Schirmtest: Skywalk Arak

Der Arak von Skywalk ist ein agiler Allrounder im Mid-B-Segment. Er vereint einige der Qualitäten der Tequila- und Chili-Serie. 
Der Skywalk Arak eignet sich gut für Hike-and-Fly wie hier in den Bergen von Matese. // Fotos: Lu-Glidz

Die im folgenden beschriebenen Eindrücke zum Skywalk Arak habe ich in etlichen Flug- und Groundhandlingstunden unter unterschiedlichen Bedingungen in der Eifel und in den Bergen von Matese (Italien) gewonnen. Geflogen bin ich den Arak in der Größe S (70-95 kg, erw. bis 100 kg) mit rund 92 kg Startgewicht. Das Gurtzeug war ein Karpofly Extra Light (Liegegurtzeug). Der Schirm wurde mir für den Test freundlicherweise von Skywalk zur Verfügung gestellt.

Lange Zeit setzte Skywalk im EN-B-Bereich auf nur zwei Modellreihen: Tequila und Chili. Die Chilis sind traditionell weit oben in der B-Klasse angesiedelt und auf maximale Leistung getrimmt, was u.a. mit etwas empfindlicheren Leinensätzen einher geht. Die Tequilas wiederum sind auf den EN-B-Einsteiger ausgerichtet, wobei der Tequila 4 dafür doch recht sportlich abgestimmt war. Der Tequila 5 wurde da wieder etwas zurückgenommen. Und damit blieb Raum für ein weiteres EN-B-Modell mit einem besonderen Zuschnitt.

Der Arak sollte ein Mid-B werden mit ansprechendem Handling und Leistung, semi-leichter Kappe und unkompliziertem Leinensatz. Ein Schirm, der für alle möglichen Einsatzzwecke tauglich ist – für die Alltagsfliegerei, Strecken, Reisen und Hike-and-Fly gleichermaßen. Ähnliches verfolgt auch Nova mit seiner Ion-Serie. Nova pries den Ion schonmal als "Eierlegendewollmilchsau" an. Diesen Begriff wollte Skywalk wohl nicht übernehmen, spricht stattdessen aber vom Arak als "Multitool", das allen Ansprüchen gewachsen sei. Gemeint ist wohl das Gleiche.

Die Zellenzahl (57) des Arak ist genauso hoch wie beim Chili 4 / Cumeo, dafür ist die Streckung von 5,7 auf 5,4 zurückgenommen. Zum Vergleich: Der Tequila 5 hat Streckung 5,3. Die Kappe besteht, bis auf die Eintrittskante, aus dem etwas leichteren und stark silikonisierten 32er Dokdo, das auch Nova beim Ion 5 verwendet. Das Kappengewicht in der Größe S (75-95 kg) liegt damit bei 4,5 kg, also um üblichen Rahmen heutiger semi-light Konzepte.

Die Beleinung des Araks besteht aus ummantelten Stammleinen und unummantelten Galerien. Allerdings kommen diese etwas weniger filigran daher als beim Chili / Cumeo. Vor allem ist die Bremsleine fast noch komplett ummantelt. Das kostet vielleicht ein klein wenig Leistung, ist aber in der Praxis an Startplätzen ohne Golfrasen weitaus weniger nervenaufreibend, was den meisten Piloten entgegen kommen dürfte.

Die Rippen reichen nicht bis ganz an die Hinterkante.
So bleibt ein Kanal frei, durch den Sand
zu den Stabilos hin rieseln kann.
In anderen Baumerkmalen folgt der Arak den üblichen Skywalk-Features: Neben weichen, gekreuzten Stäbchen in der Front besitzt der Arak auch lange, aber ebenso weiche C-Wires, die den Hinterflügel stützen. Dazu kommen die markentypischen Jetflaps.

Eine lobenswerte Besonderheit: Die Profilrippen sowie die Miniribs an der Hinterkante sind nicht bis ganz nach hinten gezogen, sondern lassen rund einen Zentimeter frei. Dadurch entsteht an der Hinterkante eine Art Kanal, in dem z.B. Sand oder anderer Dreck aus der Flügelmitte zu den Stabilos hin rieseln und dort dann leichter entfernt werden kann. "Automatic Sand Release System" nennt Skywalk diese Idee, die vor allem Küstenfliegern durchaus gefallen dürfte.


