Der BGD Breeze als Leichtversion des Base 3 entpuppt sich trotz rassiger Krümmung und kurzen Leinen als gemäßigter High-B
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| Groundhandling bei Starkwind mit dem Breeze ist imponierend entspannt. // Fotos: Lu-Glidz |
Als BGD im vergangenen Jahr den Base 3 und dann den hier getestete Leichtversion Breeze als neue High-B-Schirme am Markt einführte, sorgte die Marke für Aufsehen in der Szene. Denn die Schirme folgen einem Konzept, das in dieser Form bisher bei keinem anderen B-Schirm zu finden ist.
Der Breeze weist eine starke Bogenform (High-Arc) und zugleich kurze Leinen auf. Um die damit verbundene höhere Rolligkeit zu reduzieren, gibt es gleich zwei Arten von Winglets: Zum einen größere auf dem Obersegel; zum anderen sind auch die Stabilos wie kleine Stützflügel leicht nach außen geschwungen. Außerdem sind die Flügelenden im Vergleich zum Mittelflügel deutlich verjüngt. Daraus resultiert nicht nur eine interessante, sehr charakteristische Optik, sondern auch die Frage: Heben sich die Schirme damit auch vom Fluggefühl her von ihren Konkurrenten ab? Mit dieser Frage bin ich an den Test herangegangen.
Ich selbst bin über Jahre hinweg einen BGD Base 1 geflogen. Dessen Thermik- und Kurveneigenschaften sind mir noch als herausragend in Erinnerung geblieben. Nicht von ungefähr waren BGD-Schirme jahrelang für das sprichwörtliche "Goldsmith-Handling" bekannt. Wobei der Base 1 allerdings auch im Ruf stand, bei Störungen schnell etwas anspruchsvoller zu werden, was ich selbst so aber nie erlebt habe.
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| Technische Daten |
Das Kappenkonzept hat BGD ursprünglich für den EN-D-Schirm Diva mit vielen Simulationsrechnungen am Computer und etlichen Prototypen entwickelt. Für Base 3 und Breeze wurde es nur noch adaptiert.
Für High-Arc-Schirme ist es typisch, dass sie bei Klappern sanfter reagieren und wenig wegdrehen. Durch den Einsatz eines Profils mit spürbaren Reflex-Eigenschaften, die für ein Aufrichte-Moment sorgen, werden Nickbewegungen bei Breeze deutlich reduziert. Die kurzen Leinen bedeuten weniger Gesamtleinenmeter, also weniger Leinenwiderstand, sprich: ein Leistungsgewinn. Zudem ist der Breeze auch noch als 2,5-Leiner abgespannt, d.h. zum Außenflügel führen nur noch zwei Stammleinenebenen.
Verpackt ist das ganze als Schirm mit 57 Zellen und einer Streckung von 5,7. Beim Breeze ist die Kappe an Ober- und Untersegel aus doppelt beschichtetem Porcher 27 Classic II genäht, wobei in der Eintrittskante Porcher 32 zu finden ist. Wie viele moderne Schirmkonstruktionen wird der Breeze nicht nur im Vorderflügel, sondern auch über einen großen Teil der Flächentiefe von Stäbchen gestützt. Das 3D-Shaping ist mit der von BGD entwickelten Cord-Cut-Billow-Technik realisiert (s. auf Lu-Glidz: Leistungsdrang (6): Längsnahtwölbkontrolle) .
Hinweis: Dieser Testbericht folgt dem neuen Testschema von Lu-Glidz. Ich habe es nach den Rückmeldungen zum Test des Niviuk Hiko P nochmals etwas angepasst habe. Details der einzelnen Kategorien werden in kurzen Absätzen hinter einem (+), (o) oder (-) beschrieben. Die Zeichen stehen für:
- (+) Eigenschaften, die mir besonders positiv aufgefallen sind und bei denen sich der Schirm meiner Wahrnehmung nach von seiner Konkurrenz vorteilhaft abhebt.
