern nur einen Schirm in der EN-B-Klasse. Dann begannen die Marken die Klasse zu splitten, es gab High-B und Low-B Schirme. Mittlerweile ist die Entwicklung noch weiter gegangen. Die Hersteller schaffen es, immer gestrecktere und schnellere Schirme noch in der B-Klasse unterzubringen. Die Spreizung zwischen Low- und High-B wird dadurch so groß, dass man dazwischen noch bequem eine weitere Schirmkategorie platzieren kann. Mittlerweile gibt es so gut wie keinen großen Hersteller mehr, der nicht mindestens drei Schirmbaureihen im EN-B-Sektor anbietet.

Niviuk ist im vergangenen Jahr auf diesen Zug aufgesprungen und hat die Modelle Hiko und Hiko P zwischen den Serien Hook (Low-B) und Ikuma (High-B) eingeführt. Das "P" steht bei Niviuk allgemein für "plume" und kennzeichnet Leichtbau-Versionen.

Technische Daten Hiko P
// Niviuk

Interessant ist es zu sehen, wo die verschiedenen Marken ihre Mid-Bs so ansiedeln. Ein guter Anhaltspunkt dafür ist die Streckung. Der Hiko P weist hier eine ausgelegte Streckung von 5,5 auf. Das sind Werte, wie sie vor zehn Jahren noch für High-B typisch waren. Auch die Zellenzahl von 55 passt in dieses Bild. 

Schaut man nur auf technische Daten, so entspricht der High-B von einst gewissermaßen dem modernen Mid-B von heute. Wobei die neueren Schirmkonstruktionen durch leichtere Tücher, pitchgedämpftere Profile sowie exaktere Segelzuschnitte und Verarbeitung entsprechende Leistung mit einem Handling verbinden, das den Piloten am Ende doch weniger fordert. 

Für Piloten, die sich in der B-Klasse zu Hause fühlen, stellt sich damit die Frage: Brauche ich wirklich einen "modernen" High-B, der die Klasse vielleicht ausreizt, oder würde ich mit einem "gezähmten" High-B – also dem heutigen Leistungs-Mid-B – nicht entspannter und am Ende glücklicher durch die Lüfte gleiten?

Genau das habe ich mich beim Test des Niviuk Hiko P immer wieder gefragt. Vor knapp zwei Jahren hatte ich den Ikuma 3 im Test (s. Testbericht) und damit einen guten Vergleich.

In vielem steht der Hiko P dem Ikuma 3P sehr nah. Klar sind Zellenzahl (55 vs 62) und Streckung (5,5 vs 5,7) etwas geringer. Aber Grundform, Shark-Nose-Profil, Tuch- und Leinenmaterial, Nitinol-Stäbchen in der Eintrittskante sowie der Aufbau des Tragegurts mit BC-Steuerung (Floating B) sind sehr ähnlich und erkennbar auf Leistung ausgelegt. Unterschiede gibt es noch im Leinenlayout: Der Ikuma 3 ist als 2,5-Leiner, der Hiko P noch als klassischer Dreileiner abgespannt.

Als Tücher verwendet Niviuk beim Hiko P ein 25 Gramm Tuch von Dominico an Ober- und Untersegel, wobei an der Eintrittskante stabileres 32-Gramm-Tuch eingesetzt ist. Im Innenleben gibt es eine Mischung aus Porcher 27 und Dominico 32. Bei den Leinen setzt Niviuk bei allen Stammleinen auf farbcodiertes, unummanteltes Aramid (U 8001). Nur in den obersten Galerien und bei der Bremse auch im mittlereren Stockwerk kommt nacktes Dyneema zum Einsatz.


Hinweis: Mit diesem Testbericht führe ich erstmals eine etwas andere Darstellung der Ergebnisse ein.  Statt längerer Beschreibungen liste ich die wichtigen Details der einzelnen Test-Kategorien in kurzen Sätzen hinter (+), (o) und (-) auf. Diese Zeichen stehen für: 
  • (+) Eigenschaften, die mir besonders positiv aufgefallen sind oder bei denen sich der Schirm m.E. von seiner Konkurrenz vorteilhaft abhebt 
  • (0) nennenswerte, aber neutrale Details, ohne besondere Wertung
  • (-) Dinge, die für mein Empfinden besser sein könnten
Beim Interpretieren des Tests sollte man nicht Plus und Minus gegeneinander aufrechnen. Es sind keine gewichteten Noten, sondern einzelne Beschreibungen mit einer vorangestellten Tendenz. 
Bitte schreibt am Ende in die Kommentare oder per Email, was ihr von diesem neuen Format haltet. Soll ich es beibehalten oder bei künftigen Tests wieder zum alten Format zurückkehren?


