Riskante Hackenlandung

Landungen können mitunter etwas härter ausfallen. Wohl dem, der es schafft, die Energie mit den Füßen gut abzufangen. Das funktioniert allerdings nur mit der passenden Fußhaltung. 

Eine Landung mit den Fersen voraus kann den Knochenapparat
stark belasten. Besser ist es, im Endanflug schon aufgerichtet
zu sein und die Füße so zu halten, dass man damit einen
härteren Aufprall noch abfedern kann. 
// Quelle: Wolfgang Augustin, Papillon.de
Kürzlich erreichte mich die Email eines Lu-Glidz-Lesers, der sich bei einer "unglücklichen" Landung einen Trümmerbruch am Bein zugezogen hatte. Er sei "auf dem letzten Meter durchgesackt", schrieb er und fragte, ob es wohl spezielle Einlegesohlen für Fliegerstiefel gäbe, die eine harte Landung besser dämpfen könnten.

In diesem Punkt konnte ich ihm nicht weiterhelfen. Aber doch mit einem anderen Hinweis: Für eine gut abgefederte Landung ist eine passende Fußhaltung viel wichtiger als spezielles Schuhwerk und Einlegesohlen.

Dem Unglücksraben ist ein typischer Fehler unterlaufen, den man bei vielen Piloten beobachten kann: Er hatte sich im Landeanflug nicht konsequent genug aufgerichtet. Aus der zurückgelehnten Körperhaltung und mit nach vorn gestreckten Beinen kam er zwangsläufig mit den Fersen zuerst am Boden auf. 

Bei einer korrekt "ausgeflogenen" Landung ist das normalerweise nicht weiter schlimm. Da kann man den Fuß beim sanften Aufsetzen einfach abrollen. Wenn es auf dem letzten Meter mit einem Mal aber doch schwungvoll abwärts geht, bekommt die Ferse den gesamten Abfangstoß zu spüren. So ein Schlag wird über Beinknochen, Knie und Hüfte direkt bis zur Wirbelsäule durchgereicht. Bruchgefahr eingeschlossen.

Als Abhilfe gibt es nur eins: Den Endanflug immer möglichst aufrecht zu absolvieren und dabei ganz bewusst schon in einer gewissen Höhe auch auf eine "federnde" Fußstellung zu achten – das heißt, mit leicht abgesenkter Fußspitze. Wer von einem Tisch springt, der würde instinktiv ja niemals die Fußspitzen hochziehen, um mit der Ferse zuerst aufzutreffen. Im Gegenteil: Der Vorderfuß setzt als erstes auf. Die Anatomie des Fußes mit ihrem Verbund aus vielen kleinen Knochen und Bändern, der Spannung des Fußgewölbes und dem "Federweg" des Sprunggelenk samt Beinmuskeln stellt einen sehr guten, natürlichen Dämpfer dar. Den sollte man auch zum Einsatz bringen. 

Es lohnt sich, bei jeder Landung eine Fußstellung ähnlich wie oben im eingeklinkten Bild (rechts) anzunehmen. Sie sollte gewissermaßen im Muskelgedächtnis verankert werden und automatisch zur Landehaltung gehören. So wird man auch mal ein härteres Durchsacken im Endanflug schadlos ausfedern können.


Hinweis: Das kleine Bild mit der vorteilhaften Fußstellung stammt aus dem Buch "Flugtechnik" von Papillon und dort aus dem Kapitel zur ausgeflogenen Landung (pdf)