- (o) Nennenswerte, aber neutrale Details, ohne besondere Wertung
- (-) Dinge, die für mein Empfinden besser sein könnten.
Am Ende der einzelnen Kategorien stehen nun anstelle eines schlichtes Fazits stärker subjektiv gefärbte Anmerkungen. Wichtig: Beim Interpretieren des Tests sollte man nicht die Anzahl von Plus und Minus gegeneinander aufrechnen. Es handelt sich nicht um gewichtete Noten, sondern einfach nur Beschreibungen mit einer vorangestellten, klärenden Tendenz.
Leinensatz + Tragegurt:
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| Tragegurt Breeze |
(+) Die Stabilo-Leine ist eindeutig grün abgesetzt. Die untersten 50 cm sind griff-freundlich ummantelt.
(0) Die Leinen sind leistungsorientiert dünn. Sie fallen nicht immer sauber auseinander, können Schlaufen bilden.
(+) Der Breeze hat noch metallene Leinenschlösser, keine Softlinks. Das erleichtert den Leinentausch oder ein Trim-Tuning.
(+) Die Bremsgriffe werden mit magneto-mechanischen Snaplocks am Tragegurt fixiert.
(+) Die B-Ebene hat noch einen eigenen Gurt und sitzt nicht nur auf einem Durchläufer (keine "Floating-B"). Damit stellt ein Versagen des Seilzugs der BC-Steuerung kein Risiko dar.
(+) Der Tragegurt weist eine "Wippe" zur BC-Steuerung auf. Diese Variante ist kein "Leinenfänger" wie klassische B-Handles.
(0) Die Bremsgriffe sind gut zu greifen und zu wickeln. Mit dickeren Handschuhen sind sie aber etwas knapp bemessen.
(-) Die C-Gurte bestehen aus einem leichteren Dyneema-Material. Leider ist dieses weniger steif und neigt damit dazu, sich zu verdrehen. Im Flug stört es nicht.
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| Verdrehfreudiger C-Gurt |
Starten:
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| Cobra-Start mit dem Breeze |
(0) Der Schirm will durchgängig bis oben geführt werden, sonst bleibt er gerne auf rund 70 Grad hängen und fällt wieder zurück. Wer es von anderen Leichtschirmen gewohnt ist, dass ein kurzer Impuls reicht, damit sie komplett aufsteigen, muss sich umstellen.
(+) Der Schirm tendiert so gut wie nicht dazu, den Piloten auszuhebeln. Gerade bei böigem Starkwind strahlt der Breeze am Start eine imponierende Ruhe aus, fast schon wie ein Parakite.
(+) Der Breeze lässt sich auch als 2,5-Leiner beim rückwärts Aufziehen sehr gut über A- und C-Ebene kontrollieren und in der Richtung steuern. Denn die hintere Leinen-Ebene im Außenflügel des 2,5-Leiners hängt am C-Gurt. Das ist nicht bei allen 2,5-Leinern so (s. Die hybride B-Brut).
Anmerkung: Ich habe das gut kontrollierbare und nahezu hebelfreie Aufziehverhalten des Breeze als echtes Sicherheitsplus erlebt, gerade bei stärkerem, böigem Wind. Ich sehe darin eine der Stärken des Schirmkonzepts mit High-Arc, Reflex-Profil und kurzen Leinen. Wer häufiger bei stärkerem Wind soaren geht und dafür nicht eh schon einen Parakite fliegt, für den sind der Base 3 bzw. Breeze schon allein wegen der Starteigenschaften interessante Alternativen.
Landen:
(0) Der Breeze zeigt ein gutes Flare-Verhalten. Von der umsetzbaren Energie beim Flaren bleibt er aber etwas hinter seinen Vorgängern (Base und Base 2 lite) zurück. Das hängt vermutlich u.a. mit einem reduzierten Pendeleffekt durch die kürzeren Leinen zusammen.