Leinensatz + Tragegurt:
Tragegurte und Leinen
(+) Der Hiko P hat längenstabile und farbcodierte Aramid-Stammleinen (U8001).
(0) Die dünnen Leinen fallen nicht immer sauber auseinander, können Schlaufen bilden.
(-) Die Farbcodierung der Leinen ist nicht konsequent ausgeführt. B- und C-Ebene sind beide identisch blau.
(-) Die Stabilo-Leine ist nicht eindeutig farblich abgesetzt. Sie ist ebenfalls blau und weist nur am unteren Ende einen wenige Zentimeter kurzen roten Mantel als Markierung auf. Für den schnellen Überblick im Leinengewühl ist das zu wenig.
(-) Die Bremsspinne besteht aus dünnem, nacktem Dyneema. Für die Leistung ist das gut. Aber abseits von Rasen-Startplätzen ist diese Lösung gerne mal schlingfreudig und verlangt Aufmerksamkeit.
(+) Die Tragegurt sind recht steif und verwinden sich nicht so leicht. 
(+) Der Tragegurt hat eine leichtgängige BC-Steuerung mit Floating-B.
(+) Die Einhängeschlaufe ist unten verbreitert, sodass sie auch in breiteren Karabinern nicht verrutscht.
Minimal Kennzeichnung
der Stabilo-Leine (rot)
(+) Die Bremsgriffe sind mit Snaplocks am Tragegurt gesichert.
(0) Die Bremsgriffe sind angenehm zu greifen und lassen sich ohne harte Druckpunkte wickeln. Mit dickeren Handschuhen ist der Umfang etwas knapp bemessen
(-) Der Hiko P hat Softlinks statt metallener Leinenschlösser. Das spart zwar minimal Gewicht, erschwert aber den Leinentausch und das Trimmtuning
(-) Die inneren und äußeren A-Tragegurten werden von Magneten zusammengehalten. Das empfand ich als störend, da man für den Start eh besser nur die inneren A-Gurte nimmt. Dafür muss man die Magnete immer erst lösen, was mit Handschuhen etwas fummelig ist. 

Fazit: Die Hiko P hat einen konsequent leistungsorientierten, dünnen Leinensatz und Tragegurt mit BC-Steuerung, wie es sonst bei High-B üblich ist.


Starten: 
Ein guter Starter aus
allen Lagen
(+) In allen Windbedingungen lässt sich der Schirm vorwärts wie rückwärts einfach und berechenbar aufziehen. 
(+) Die Kappe kommt auf geringen Impuls an den inneren A-Gurten spurtreu und berechenbar hoch, auch bei schwachem Wind.
(+) Das Profil trägt schnell und erfordert nur eine kurze Startstrecke.
(0) Bei korrekt dosiertem Impuls zeigt der Schirm kein störendes Überschießen, kann aber im Zenith noch leichten Zug nach vorn entwickeln.
(+) Der Hiko P lässt sich im Starkwind trotz gekoppelter B- und C-Ebene (Floating B) gut über die C-Ebene kontrollieren und auch seitlich steuern. Das geht deutlich besser als beim 2,5-Leiner Ikuma 3 (bei dem die C-Ebene nicht zu den Außenflügel reicht).
(0) Beim Aufziehen empfiehlt es sich, immer nur die inneren A-Gurte greifen und zu führen, sonst tendieren die Außenflügel dazu, etwas vorauseilen. Das bringt Unruhe ins System.

Fazit: Der Hiko P ist ein guter und berechenbarer Starter, mit dem man auch an kurzen und  suboptimalen Startplätzen gut zurechtkommen kann.