Auch beim Cobra-Start macht der Arak eine gute Figur.
Starten: Die Startvorbereitungen mit dem Arak sind unproblematisch. Die Leinen fallen gut auseinander und sind dank eindeutiger Farbcodierung (rot-gelb-blau) leicht nach Ebenen  zu unterscheiden. Insgesamt ist das Setup so gewählt, dass ich damit den Schirm beim Hike and Fly auch an suboptimalen Startplätzen ohne große Sorgen um die Leinen ausgelegt habe. Ein echter Pluspunkt gegenüber dem vor einem Jahr getesteten Cumeo!
Der Start selbst ist ebenfalls einfach. Die Kappe hebt bereits auf leichten Zug hin ab. Bei stärkerem, böigen Wind muss man allerdings schon aufpassen, dass der Schirm sich nicht selbst startet. Hier verlangt der Schirm vom Piloten etwas mehr Aufmerksamkeit.
In der Aufstiegsphase füllen sich die Ohren leicht verzögert. Bei Schwachwind verlängert sich dadurch der Startlauf ein klein wenig. Im Starkwind wird dieses Füllverhalten allerdings zum Pluspunkt, da man den Schirm leichter durch die Powerzone des Windfensters bekommt, ohne mit starkem Zug oder einem extremen Schießen kämpfen zu müssen.
Während des Aufstiegs will der Schirm auf (leichten) Zug gehalten werden, sonst fällt er gerne mal wieder zurück. Um dieses Absinken zu stoppen, ist dann ein etwas kräftigerer Impuls nötig. Tipp: Besser in Ruhe den Schirm wieder ablegen und dann kontrolliert von unten heraus nochmals aufziehen. Das bringt einfach Ruhe ins System.
Es lohnt sich, beim Groundhandling das feine Spiel mit zu viel und zu wenig Zug beim Arak einmal durchzuexerzieren. Hat man die Regeln einmal verstanden, wird man sich mit dem Schirm an den meisten Startplätzen wohlfühlen. Auch der Cobra-Start funktioniert mit dem Arak sehr fein.

Landung mit dem Arak am
Lago di Matese.
Landen: Im allgemeinem problemlos. Beim Flaren besitzt der Arak etwas weniger Energie als der Chili. Auffällig ist, dass die Kappe keinen ganz eindeutig spürbaren Abrisspunkt besitzt, sondern bei tiefer Bremse ein etwas schwammiges Gefühl vermittelt. Beim Herantasten an den Strömungsabriss, etwa beim "Herunterpumpen" bei einer Top-Landung, sollte man etwas Vorsicht walten lassen. Zumal die Bremswege durch einen konstruktiven Kniff für den Piloten etwas kürzer ausfallen, als man normalerweise von der Papierform der EN-Tests her erwarten sollte.
Skywalk hat beim Arak den Steg der Bremse nicht im rechten Winkel, sondern etwas schräg nach oben an den Tragegurt genäht. Die Rolle sitzt damit höher als üblich, wodurch auch die Bremsposition der Hände etwas nach oben rückt. Im Normalflug ist das angenehm, aber beim Durchbremsen heißt das: Die Hände müssen weniger tief vergraben werden.

Die Bremsanlenkung ist in Flügelmitte
nach innen versetzt.
Bremsen: Die Bremse des Arak wirkt anfangs mit Raffbändern im Außenflügel etwas stärker, greift danach aber relativ gleichmäßig. Die Bremsanlenkung ist in der Flügelmitte ein paar Zentimeter nach innen versetzt. Der Vorlauf von 7-10 cm fällt eher kurz aus, v.a. wenn man den schon beschriebenen schrägen Ansatz des Bremssteges mit berücksichtigt. Die Bremse greift also schon früh. Wer "Hands-up" fliegen will, muss deshalb die Hände auch wirklich weit nach oben führen.
Der Bremsdruck ist anfangs sehr gering, nimmt ab 30 cm dann spürbar zu, ohne aber vor dem Abriss einen sehr deutlichen Widerstand zu bieten. Hier wirkt die Bremse etwas schwammig.
Die Steuercharakteristik dieses Setups empfand ich als etwas gewöhnungsbedürftig. Sie ist nicht linear. Auf den ersten 20-30 cm Bremszug wirkt der Schirm angenehm agil. Darunter folgt allerdings ein Bereich, in dem der weitere Bremszug keine so deutlichen Auswirkungen mehr zeigt. Erst bei tieferem Zug gewinnt die Bremse mit einem Mal wieder stärker an Effektivität. Ich werde bei den Punkten Kurvenflug und Thermikeigenschaften nochmals darauf zurückkommen.