(+) Der Schirm entpuppt sich aber bei (gepumpten) Toplandungen als Lande-Ass. Er hat ein sehr übersichtliches Abrissverhalten. Der Breeze stallt als erstes und klar erkennbar die schmalen Außenflügel, während die Schirmmitte noch länger sicher weiterfliegt. Das gibt selbst Piloten mit gröberer Motorik viel Spielraum, um auf engen Flächen am Hang einzuparken.
Bremsen:
(0) Der Bremsdruck wird direkt spürbar, bleibt in der üblichen Steuerzone (20-40 cm) aber in einem mittleren Bereich. Erst unten raus nimmt der Druck sehr deutlich zu.
(0) Wegen der High-Arc-Bauweise der Kappe weist diese über die ganze Breite verteilt lange Raffbänder auf, um bei Steuerbewegungen die Spannung in der Hinterkante besser zu halten. Das führt allerdings zu etwas längeren Steuerwegen, bevor die Bremse spürbar greift.
Kappenfeedback:
(+) Die Kappe des Breeze ist harmonisch abgespannt, der Schirm arbeitet nur wenig in sich. Ganz selten raschelt mal ein Außenflügel.
(0) Das Feedback kommt hauptsächlich über die Tragegurte. Die Bremse wird erst bei tieferem Bremszug etwas mitteilsamer.
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| Shark-Nose des Breeze |
(0) Auf der Längsachse ist der Breeze lebendiger. Er rollt und hebelt immer wieder ein bisschen, wenn auch nur mit geringer Amplitude. Vielleicht werden hier dämpfende Effekte der Winglets spürbar.
Anmerkung: Der Breeze ist gedämpfter und weniger gesprächig als die Vorgänger der BGD-Serien Base und Punk, aber auch im Vergleich zu viele anderen aktuellen High-B. Wer sich vor allem einen in sich ruhenden B-Schirm wünscht, wird das mögen. Von der Dämpfung her ähnelt der Breeze fast ein wenig den Swing-Schirmen mit RAST-System. Wie bei diesen hätte ich mir persönlich aber auch vom Breeze ein etwas feineres Näschen für die Luftmassen gewünscht.
Kurvenflug:
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| Untersicht des Breeze |
(-) Interessanterweise führt eine Steigerung der Schräglage nicht analog zu spürbar engeren Kurven. Ich hatte den Eindruck, dass eine höhere Schräglage beim Breeze über einen weiten Bereich hinweg nur wenig Unterschied macht. Steilheit und Kurvenradius laufen nicht unbedingt kongruent. Der Schirm schiebt stärker aus einer engen Kurvenbahn heraus als man es von der Schräglage her erwarten würde.
(0) Um wirklich eng einzudrehen, braucht der Breeze sowohl einen Gewichts- als auch einen deutlichen Bremsimpuls.
(-) Für Anpassungen des Kurvencharakters hilft eine impulsbetonte Steuerung mit größeren Steueramplituden am besten weiter. Das heißt: In der Kurve die Innenbremse kurz lösen und impulsartig nachziehen, und das jeweils um 20-30 cm. Ein gefühlvolles Steuern im Zentimeterbereich, wie es bei Schirmen wie z.B. dem Ur-Base, aber auch heutigen Konkurrenten wie dem Niviuk Ikuma 3, Advance Theta ULS, Tripleseven Rook 4 oder UP Summit X möglich ist, hat beim Breeze wenig Effekt. Dieser braucht klare Handgesten, keine Fingerzeige. Auch ein Brake-Shifting empfand ich als nur bedingt effektiv.
(+) Da der Breeze bei tiefer Bremse immer erst über den Außenflügel abreißt, kann man aber ohne größeres Risiko wirklich tiefe, aber kurze (!) Bremsimpulse als eine Art Kickdown einsetzen, um den Schirm bei Bedarf herumzuhebeln.