Landen: 
(0) Gutes Flare-Verhalten. Im Vergleich zum Advance Theta ULS oder dem Ikuma 3 hat der Hiko aber einen Ticken weniger umsetzbare Energie (Hinweis: Ich bin den Testschirm mittig belastet geflogen. Bei höherer Flächenbelastung dürfte das Verhalten etwas dynamischer sein).
(-) Der Stallpunkt des Hiko P ist nicht besonders hart und etwas schwammig. Das verlangt v.a. bei "gepumpten" Toplandungen ein gutes Feeling und Kontrolle, um nicht ungewollt zu überziehen und den Strömungsabriss zu riskieren.

Fazit: Gutes Landeverhalten, aber mit etwas schwammigem Stallpunkt.


Bremsen: 
Snaplocks an der Bremse

(0) Die Bremsen haben einen üblichen Vorlauf von knapp 10 cm.
(0) Der Bremsdruck ist anfangs gering und nimmt auch zum Stallpunkt hin nicht sehr deutlich zu. Grobmotoriker sollten da vorsichtig sein.
(0) Die Bremsgeometrie greift gleichmäßig über die gesamte Hinterkante. Das Setup unterstützt vor allem ein gutes, feinfühliges  und exaktes Thermikfliegen. Für höhere Agilität muss man auch mal tiefer und impulsiver ziehen. Der Advance Theta ULS ist da im Vergleich deutlich direkter.
(+) Mit Brake-Shifting ist eine feine Detailkontrolle möglich, die schon im Zentimeterbereich spürbar wird.

Fazit: Der Hiko P hat eine gut abgestimmte Bremsgeometrie, die eine sehr exakte Steuerung ermöglicht


Kappenfeedback: 
Hiko P in der Durchsicht

(+) Das Feedback vom Schirm kommt fein nuanciert über alle Kanäle (Bremse & Tragegurt).
(+) Kappe zeigt die Luftströmungen gut und eindeutig an, man kann den Schirm getrost fliegen lassen, um passende Linien zu finden
(0) Der Hiko P zeigt ähnliche Gene wie der Ikuma, ist aber weniger nervös. Dennoch ist eine gewisse Lockerheit in der Hüfte gefragt. Im Vergleich liegt ein Phi Beat 2 ruhiger in der Luft.
(0) Der Schirm ist gut abgespannt, arbeitet wenig in sich und reagiert als Einheit
(0) Für einen Mid-B ist der Hiko doch recht plapperfreudig und will vom Piloten gelesen und zuweilen gezügelt werden. Es ist kein rundum gedämpfter "Wohlfühlschirm", vielmehr ein ehrlicher Charakter, aber ohne Macken (weshalb man sich damit trotzdem wohlfühlen kann)
(0) Der Schirm zieht spürbar zu steigenden Luftmassen hin, ohne dabei hektisch zu werden und den Piloten stärker zu fordern.

Fazit: Mit seinem differenzierten Feedback ist der Hiko P ein recht "feinfühliger" Geselle (das ist im Guten gemeint). Aufsteiger in die B-Klasse könnten ihn als fast ähnlich lebendig erleben wie den Advance Theta ULS oder manche als High-B deklarierten Schirme.


Kurvenflug: 
(+) Der Hiko P glänzt mit einem angenehm variablen Kurvenverhalten. Er lässt sich sowohl über Innen- als auch Außenbremse gut kontrollieren und dosieren. 
(+) Der Schirm hat keine besondere Lieblingsschräglage, in die er automatisch zurückfällt. Die Schräglage kann nach Belieben vom Piloten eingestellt werden, ohne anschließend viel nachkorrigieren zu müssen.
(+) Lässt sich bei flachen Kurven sehr gut über Brake-Shifting enger ziehen, ohne zu graben.
(0) Gewichtsverlagerung nimmt die Kappe willig an, ohne übertrieben rollig zu wirken.
(0) Steilere Kurven verlangen etwas mehr Gewichts- und Bremsimpuls, dann macht der Schirm aber willig mit.

Fazit: Der Hiko P hat ein feines, zugängliches Kurvenhandling. Man kann mit verschiedensten Steuertechniken effizient und vor allem auffallend exakt arbeiten. Im Vergleich zum Theta ULS ist er etwas weniger direkt (weniger Go-Cart Feeling).