Kappenfeedback: Hier liegt eine der Stärken des Arak. Er gehört zu den Schirmen, die nicht nur über die Tragegurte, sondern auch über die Bremse so einiges über die umliegenden Luftmassen erzählen, ohne den Piloten damit gleich zu überfordern.
Die Kappe des Arak im Sonnen-Röntgenblick.
Gerade beim Thermikfliegen entpuppt sich die Bremse als informativer Kanal, um anhand von Variationen des Bremsdruckes auf die Lage des Kerns eines Aufwindes schließen zu können.
Wie der große Bruder Chili / Cumeo zieht auch der Arak spürbar zum Steigen hin, wobei diese Thermikschnüffelqualitäten nicht ganz so deutlich ausgeprägt sind. Im Gegenzug muss man den Arak allerdings auch weniger strikt am Zügel halten, was vielen Piloten entgegenkommen dürfte. Der Arak kann etwas entspannter durch die Lüfte kutschiert werden, ohne negative Überraschungsmomente.

Kurvenflug: Der Schirm spricht gut auf Gewichtsverlagerung an und erweist sich als angenehm agil, ohne allerdings an die Qualitäten des Chili heranzukommen. Bei der Steuerung setzt man am besten auf eine Kombination von Innen- und Außenbremse. Wenn man versucht, den Kurvenflug weitgehend nur über die Innenbremse zu kontrollieren, wird man bald mit dem nicht linearen Charakter der Bremse konfrontiert: Mit wenig Bremszug geht der Schirm schon gut in eine Kurve, was meistens sogar reicht, um übliche Thermikkreise zu fliegen. Will man diese aber nun enger ziehen, passiert bei weiterem Bremseinsatz erst einmal wenig, bevor dann der Schirm mit einem Mal deutlich abkippt. Mich hat dieses etwas sprunghafte Verhalten das eine und andere Mal überrascht. Man wird gezwungen, den Schirm erst einmal wieder einzufangen. Hier hätte ich mir eine graduellere Schräglagenzunahme gewünscht.
Im ersten Drittel des Bremsweges (was für die meisten Flugsituationen auch völlig ausreicht), ist das Kurvenverhalten allerdings harmonisch und tadellos. Die Kurvenlage lässt sich fein einstellen und ohne ständige Korrekturen problemlos halten. Hier erweist sich der Arak als deutlich spurtreuer als zum Beispiel der Tequila 4.

Die Eintrittskante des Arak mit gekreuzten Stäbchen und
einer leichten Sharknose.
Thermikeigenschaften: Das Kurvenverhalten bzw. die besondere Steuercharakteristik zeigt sich auch beim Thermikfliegen. Hier erweist sich der Arak als angenehmer Kurbler, der allerdings nicht alle Schräglagen gleich gut beherrscht. Im ersten Drittel des Bremsweges lassen sich sehr fein austarierte Kreise ziehen, die wenig Nachjustierung verlangen. In diesem Modus besitzt der Arak auch sehr gute Steigqualitäten. Will man einen solchen etablierten Thermikkreis aber nochmals enger ziehen, sperrt sich der Flügel ein wenig. Hier bedarf es eines deutlicheren Steuerinputs, wobei der Schirm dann mit einem Mal stärker abkippt und dann etwas zu graben beginnt. Als Pilot muss man sich dieses Verhaltens bewusst sein und den Kipppunkt des Schirmes kennen. Manchmal kann es sinnvoll sein, gerade in schwächeren, zerrissenen Thermiken, auf das Nachziehen zu verzichten, um diesem störenden "Kurvenkick" des Araks zu entgehen.
Eine schöne Thermikeigenschaft des Araks ist, wie fein man über die Bremse Schwankungen in der Auftriebsstärke spüren kann. Das kann beim Zentrieren schwächerer und "wabernder" Bärte helfen, wie man sie gerade im Flachland häufiger antrifft.

