Lehren einer Wasserung

Ein Pilot landet beim Küstensoaring direkt im Wasser. Der Ausgang ist glimpflich. Das Video zeigt dennoch sehr eindrücklich die Gefahren einer Landung in der Brandungszone.

Der Küste ganz nah, und doch in Todesgefahr.
// Quelle: Youtube, Screenshot
Über die Risiken einer Wasserlandung an Meeresküsten hat Lu-Glidz schon des öfteren berichtet (s. unter anderem die Posts Todesfalle Brandung und Nach Wasserlandung ertrunken aus 2018).

Jetzt ist auf Youtube ein neues Video einer Wasserung beim Küstensoaring aufgetaucht, dessen Betrachtung durchaus lehrreich sein kann.

Der Pilot startet an einer niedrigen Kante bei Seitenwind, findet vor dem Abbruch allerdings nicht genügend Aufwind, leitet eine Kurve ein und wird dabei mit Rückenwind direkt in der Brandungszone abgesetzt. Ein solcher Vorfall könnte schnell auch tödlich enden, in diesem Fall geht das ganze glücklicherweise glimpflich aus.

Das große Themenfass der "Wasserlandung" soll hier nicht wieder aufgemacht werden. Vertiefend empfehle ich einen lesenswerten Beitrag von Simon Winkler im DHV-Info 216: Todesfalle Wasser (pdf).

Auf ein paar Details des Videos lohnt es aber hinzuweisen. So fliegt der Pilot beispielsweise mit Rückenwind ins Wasser. Das war sicherlich nicht so geplant, aus den Bildern kann man dennoch etwas Allgemeines lernen: Wenn eine Wasserlandung unausweichlich ist, dann ist ein Anflug mit Rückenwind tatsächlich vorteilhaft. Denn in diesem Fall wird der Schirm über den schon im Wasser liegenden Piloten hinwegfliegen und mit gestreckten Leinen aufs Wasser klatschen. Dadurch ist das Risiko, dass der Pilot sich in den Leinen verfangen könnte, deutlich reduziert.

Landet man gegen den Wind im Wasser, könnte die Kappe über oder hinter den Piloten fallen und dann durch den Wind zu ihm hingetrieben werden. Die lockeren Leinen im Wasser können dann zu einer fesselnden, lebensgefährlichen Falle werden, gerade wenn man wild mit Armen und Beinen rudernd um sein Leben kämpft.

Ein zweiter Punkt, den der Pilot in diesem Beispiel richtig macht, ist: Er behält kühlen Kopf und trennt sich als erstes von seinem Schirm. So kann er, wenn auch immer noch schwer, das rettende Ufer erreichen.

Im Anschluss allerdings bringt sich der Pilot nochmals in große Gefahr, als er versucht, den Schirm in der Brandungszone aus dem Wasser zu ziehen. Hier hätte es leicht passieren können, dass er sich doch noch in den Leinen verfängt. Es gibt Beispiele, in denen solche Versuche tödlich endeten!

Der o.g. Artikel im DHV-Magazin bringt es brachial auf den Punkt: "Vergiss Deine Ausrüstung! Versuche niemals sie zu bergen, Du wirst dabei sterben."

Das hier beschriebene Video ist auf Youtube zu sehen:


4 Kommentare:

Gerd A. hat gesagt…

Zum Thema sofortige Bergung unter Gefahr: Ist das Tuch nach Salzwasser und Zugbelastung in diesem Maße nicht eh ein Totalschaden? Wenn es nur noch darum geht, seinen Müll nicht im Meer zu hinterlassen, kann man den Ex-Schirm ja irgendwie sichern und bei ruhigerem Wetter bergen.

Lucian Haas hat gesagt…

@Gerd: Wahrscheinlich hast Du Recht. Je nachdem, wie stark man an dem Schirm zerrt bzw. zerren muss, um ihn aus dem Wasser zu bringen, dürfte der Schirm danach schon um einiges verzogen sein. Allein schon, weil das Nylon des Tuches sich etwas mit Wasser vollsaugt und dann dehnungsfreudiger wird. Da wird es sich vielleicht nicht mehr ganz zurückstellen. Je nach Schirm könnte das schnell mal ein Totalschaden sein.

Anonym hat gesagt…

@Lucian Je nach Schirm könnte das schnell mal ein Totalschaden sein.

Ach was, in Nepal würde man ihn als Neuwertig bezeichnen. Kennt ihr nicht das eine Video, eine Doku über die Flieger dort? Na zumindest kann man sehen, was so eine Tüte eigentlich aushält.

Grüßle Annett

vindolin hat gesagt…

Aus einem der YouTube Kommentare: "the kolege fly and now with this glider , the krash was 2 years ago ,and now fly with same glider"

🙄