Thermikeigenschaften: 
Kurbeln bei Bassano

(+) Der Hiko P ist ein sehr angenehmer, ausgewogener, konstanter Kurbler mit guten Autozentrierfähigkeiten. 
(+) Der Schirm lässt sich auch von verschwurbelten Luftmassen nicht so leicht abdrängen, sondern vom Piloten gut platzieren.
(+) Die Kappe steigt meinem Erleben nach überdurchschnittlich gut, auch in schwachen Bärten.
(0) Sie zieht sanft zu Steigkernen hin, manchmal auch etwas deutlicher. Weniger erfahrene Piloten könnten davon überrascht werden.
(0) Die Steuerung in der Thermik ist exakt, aber nicht zwangsläufig agil. Für eine schnellere Kurvenanpassung hilft v.a. eine impulsive Gewichtsverlagerung.
(0) Beim Kurbeln braucht es kaum Außenbremse als Stütze.
(0) Beim Rausfallen aus Bärten nickt der Schirm nur wenig. Das bedeutet weniger Arbeit für den Piloten und macht längere Flüge entspannter.
(0) Der Hiko P dreht meinem Erleben nach etwas weniger flach als der Ikuma 3 und erweist sich damit beim Thermikflug insgesamt als der "rundere", komfortablere Flügel.

Fazit: Die Thermikflugeigenschaften des Hiko P gehören meines Erachtens mit zum Besten, was man derzeit in der B-Klasse finden kann.


Beschleuniger: 
Gut greifbare BC-Steuerung
mit Floating B

(0) Das Beschleunigersystem hat große Rollen. Trotzdem ist es anfangs etwas hart zu treten, es gibt ein Losbrechmoment. Danach lässt es sich angenehm bedienen. Eine Stopper-Kugel blockiert bei 3/4-Gas die Untersetzung des Beschleunigers. Fullspeed-Kickdown erfordert deshalb wieder etwas mehr Kraft.
(+) Gute und exakte BC-Steuerung mit Floating-B über eine Wippe zwischen C- und B-Ebene. Sie lässt sich angenehm mit natürlicher Handhaltung greifen (einfach Reinhängen).
(0) Die nötigen Kräfte der BC-Steuerung sind mittel. Wer viel aktiv über die hinteren Tragegurte steuert, kann das schon noch als ermüdend erleben.
(+) Die BC-Steuerung liefert gutes Feedback, selbst kleine Entlaster sind spürbar
(+) Alternativ kann man bei Bedarf über das Abkippen der Hände nach hinten auch kleinere Abfang-/Steuerbewegungen nur über die C-Ebene geben, ohne dabei die Floating-B zu aktivieren. Das ist dann sehr leichtgängig
(0) Ich konnte mit dem Hiko P einen Geschwindigkeitsbereich von ~12km/h über Trimmspeed erfliegen. Die Polare bleibt dabei in einem gut nutzbaren Bereich, sodass man auch vor längeren Fullspeed-Passagen nicht zurückschrecken muss.
(+) Der Schirm fliegt auch beschleunigt spurtreu und zeigt kaum mal ein störendes Rollen.
(0) Auf der Beschleunigerleine sind gewissen Abständen Markierungen aufgenäht, die den Zugweg anzeigen. Das ist interessant, um z.B. exakte Polaren zu erfliegen (viertel- / halb- / dreiviertel beschleunigt) und die Einstellung des Beschleunigers zu optimieren. 

Fazit: Der Hiko P lädt dazu ein, viel und leistungsstark mit Beschleuniger zu fliegen. Dazu tragen die gut funktionierende BC-Steuerung und der gute Geradeauslauf bei. Leistungsmäßig kommt der Hiko P modernen High-B sehr nah, bei nur 1-2 km/h  weniger Topspeed.
  

Ohrenanlegen: 
(0) Die Ohren lassen sich ohne großen Widerstand einholen und erfordern auch keine nennenswerten Haltekräfte.
(0) Die Öffnung erfolgt spontan, aber progressiv, d.h. ohne Aufschnalzen.
(0) Ohren bleiben ruhig oder schlagen nur minimal.

Fazit: gut praktikables Manöver, ohne Beanstandungen


Steilspirale: 
(+) Der Hiko P hat ein gut kontrollierbares und dosierbares Spiralverhalten. 
(+) Die Kappe kommt bereitwillig wieder aus der Spirale.
(0) Im Vergleich zum Ikuma 3, dessen Spiralverhalten ich als außerordentlich gut erlebt habe, zeigt der Hiko P ein etwas deutlicheres Abkipp- und Aufrichtmoment. Es lässt sich nicht ganz so fein und graduell in Zwischenschräglagen halten 
(0) Eine schnelle Spiral-Einleitung erfordert einen deutlichen Impuls des Piloten.