Große, kugelgelagerte Rollen am Beschleuniger.
Beschleuniger: Der Arak besitzt große, kugelgelagerte Beschleunigerrollen. Damit lässt sich der Speeder leicht treten. Auch ein längeres, aktives Fliegen mit dem Beschleuniger ist wenig anstrengend. Das macht den Arak für leistungsorientierte Streckenflieger interessant. Der Geschwindigkeitszuwachs liegt bei 10-11 km/h.
Etwas störend empfand ich, dass der Arak im voll beschleunigten Modus einen Hang zum leichten Rollen aufweist, was etwas Leistung kostet. Ein solches Verhalten hängt freilich auch von der Gurtzeug-Einstellung ab. Eine Abhilfe kann sein: Bei voll beschleunigter Kappe mit einem Finger jeweils die äußerste C-Leine greifen und leicht herabziehen. Dadurch stabilisiert sich das System ein wenig.
Noch ein Hinweis: Durch den schrägen Ansatz der Bremsstege am Tragegurt sitzen die Bremsrollen ziemlich hoch. Um hier für den voll beschleunigten Flug die Bremsen komplett frei zu geben, muss man die Hände bzw. die Arme bewusst weit nach oben führen. Das ist suboptimal, weil es zwangsläufig den Luftwiderstand (Pilotenwiderstand) erhöht und man im Winter mit einer so hohen Position der Hände schneller kalte Finger bekommt.

Ohrenanlegen: Die Ohren des Arak sind über die äußeren A-Leinen leicht einzuholen und zu halten. Allerdings können sie dann zuweilen sehr deutlich zu schlagen beginnen. Ein wenig lässt sich das zwar über die Technik beeinflussen, wie man die Ohren zieht. Ich habe das geringste Schlagen erreicht, wenn ich die Ohren impulsiv runtergezogen und dann den Beschleuniger langsam getreten habe. Allerdings waren auch hier die Ergebnisse nicht immer konsistent. D.h., man muss stets mit mehr oder weniger schlagenden Ohren rechnen.
Die Ohren des Arak wirken auf dem Foto so ruhig, sie können
aber auch heftig schlagen. 
Dies ist, unterm Strich, mein größter Kritikpunkt an diesem Schirm. Zumal der Arak mit eingeholten Ohren und getretenem Beschleuniger auch noch recht rollfreudig wird, wobei sich der Schirm dann zusammen mit dem schlagenden Ohren manchmal unangenehm aufschaukeln kann. Wäre ich bei der Flucht unter einer Wolke schon im Stress und dann noch gezwungen, mit einem flatternden und schaukelnden Schirm zurecht zu kommen, hörte der Spaß bald auf. Dieser Eindruck wiegt umso schwerer, als es anderen Herstellern durchaus gelingt, stäbchengestützte Schirme in dieser Klasse zu bauen, bei denen die Ohren weitgehend ruhig bleiben.
Hinweis: Dieses Verhalten eines Schirmes kann auch von der Gurtzeugeinstellung, Flächenbelastung, Schirmgröße etc. mit beeinflusst werden. Ich kann deshalb nur jedem empfehlen, bei einem Testflug des Araks dieses Manöver in bewegter Luft mehrmals auszuprobieren, um für sein eigenes Setting herauszufinden, wie sich der Schirm dabei verhält und ob man damit gut zurecht kommt.


Steilspirale: Die Spirale lässt sich mit dem Arak flott einleiten. Der Schirm besitzt ein schon beim Kurven- und Thermikflug beschriebenes, sehr deutliches Kippmoment. In der Spirale lässt sich der Arak gut kontrollieren, wenn auch nicht so fein dosiert wie ein Chili / Cumeo. Der "Kippmoment" wirkt auch in die andere Richtung, d.h. der Schirm kann aus einer moderaten Spirale auch relativ schnell wieder herausspringen.