Anmerkung: Das eingangs erwähnte, sprichwörtliche Goldsmith-Handling habe ich beim Breeze so nicht wiedergefunden. Der Kurvencharakter ist nun ein deutlich anderer und verlangt vom Piloten eine betonte, etwas digitale Impuls-Steuerung, um eine höhere Agilität zu erreichen. Stellt man sich darauf ein, wirkt der Schirm in Kurven nicht zäh, sondern durchaus willig. Man muss sich aber auf dieses Steuerverhalten einstellen. Aus meinen Tests des Rook 4 und Summit X weiß ich, dass das auch mit einer hohen Kappenkrümmung ganz anders gehen kann. Allerdings bin ich den Breeze im Test nur mittig belastet geflogen. Ich habe Testberichte anderer Piloten gelesen (z.B. Thermik, Dustoftheuniverse), bei denen die Piloten weiter oben im empfohlenen Gewichtsbereich lagen. Deren Schilderungen lassen auf einen dann spürbaren Agilitätsgewinn schließen. So schreibt Ziad Bassil im Test des Base 3 auf Dustoftheniverse: "Please consider flying it at max weight in order to get some benefits."
Thermikeigenschaften:
(0) Der Breeze bleibt beim Einflug ins Steigen weitgehend neutral oder stellt sich sogar etwas auf. Nur selten habe ich ein deutbares Ziehen hin zum Steigen wahrgenommen. Die am klarsten spürbare Reaktion ist ein Rollen und Gieren am Thermikrand. Da ist eine lockere Hüfte ist gefragt.
(0) Die oben beschriebenen Besonderheiten des Kurvenflugs prägen auch das Thermikkreisen. Der Breeze kennt keine eindeutige Lieblingsschräglage. Vielmehr macht die Schräglage in einem weiten Bereich wenig Unterschied. Effektives, enges Eindrehen verlangt eine impulsive Steuerung.
(-) In engen Thermiken lässt sich der Schirm nur bedingt auf den nötigen engen Kreisbahnen halten. Selbst bei hoher Schräglage erweitert er die Kurven gerne ein wenig. Man kann das verhindern, indem man wiederholt neue Steuerimpulse gibt (Bremse kurz lösen und wieder impulsiv setzen).
(0) Bei etwas größeren Kreisradien ist mir dieser Nachsteuerbedarf nicht aufgefallen.
(-) Der Breeze hat keinen ausgeprägten Autozentriermodus. Er verändert zwar Schräglagen in Abhängigkeit vom Steigen, aber der Drehradius folgt dem nicht im gleichen Maß. Der Breeze steuert sich nicht unbedingt von selbst ins Steigzentrum. Als Pilot muss man sich mehr ums Nachzentrieren kümmern.
(0) Für ein wirklich effektives Engkurbeln muss man sich trauen, die Bremse als Impuls auch mal bis zum (gut erkennbaren) Strömungsabriss des Außenflügels zu ziehen.
(+) Der Schirm braucht nur wenig Außenbremse als Stütze.
(+) Beim Herausfallen aus Thermiken nickt der Breeze nur wenig vor.
(-) Im direkten Vergleich mit anderen Schirmen (gleiche Bärte, gleiche Kreisradien) habe ich das Steigen des Breeze trotz mittiger Belastung als gerade mal durchschnittlich erlebt.
Anmerkung: Das Thermikhandling des Breeze war für mich etwas enttäuschend. Wobei ich anmerken muss, dass ich bevorzugt eng im Bart kreise. Unter diesem Gesichtspunkt hatte ich beim Kurbeln mit dem Base 1, Punk und Base 2 lite mehr Spaß und von daher vielleicht auch besonders hohe Erwartungen an den Breeze. Bei diesem empfand ich das Verhältnis von hoher Schräglage und tatsächlicher Kurvendynamik als nicht wirklich ausgewogen. In breiteren Bärten fällt das kaum auf. Aber für ein effizientes Kurbeln in verschwurbelten, hangnahen, engen Thermiken muss man beim Breeze schon auf fortgeschrittene Steuertechniken zurückgreifen und Erfahrung mit typischen Strömungsverhältnissen in den Blasen in die Waagschale werfen. Vermutlich wäre auch hier eine höhere Gewichtsbelastung vorteilhaft.
