Beim Gurtzeug Kortel Kuik III Cocon sind die Verschlusssplinte des Retterfaches am Gurtzeug vernäht. Das reduziert das Verhängerrisiko

Die Verschluss-Splinte aus Nylondraht sind beim
Kuik III Cocon fest am Rettungsfach vernäht.
// Quelle: Kortel

Ein bislang zu wenig beachtetes Risiko beim Gleitschirmfliegen sind Rettungsschirme, die sich beim Werfen so in den eigenen Leinen oder den Leinen des Hauptschirms verfangen, dass sie nicht mehr korrekt öffnen können.

Ein solcher Retterfraß lässt sich zwar nicht komplett ausschließen. Aber die Chancen, dass es dazu kommt, ließen sich konstruktionstechnisch durchaus reduzieren.

Denn eine der Ursachen für verhängte Retter sind häufig die langen Nylondrähte, die als Verschlusssplinte für die Retterfächer dienen. Üblicherweise sind diese Nylondrähte direkt in die Rettergriffe integriert. Sie stehen zu den Seiten hin ab und können damit den unerwünschten Effekt haben, zu Fangarmen für die Leinen zu werden. Über diese Problematik hatte ich auf Lu-Glidz schon mehrfach berichtet, siehe unter anderem:

Es wäre an der Zeit, dass sich die Hersteller von Gurtzeugen diesem Problem stärker widmen. Denn es könnte relativ einfach gelöst oder zumindest stark reduziert werden. Wie? Das zeigt Kortel bei seinem aktuellen Gurtzeugmodell Kuik III Cocon.

Die Splinte sind durch die
Führung im roten Retter-
Griff gefädelt.
// Quelle: Kortel

Der Rettungscontainer ist dort als Frontcontainer in den Beinsack integriert. Der zugehörige Rettergriff kommt völlig ohne herausstehende Splinte aus. Denn diese sind stattdessen fest am Beinsack vernäht und können sich beim Retterwurf somit nicht mehr in den Leinen verfangen.

Beim Verschließen des Retterfaches werden die Nylonsplinte nur durch zwei Führungen im Rettergriff eingefädelt (s. Foto). Zieht man den Griff, werden so auch die Splinte bewegt, aber eben nicht mit weggeworfen. Wer einen genaueren Einblick in diese Baulösung gewinnen will, der kann sich das zugehörige Video zum Rettereinbau beim Kuik III Cocon anschauen.

Derartige Verschluss-Lösungen mit am Außencontainer fest vernähten Splinten wären für viele andere Gurtzeuge und Frontcontainer denkbar. Man kann nur hoffen, dass sich weitere Hersteller von diesem guten Beispiel Kortels inspirieren lassen.


In der losen Serie "Top im Detail" stellt Lu-Glidz kleine Besonderheiten an Produkten rund ums Gleitschirmfliegen vor, die besonders clever gelöst sind und einem das Leben und Fliegen erleichtern oder die Sicherheit erhöhen.