Top im Detail (6): Ohren-Anlegehilfe

Bei einem Tandemschirm hoch in die Leinen zu greifen, um die Ohren anzulegen, ist nicht immer ganz einfach. Swing hat das Problem mit einer simplen, arretierbaren Hilfsleine gelöst.

 Die weiße Leine am Tragegurt des Twin RS 2 hilft beim Ohrenanlegen.
// Quelle: Swing
Vor allem kleinere Tandempiloten mit kurzen Armen kennen das Problem: Wenn es darum geht, die Ohren ihres Tandems anzulegen, müssen sie sich ganz schön strecken im Gurtzeug, um überhaupt hoch genug in die Leinen greifen zu können. Anschließend stellt sich unter Umständen auch noch die Schwierigkeit, diese Ohren ständig halten zu müssen, was – je nach Schirm – ganz schön anstrengend werden kann. Doch es geht auch anders.

Swing hat an seinem neuen Tandemschirm Twin RS 2 eine Lösung realisiert, die als Detail durchaus top und nachahmenswert ist. (Ein ganz ähnliches System ist auch schon beim Parus 2 von Icaro zu finden): Im Tragegurt ist eine Ohren-Anlege- und Halte-Hilfe integriert. Sie funktioniert ganz simpel: An den äußeren A-Leinen ist, etwas oberhalb der Leinenschlösser, eine  zusätzliche Zugleine eingeknüpft. Und diese ist wiederum durch einen dreieckigen Metallbügel am C-Gurt geführt. Zieht man die Zugleine herab, klappen die Ohren einfach ein. Diese Position lässt sich arretieren, indem ein Knoten auf der Zugleine sich in der Dreieckspitze des Führungsbügels verklemmt und so die gesamte Haltekraft übernimmt. Der Pilot braucht sich nicht mehr darum zu kümmern.

Will man die Ohren wieder öffnen, reicht ein kurzer Zug an der Leine der Ohrenhilfe, um den Knoten aus seiner verklemmten Position zu holen und alles frei zu geben. Damit das untere Ende der Einzugsleine nicht störend herumflattert, ist zudem in der Neutralstellung mit einem Magnetclip fixiert.

Wie simpel sich das System im Flug bedienen lässt, zeigt ein kurzes Youtube-Video von Swing:




Übrigens gibt es auch noch von weiteren Herstellern verschiedene Lösungen für eine Ohren-Anlegehilfe bei Tandems. Sie beruhen typischerweise auf einer Klemme am Tragegurt, in welche die herabgezogenen äußeren A-Leinen eingespannt werden können, um sie nicht ständig halten zu müssen. Die Lösung mit der zusätzlichen Zugleine samt Klemmknoten vereinfacht diesen Prozess, weil mit der Hilfsleine alles in einer einzigen Bewegung aktiviert oder deaktiviert werden kann.


In der losen Serie "Top im Detail" stellt Lu-Glidz kleine Besonderheiten an Produkten rund ums Gleitschirmfliegen vor, die besonders clever gelöst sind und einem das Leben rund ums Fliegen erleichtern.


3 Kommentare:

Twin Pilot hat gesagt…

Der alte Twin hat schon ein ähnliches System. Grundsätzlich eine gute Idee. Der Nachteil ist nur, dass sich die äußere A-Leine bei einem schlampigen Startcheck verkürzt (angelegte Position) einhängen kann und so ein Start mit einseitig angelegtem Ohr vorkommen kann. Vor allem, wenn der Schirm stark pfeilförmig ausgelegt wird, sind die äußeren A-Leinen nicht gespannt und die Verkürzung fällt nicht sofort auf.

Anonym hat gesagt…

Takoo 4 Pilot sagt:
Niviuk hat dies beim Takoo 4 in einer noch eleganteren Art und Weise gelöst absolut empfehlenswert.

Ride3 Pilot (Kommerziell) hat gesagt…

Ich hatte etwas ähnliches vorher bei meinen paarus und ich muss sagen, Funktion ist okay, aber es macht den eh schon klobigen tragegurt eines tandem noch klobiger und auch beim Rückwärtsstarten ists jetzt im Nachhinein gesehen eher störend, und störanfällig gewesen.

Jetzt hab ich einen Sauberen,übersichtlichen und einfachen tragegurt,dafür eine Einhängehilfe an der Spreitze das gefällt mir persönlich sehr gut. Zumal durch den einfachen tragegurt die fehleranfälligkeit deutlich reduziert wird.


Grüße Jürgen