Beschleuniger:
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| Nur kleine Rollen am Beschleuniger |
(+) Im beschleunigten Flug zeigt der Schirm einen wirklich guten Geradeauslauf ohne störendes Rollen. Bewegungen um die Längsachse werden, trotz High-Arc-Kappe, durch die Winglets und die seitlich auskragenden Stabilos effektiv gedämpft.
(0) Als Geschwindigkeitszuwachs über Trimm konnte ich 11-12 km/h erreichen. Fullspeed ist dank flacher Polare und der im Speed sehr pitchstabilen Kappe sehr gut nutzbar.
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| BC-Wippe |
Anmerkung: Der Breeze lädt mit seiner hohen Pitchstabilität regelrecht dazu ein, entspannt beschleunigt dahin zu cruisen. In diesem Punkt ist er ein toller Schirm, um sich mit BC-Steuerung und Ansätzen des Zweileiner-Feelings vertraut zu machen. Im Vergleich zur Spitze der High-B-Schirme habe ich nur etwas Topspeed vermisst. Zudem hätte ich mir etwas größere Beschleunigerrollen gewünscht, um smoother ins Gas steigen zu können.
Ohrenanlegen:
(+) Die Ohren des Breeze legen sich stabil an, ohne störend zu schlagen. Sie lassen sich mit wenig Kraftaufwand ziehen und halten. Sie öffnen ohne großes Zutun des Piloten.
(0) Die weggeklappte (projizierte) Fläche bleibt aber relativ klein, das Sinken nimmt nur mäßig zu.
Steilspirale:
(+) Der Breeze hat ein sehr angenehmes, gut kontrollierbares Spiralverhalten. Der Schirm kommt auch schnell und sicher aus der Spirale, dreht kaum nach.
(0) Die Einleitung braucht aber etwas Zeit und Nachdruck des Piloten. Vom Charakter her waren frühere Schirme der Base-Serie hier deutlich dynamischer. Man kann beim Breeze aber mit gezielter Impulssteuerung etwas nachhelfen.
Nicken:
(+) Der Breeze zeigt eine hohe Nickdämpfung im Normalflug, wirkt aber nicht totgedämpft. Mit passendem Bremseinsatz lässt sich auch ein stärkeres Nicken induzieren, was sich aber bei "Hände hoch" von selbst schnell einfängt.
Rollen:
(0) Der Schirm reagiert gut und schnell auf Gewichtsverlagerung. Durch die kurzen Leinen verlangt er aber ein genaueres Timing, um die Kappe deutlich aufzuschaukeln. Die Rolldämpfung ist durch die Winglets gut ausgeprägt, der Schirm stabilisiert sich schnell wieder.
Packen:
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| Stabil vernähte Loops und dicke Stäbchen |
(-) Die vielen und recht dicken Stäbchen sowohl in der Nase als auch im Mittelflügel tragen allerdings spürbar auf. Im Vergleich zu anderen Leichtschirmen fällt das Packvolumen des Breeze groß aus und ist weniger auf Hike-and-Fly optimiert.
Qualität & Sonstiges:
(+) Materialwahl, Nahtbild und sonstige Verarbeitung machen einen sehr guten und robusten Eindruck. Viele Details wirken durchdacht, ohne übertrieben auf Leichtigkeit zu setzen. Dazu zählt z.B. der löbliche Verzicht auf Soft-Links an den Tragegurten.