Nicken: Der Arak hat keine so stark nickgedämpfte Kappe wie z.B. der Nova Ion 5. Beim induzierten Nicken lässt sich die Kappe schnell aufschaukeln. Das eröffnet aber auch Spielraum für dynamische Manöver und erleichtert zuweilen die Steuerung, indem man z.B. beim Thermikkreisen die Bremsen kurz freigibt. Dann lässt sich das schnell wirksame Pitchmoment ausnutzen, um dann mit wenig Bremszug die Kurve enger zu ziehen.

Rollen: Der Schirm spricht gut auf Gewichtsverlagerung an, und lässt sich darüber sehr harmonisch aufschaukeln. Mit etwas Bremseinsatz entwickelt der Arak dann einen geradezu spielerischen Charakter, der auch für Freestyle-Ansätze taugt.

Der schmale, etwas länger Innenpacksack ist auf
die Hike-Rucksackmodelle von Skywalk optimiert.
Packen: Trotz der gekreuzten Stäbchen in der Eintrittskante und den langen C-Wires im Hinterflügel lässt sich der Arak völlig problemos und ohne weitere Tricks packen. Das Packmaß bewegt sich im üblichen Rahmen der heutigen semi-light Schirme.
Durchdacht ist der von Skywalk mitgelieferte, etwas längliche, dafür aber schmale  Innenpacksack mit seitlichem Kompressions-Reißverschluss. Der macht aus dem Schirm ein recht flaches und vor allem auch steifes Paket, das, direkt am Rücken positioniert, den Tragekomfort eines Rucksacks verbessern kann. Form und Maße sind auf die Rucksackserie "Hike" von Skywalk optimiert. Durch die seitlichen Belüftungsnetze im unkomprimierten Zustand taugt der Innenpacksack auch für eine längere, etwas luftigere Lagerung.

Dem Dreckauslass am Stabilo fehlt eine innere
Stulpe, um bei Bedarf den Klett abzudecken.
Qualität: Konstruktiv und nähtechnisch gibt es beim Arak wenig zu meckern. Im Inneren der Kappe sind die Leinenansatzpunkte optisch etwas lieblos ausgeführt. Auch fehlt mir für die Dreckauslässe am Stabilo eine Tuchstulpe, die sich von innen über den Klettverschluss herausziehen lässt, um diesen bei Bedarf geöffnet zu halten. Dann hätte der Endsandekanal an der Flügelhinterkante auch einen passenden Ausgang.
Gut gefallen haben mir einige der kleinen aber feinen Detaillösungen von Skywalk: Zum Beispiel ist an der Befestigung der Bremsgriffe ein kurzer Schlauch über die Bremsleine gezogen, damit sich die Leine nicht am Metall der Bremswirbel aufscheuern kann. Der Reißverschluss des Innenpacksackes besitzt am Reiter einen Klemmschutz, sodass er sich nicht in irgendwelchen Stoff verbeißen kann.


Fazit: Der Arak erfüllt vieles von dem, was ich mir von einem alltags- und reisetauglichen Mid-B-Schirm erwarten würde – mit semileichter Kappe, einem wenig empfindlichen Leinensatz, guten Starteigenschaften und einem angenehmen Feedback. In der Luft ist der Arak ein Schirm, dem man durchaus das von Skywalk gewählte Attribut "Multitool" zugestehen kann. Vom leichten Freestyle bis zum Streckenfliegen ist mit ihm alles möglich. Gerade Piloten, die gerne Schirme fliegen, die auch über die Bremse feine Rückmeldungen geben, dürften sich unterm Arak schnell zuhause fühlen. Etwas Anpassung verlangt die nicht ganz lineare Bremscharakteristik mit einem deutlichen Kippmoment beim Kurvenflug. Für die teils heftig schlagenden, angelegten Ohren bedarf es wiederum Nervenstärke.