Fazit: gut praktikables Manöver, ohne Beanstandungen


Nicken: 
(0) Der Hiko P zeigt im Normalflug eine hohe Nickdämpfung, wirkt aber nicht totgedämpft. 
(0) Das induzierte Nicken lässt sich problemlos auch weiter aufschaukeln, braucht dafür aber etwas tieferen Bremseinsatz

Fazit: Eine gute Mischung von Dämpfung und Flugspaß.


Rollen: 
(0) Der Hiko P reagiert gut auf Gewichtsverlagerung, ist aber etwas weniger "rollig" als der Niviuk Ikuma 3 oder der Advance Theta ULS.
(0) Die Rolldämpfung ist selbst ohne Winglets gut ausgeprägt

Fazit: Eine gute Mischung von Dämpfung und Flugspaß.


Packen: 
(0) Das Packen erfordert keine besonderen Tricks. Die Nitinol-Stäbchen sitzen nur im Vorderflügel.
(+) Der Hiko P hat ein angenehm kleines Packmaß, zumal die Nitinol-Stäbchen in der Front kaum auftragen. Passt auch in kleinere Rucksäcke.

Fazit: Vom Packmaß her sehr gut für H&F-Abenteuer geeignet.


Qualität: 
Fingerdiagonalen
(+) Nahtbild, Materialauswahl und Fertigungsdetails sind top.
(+) Alle Stammleinen am unteren Ende sind mit einem zusätzlichen Schutzmantel überzogen.
(+) Die Diagonalrippen im Schirm sind als geteilte Fingerdiagonalen in Lastzugrichtung ausgeführt. Das reduziert potenziellen Verzug.
(0) Die Schmutzauslassöffnungen in den Außenflügeln fallen etwas klein aus.
(-) Die Floating-B-Ebene am Tragegurt weist keine extra Sicherung auf.
(-) Die Nitinol-Stäbchen sitzen ohne zusätzlichen Durchschlagschutz in der Front. Fällt der Schirm auf die Nase, könnte es leichter mal Schäden am Stoff geben.

Fazit: Insgesamt gut durchdacht mit hohem Standard. Der Pilot sollte sich einer gewissen Empfindlichkeit des Leichtschirms bewusst sein und z.B. die Front und die Floating-B Trageleine regelmäßig auf Abnutzungsspuren hin in Augenschein nehmen.


Gesamtfazit: 
Mit dem Niviuk Hiko P liefert Niviuk einen sehr interessanten Wurf in der neuen Trendklasse der leistungsorientierten, leichten Mid-B-Schirme. Wie schon sein "großer Bruder", der Ikuma 3, glänzt der Hiko als williger Starter und feinfühliger Thermikflieger mit einer linear-exakten Steuerung. Gegenüber dem Ikuma wirkt er dank einer etwas reduzierten Rolligkeit sogar etwas gediegener, ohne dass man leistungsmäßig nennenswerte Einbußen in Kauf nehmen müsste. Die gut nutzbare BC-Steuerung gehört mit zum Besten, was man derzeit im B-Bereich findet. Der Charakter des Hiko P ist (ähnlich wie beim Theta ULS) schon nah an den "aktuellen" High-B. Wer nicht unbedingt 1-2 km/h mehr Topspeed zu brauchen glaubt, wird mit dem Hiko P gegenüber diesen im Alltag keine Nachteile empfinden. Wer nicht in Wettbewerbskategorien denkt, braucht im B-Bereich nicht mehr. 

Im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie dem Advance Theta ULS oder dem Phi Beat 2 würde ich den Hiko P zwischen diesen beiden einordnen: Etwas weniger knackig und agil auf den Bremsen als der Theta, vom Kappenfeedback wiederum etwas feinfühliger bzw. lebhafter als der Beat 2. 

Zu neueren Vertretern wie dem Gin Bandit oder dem Ozone Vibe GT liegen mir aktuell noch keine Erfahrungen vor. 


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Außerdem nochmal die Bitte: Schreibe im Kommentar oder in einer Email, wie Du dieses neue Format der Schirmtests findest. Soll ich es beibehalten?