Fazit:
Mit dem Breeze (Leichtversion des Base 3) hat BGD ein interessantes neues Schirmkonzept mit High-Arc, kurzen Leinen, Winglets und auskragenden Stabilos in die B-Klasse eingeführt. Das einfache Startverhalten und die stark pitchgedämfte Flugruhe lassen den High-B, trotz 5,7er Streckung und 2,5-Leiner-Design, vom Pilotenanspruch her eher wie einen Mid-B erscheinen. Da BGD bisher auch nur zwei Schirmserien im B-Segment im Portfolio hat (Epic/Echo, Base/Breeze), ist die Positionierung als "gemäßigter High-B" vielleicht auch gewollt und passend. Der Breeze ist ein guter Kandidat für Aufsteiger in diese Klasse. Langjährige BGD-Fans könnten beim Breeze allerdings etwas vom legendären Goldsmith-Handling vermissen. Die abrufbare Rollfreude der Kappe vermittelt zwar Flugspaß. Das findet sich aber nicht im gleich hohem Maß im Durchzug bei Kurven- und Thermikflug wieder. Gegenüber den Vorgängern hat BGD die Sportlichkeit und Direktheit reduziert. Für mehr Agilität sind impulsivere Steuerausschläge nötig. Der Breeze ist zwar ein Leichtschirm, durch sein relativ großes Packmaß bietet er sich aber nicht zwingend für anspruchvollere H&F Touren oder als Reiseschirm an.
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4 Kommentare
Mit diesem Bericht kann man sehen, wie subjektiv man Schirme beurteilt.
AntwortenLöschenNatürlich geht es beim Fliegen hauptsächlich ums Gefühl und somit finde ich eine subjektive Beurteilung auch durchaus zielgerichtet, aber die Grenzen der Physik sollten dabei im Auge bleiben.
Jeder Schirm, der sich in einem normalen stationären Kurven-Flugzustand befindet sollte eine Schräglage einnehmen, die eindeutig aus Flugeschwindigkeit und Kurvenradius bestimmt ist.
Wenn der Base 3 angeblich bei hoher Schräglage trotzdem nicht eng dreht, muss er als Ausgleich überragend schnell sein.
Jeder Test ist subjektiv. Und natürlich gibt es auch die Physik. Deine Beschreibung der physikalischen Eigenschaften eines stationären Kurvenzustands bzw. der Abhängigkeit der Schräglage davon liefert vielleicht einen anderen Zugang zu dem, was ich beim Breeze "subjektiv" beschrieben habe. Vielleicht ist es bei diesem Schirmtyp einfach etwas schwerer, einen engen Kreisradius "stationär" zu halten, weil die Kappe von ihrer Krümmung her, oder durch die Winglets, oder mit den kurzen Leinen oder einer Kombination aus all dem sich etwas sperrt, eine eingeleitete höhere Schräglage auch genauso beizubehalten. Jedenfalls war im Endeffekt das vom Schirm vermittelte Gefühl bei der Kurveneinleitung (kommt eng rum) und die tatsächliche Kurvenbahn (schiebt eher wieder auf einen etwas größeren Radius zurück, wenn man nicht neue Impulse gibt) für mich nicht immer harmonisch.
LöschenWarum kann man einen Kommentar abschicken, auf den man Mühe verwendet hat und dann verschwindet er einfach, weil man vergessen hat die gegebene Voreinstellung "Anonym" zu ändern?
AntwortenLöschenWenn Du keine anonymen kommentare akzeptierts, dann stell halt bitte den Standard auf "Name-URL", dannn wird man abgefragt.
Ich finde es frustrierend, Kommentare zu verfassen die dann in der Mülltonne landen ud werde in zukunft einfach drauf verzichten.
@Markus: Da Dein "anonymer" Kommentar inhaltlich wertvoll für die Einordnung war, habe ich ihn ja doch freigeschaltet (s.o.). Und Du hast Recht. Eine Voreinstellung der Kommentar-Maske auf "Name-URL" als Standard wäre hilfreich. Leider habe ich trotz längerem Suchen noch nicht herausgefunden, ob und wie ich das im Kosmos des Blogger-Plattform ändern kann. Ich bleibe dran.
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