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4 Kommentare:

Günter Schwob hat gesagt…

Vielen Dank für diesen umfangreichen Testbericht, Lucian.
Ich fliege den Arak in S seit einem knappen Jahr und habe meine Erfahrungen mit dem Flügel beim Groundhandeln und Soaren in Namibia, beim Hike and Fly Trainingsflügen im SiTr am Achenseee in Tirol sowie beim Thermikfliegen in Slowenien gesammelt. Sicherlich fehlt mir (anders als Dir) der große Erfahrungsschatz mit anderen Flügeln, um den Schirm hier genau einordnen zu können. Daher möchte ich nur Das beitragen, was ich auch wirklich belegen kann.
Die schlagenden Ohren scheinen tatsächlich durch die Kombination Schirm - Gurtzeug in ihrer Intensität beeinflußbar. ich bin den Arak im Sicherheitstraing und in Slowenien sowohl mit einem Skywalk Breeze als auch mit einem Mike Küng Special Gurtzeug geflogen. Keide Kombinationen haben in Verbindung mit der von Dir beschriebenen Methode der Einleitung (Ohren impulsartig ziehen, Speedbar dann langsam treten) keine schlagenden Ohren ergeben, zu keiner Zeit. Die geringe Dämpfung um die Längsachse, die Rollfreudigkeit, ist mir allerdings auch aufgefallen (Ich kann hier aber nur auf Vergleiche zu meinen "früheren Flügeln" (Gin Sprint Evo, Ozone Rush) zurückgreifen). Um bei Bedarf Ruhe ins System zu bringen, habe ich bisher nach Möglichkeit immer eine leichte Kurve eingeleitet.

Zum Abschluß noch ein rein subjektives Statement von mir: Der Arak ist für mich ein Schirm, dem ich "vertraue" und der in seinem Verhalten bei ungewöhnlichen Flugzuständen (z.B. beschl. Klapper, Spirale,) keine Überraschungen in Form von äußerst dynamischen Reaktionen zeigt. Daher mag ich ihn sehr, mehr noch als meine früheren Flügel.

liebe Grüße,
Günter

Lucian Haas hat gesagt…

Danke Günter. Ich finde es immer wichtig und hilfreich, wenn andere Piloten zu getesteten Schirmen auch eigene Erfahrungen posten. Denn meine Tests finden ja hauptsächlich "in meiner Konfiguration" statt. Nicht alles davon lässt sich immer auf andere Gewichtsbereiche, Gurtzeugtypen, Schirmgrößen etc. übertragen.

Hinsichtlich der schlagenden Ohren habe ich allerdings schon mit einigen anderen Arak-Piloten gesprochen, weil ich mich erst vergewissern wollte, ob sie meine Erfahrungen halbwegs bestätigen können, oder ob es sich bei meinen Erlebnissen um Ausreißer handelt. Nach allem, was ich so hörte, verhielt sich der Arak mit angelegten Ohren bei keinem "lammfromm". Du bist der Erste, der anderes berichtet.

Ich kann nur empfehlen: Man sollte Schirme nie allein nach den Aussagen von Testberichten oder einzelner anderer Piloten beurteilen. Vielmehr gilt es, solche Infos als Grundlage zu nehmen, welche Manöver eines Schirmes man bei einem möglichen Testflug selbst auf jeden Fall mal ausprobieren sollte, um dann für sich zu entscheiden, ob das einem noch taugt oder nicht.

Christian Bäcker hat gesagt…

Danke für den Testbericht. Mit dem Supair Delight 3 und den Independence Freestyle ebenfalls keine schlagenden Ohren.

Hans hat gesagt…

Vielen Dank Lucian, für diesen umfangreichen Testbericht.
Ich möchte eigentlich nur ein kurzes feedback betreffend "schlagende Ohren" geben. Ggf. hilft das jemandem.

Zwei Testflüge am WE (Total ca 1:15 Std.) mit einem Arak XS in teilweiser "sehr bewegter" Luft. Mein Startgewicht 78-80 Kg. Gurtzeug: Swing connect reverse evo Baujahr 2015.
Mein Fazit: Bei "normalen" Ohren leichtes flattern, aber alles noch "ok". Bei "grossen" Ohren (Leine etwas tiefer ziehen) ist alles ruhig und das System fliegt stabil (auch geradeaus) und ist gut steuerbar (mit Gewichstverlagerung). Öffnen der Ohren erst nach leichtem Bremsimpuls. Längste Flugzeit mit angelegten Ohren ca. 3 Minuten mit teilweise starkem Gegen- Aufwind und Höhenabbau von ca. 500 Metern.
Für mich passt das :-)
Zu den anderen Eigenschaften kann ich auch nur sagen "toll" und werde mir den Schirm darum auch zulegen.

Viele Grüsse
Hans